Zurück

LiFePO4 oder Blei-Akku - was rechnet sich im Speicher?

LiFePO4 kostet in der Anschaffung mehr als ein Blei-Vlies-Akku, liefert aber über die Lebensdauer oft die niedrigeren Kosten pro entnommener Kilowattstunde. Dieser Ratgeber vergleicht Zyklenzahl, nutzbare Entladetiefe, Wirkungsgrad und Wartung und zeigt, wann sich der Aufpreis rechnet.

3000-6000
Zyklen LiFePO4 bei 80 % DoD
80-90 %
nutzbare Entladetiefe
95-98 %
Lade-Entlade-Wirkungsgrad
500-800
Zyklen Blei-Vlies (AGM)
Inhalt
  1. Technik im Vergleich
  2. Kosten pro Zyklus
  3. Auswahl und Praxis
  4. Häufige Fragen

Worin unterscheiden sich LiFePO4 und Blei-Vlies?

LiFePO4 (Lithium-Eisenphosphat, LFP) und Blei-Vlies (AGM, ein Bleiakku mit im Glasvlies gebundenem Elektrolyt) speichern beide Gleichstrom, verhalten sich im Betrieb aber sehr unterschiedlich. Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit sind Zyklenzahl, nutzbare Entladetiefe und Wirkungsgrad.

Ein AGM-Akku sollte für lange Lebensdauer nur etwa zur Hälfte entladen werden, ein LiFePO4-Akku verträgt 80 bis 90 % Entladetiefe ohne nennenswerten Schaden. Aus 100 Ah Nennkapazität werden so bei Blei rund 50 Ah, bei LFP rund 85 Ah nutzbar.

Wer nur die aufgedruckte Nennkapazität vergleicht, vergleicht falsch. Massgeblich ist die nutzbare Kapazität pro Zyklus - und dort holt LiFePO4 einen grossen Teil des Preisunterschieds bereits auf.
Stromversorgung & Batterien

Speicher, Ladegeräte und Zubehör für stationäre Anwendungen.

Zum Sortiment

Warum sind die Kosten pro Zyklus bei LiFePO4 niedriger?

Die ehrliche Kennzahl ist nicht der Kaufpreis, sondern der Preis pro entnommener Kilowattstunde über die gesamte Lebensdauer. Er ergibt sich aus Anschaffungspreis geteilt durch die insgesamt nutzbare Energie, also Zyklen mal nutzbarer Kapazität.

Rechenbeispiel: Ein LFP-Speicher kostet in der Anschaffung etwa das Zwei- bis Dreifache eines gleich grossen AGM-Speichers. Weil er aber rund fünf- bis achtmal so viele Zyklen bei fast doppelter Entladetiefe liefert, sinken die Kosten pro entnommener Kilowattstunde meist auf ein Drittel bis ein Viertel.

  • Mehr Zyklen: LiFePO4 erreicht 3000 bis 6000 Vollzyklen statt 500 bis 800.
  • Mehr nutzbare Energie je Zyklus dank 80‑90 % statt 50 % Entladetiefe.
  • Weniger Ladeverluste: 95‑98 % Wirkungsgrad senken die Stromkosten je gespeicherter kWh.
  • Kein Kapazitätsverlust durch teilgeladene Standzeiten - AGM sulfatiert dabei.

Wann lohnt sich der Aufpreis, wann nicht?

Je mehr ein Speicher zyklisiert wird, desto klarer gewinnt LiFePO4. Bei täglicher Nutzung, etwa im Solarspeicher oder in der unterbrechungsfreien Versorgung mit häufigen Zyklen, amortisiert sich der Aufpreis oft in zwei bis vier Jahren.

Für reine Notstrom-Puffer, die jahrelang nur geladen stehen und selten entladen werden, kann ein Blei-Vlies-Akku wegen des niedrigen Anschaffungspreises weiterhin sinnvoll sein.
  • Ein LiFePO4-Speicher braucht ein passendes Ladegerät oder BMS mit korrekter Ladeschlussspannung (etwa 3,65 V pro Zelle).
  • LiFePO4 arbeitet zuverlässig, sollte aber unter 0 °C nicht geladen werden - ein gutes BMS sperrt das.
  • Blei-Vlies verlangt Vollladung nach jeder Entnahme, sonst droht Sulfatierung und Kapazitätsverlust.
  • LiFePO