Was sind Lötrauchabsaugungen und in welchen Industriebereichen werden sie eingesetzt?
Lötrauchabsaugungen sind spezialisierte Filtergeräte zur Erfassung und Reinigung von Schadstoffen beim Löten, einschließlich Feinstaub, Dämpfe und Gase mit Partikelgrößen bis 0,1 µm. Diese Systeme werden primär in der Elektronikfertigung, Leiterplattenbestückung, Reparaturwerkstätten und industriellen Montagebetrieben eingesetzt. Typische Anwendungen umfassen SMD-Bestückung, Durchsteckmontage, Rework-Stationen und Kleinserienproduktion, wo Kolophonium-haltige Flussmittel gesundheitsschädliche Aerosole freisetzen. Moderne Geräte kombinieren mechanische Filtration mit Aktivkohlefiltration zur vollständigen Schadstofferfassung und erfüllen dabei Arbeitsplatzgrenzwerte nach TRGS 900 für die sichere Handhabung von Lötrauchabsaugung in sensiblen Produktionsumgebungen.
Nach welchen technischen Kriterien wähle ich die richtige Lötrauchabsaugung aus?
Die Auswahl erfolgt nach Volumenstrom und Unterdruck entsprechend der Arbeitsplatzgröße und Schadstoffart. Feinstaub-Absauggeräte wie das ULT ASD 300 erreichen 250 m³/h bei 2.000 Pa, während Gas- und Dampfabsaugung wie das ULT ACD 1200 bis 1.000 m³/h bei 1.800 Pa leisten. Für Laserrauch werden spezialisierte Systeme wie das ULT LAS 500.1 mit 200 m³/h bei 7.500 Pa eingesetzt. Die Filterklasse H14 nach EN 1822 gewährleistet 99,995% Abscheidung submikroner Partikel. Zusätzliche Auswahlkriterien sind die Geräuschentwicklung unter 65 dB(A), Energieeffizienz der EC-Motoren und die erforderliche Explosionsschutz-Zertifizierung für ATEX-Bereiche je nach Arbeitsplatzklassifizierung und eingesetzten Flussmitteln.
Welche Normen und Zertifizierungen gelten für Lötrauchabsaugungen?
Lötrauchabsaugungen müssen DIN EN 61010-1 für elektrische Sicherheit und DIN EN ISO 14175 für Schweißrauch-Grenzwerte erfüllen. ATEX-zertifizierte Geräte wie das ULT ASD 300 Ex EC-VF sind für explosionsgefährdete Bereiche Zone 22 zugelassen und erfüllen die Richtlinie 2014/34/EU. Die Filtereffizienz wird nach DIN EN 1822 klassifiziert, wobei H14-Filter für kritische Anwendungen Standard sind und eine Mindestabluftrate von 99,995% gewährleisten. Zusätzlich gelten die TRGS 528 Schweißtechnische Arbeiten und BetrSichV für regelmäßige Funktionsprüfungen der Absauganlagen. Die CE-Kennzeichnung nach Maschinenrichtlinie 2006/42/EG ist obligatorisch, ebenso wie die Einhaltung der EMV-Richtlinie 2014/30/EU für elektromagnetische Verträglichkeit in industriellen Umgebungen.
Welche Unterschiede bestehen zwischen ASD-, ACD- und LRA-Absauggeräten?
ASD-Geräte wie das ULT ASD 300 MD.14 sind für Feinstaub optimiert mit mechanischer Filtration und Volumenströmen von 250-1.200 m³/h bei Unterdrücken bis 2.000 Pa. ACD-Systeme wie das ULT ACD 400 MD.58 erfassen Gase, Dämpfe und Gerüche durch mehrstufige Aktivkohlefilter mit 400-1.000 m³/h Leistung bei bis zu 1.800 Pa Unterdruck. LRA-Geräte wie das ULT LRA 400 MD.17 kombinieren beide Technologien speziell für Lötrauch mit 400 m³/h bei 2.300 Pa und integrieren sowohl HEPA-Filter als auch Aktivkohleadsorber. Ex-Varianten verfügen über explosionsgeschützte Motoren, antistatische Gehäuse und Erdungsanschlüsse für Zone 22-Bereiche sowie spezielle Filtermaterialien mit erhöhter Temperaturbeständigkeit bis 200°C für kritische Produktionsumgebungen.
Welche Installations- und Anschlussanforderungen haben Lötrauchabsaugungen?
Lötrauchabsaugungen benötigen 230V Einphasenwechselstrom und Schutzleiteranschluss nach DIN VDE 0100 mit Fehlerstromschutzschalter 30 mA. Mobile Geräte wie der ULT Filtertrolley Jumbo Elephant erfordern lediglich Netzanschluss und flexible Absaugschläuche DN 75-160 mm aus antistatischem PU-Material. Stationäre Anlagen benötigen feste Rohrleitungsinstallation aus antistatischem Material und Potentialausgleich gemäß DIN EN 61340-5-1 mit Erdungswiderstand unter 1 MΩ. Der Mindestabstand zur Lötquelle beträgt 100-300 mm je nach Geräteleistung, bei Tischgeräten ist eine vibrationsdämpfende Aufstellung erforderlich. Die Abluftführung erfolgt über Schlauchsysteme mit definierten Biegeradien oder direkte Raumabluft bei entsprechender Gebäudetechnik und ausreichendem Luftwechsel von mindestens 6-fach pro Stunde.
Welche Schutzart und Betriebsparameter haben industrielle Lötrauchabsaugungen?
Industrielle Lötrauchabsaugungen erreichen Schutzart IP54 für staubdichte Gehäuse mit Spritzwasserschutz und sind für kontinuierlichen Industriebetrieb ausgelegt. Die Betriebstemperatur liegt zwischen 5°C und 40°C bei relativer Luftfeuchte bis 80% nicht kondensierend, wobei die Umgebungsluft frei von korrosiven Dämpfen sein muss. Hochleistungsgeräte wie das ULT ASD 1200 arbeiten mit Unterdrücken bis 12.000 Pa bei Dauerbetriebs-Auslegung S1 nach DIN EN 60034-1. ATEX-Geräte sind für Umgebungstemperaturen bis 60°C und Temperaturklasse T3 mit maximaler Oberflächentemperatur von 200°C ausgelegt. Die elektrische Leistungsaufnahme variiert zwischen 0,18 kW für Tischgeräte und 2,5 kW für industrielle Zentralabsaugungen mit entsprechender Motorschutzklasse IP54 und Isolationsklasse F für erhöhte Betriebssicherheit.
Wie oft müssen Lötrauchabsaugungen gewartet werden und welche Prüffristen gelten?
Lötrauchabsaugungen erfordern tägliche Funktionskontrolle der Betriebsanzeigen und wöchentliche Filterdruckmessung gemäß TRGS 528 mit dokumentierter Aufzeichnung der Messwerte. Vorfilter der Klasse G4 sind alle 2-4 Wochen zu wechseln, H14-Hauptfilter je nach Belastung alle 6-12 Monate oder bei 80% Druckverlust-Anstieg gegenüber Neuzustand. Die jährliche Funktionsprüfung durch Sachkundige nach BetrSichV umfasst Volumenstrom-Messung mit kalibriertem Messgerät, Filterdichtheitsprüfung und elektrische Sicherheitsprüfung nach DIN VDE 0701-0702. Bei ATEX-Geräten ist zusätzlich alle 3 Jahre eine Explosionsschutz-Prüfung durch zugelassene Überwachungsstelle erforderlich. Die vollständig dokumentierte Wartung mit Prüfprotokollen verlängert die typische Gerätelebensdauer von 8-12 Jahren bei kontinuierlichem Industrieeinsatz und gewährleistet die Einhaltung aller sicherheitstechnischen Anforderungen.
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Lötrauchabsaugungen schützen Arbeitsplätze in der Elektronikfertigung vor gesundheitsschädlichen Flussmittel-Aerosolen, Kolophonium-Dämpfen und Feinstaubpartikeln, die beim Löten entstehen. Leistungsstarke Systeme erzielen einen Volumenstrom von 150-600 m³/h bei einem Abscheidegrad von >99,97 % für Partikel ab 0,3 µm (HEPA H13/H14 nach EN 1822). Die Aktivkohle-Kombinationsfilter halten Schadstoffkonzentrationen sicher unter den MAK-Grenzwerten gemäß TRGS 900 und DIN EN ISO 21904.
Als spezialisierter Distributor für Löt- und ESD-Technik führt esd.equipment über 823 Artikel von führenden Herstellern - darunter ULT, Alsident, OKI, Quick, JBC, Weller, Bofa und Ersa. Das Sortiment reicht von kompakten Tischgeräten für Einzelarbeitsplätze bis zu zentralen Absauganlagen für Mehrkanal-Lötlinien, alle konform zu DIN EN ISO 21904-1 sowie den Anforderungen der IEC 61340-5-1 in ESD-geschützten Bereichen (EPA).
💡 Betrieb <45 dB(A) - geräuscharme Motoren für ergonomische EPA-Arbeitsplätze
✓ Norm-konform DIN EN ISO 21904-1 - zugelassen für ESD-geschützte Bereiche (IEC 61340-5-1)
ULT vs. Weller vs. Bofa vs. JBC - Technischer Vergleich Lötrauchabsaugungen
Kriterium
ULT
Weller
Bofa
JBC
Volumenstrom max.
bis 600 m³/h
bis 230 m³/h
bis 3.600 m³/h
bis 300 m³/h
Filterstufen
3 (Vor + HEPA H14 + AK)
3 (Vor + HEPA + AK)
3-4, intelligentes Management
3 (Vor + HEPA + AK)
Geräuschpegel
<48 dB(A)
<45 dB(A)
ca. 55 dB(A)
<40 dB(A)
Norm-Konformität
DIN EN ISO 21904-1, TRGS 900
DIN EN ISO 21904-1
DIN EN ISO 21904-1, CE
DIN EN ISO 21904-1
Lötstation-Integration
Markenunabhängig
WX/WT-Stationen
Markenunabhängig
JBC-Stationen
Einsatzbereich
Einzelplatz bis Lötlinie
Einzelarbeitsplatz
Zentralabsaugung, Industrie
Einzelarbeitsplatz
Filterwechselanzeige
Automatisch, druckdifferenzbasiert
Zeitbasiert / manuell
Automatisch, intelligent
LED-Anzeige
ESD-Eignung (EPA)
Ja, IEC 61340-5-1 konform
Ja
Ja
Ja
Typische Einsatzbereiche:
Elektronikfertigung und SMT-Bestückung (IPC-A-610, DIN EN ISO 21904-1), Halbleiter- und Wafer-Produktion (SEMI S2), Medizintechnik-Fertigung (ISO 13485), Automotive-Lötlinien (IATF 16949, VDA 6.3), Luft- und Raumfahrt Baugruppen (AS9100), Reparatur- und Rework-Arbeitsplätze in ESD-geschützten Bereichen (IEC 61340-5-1), Forschung und Entwicklung (Laborumgebungen nach TRGS 900)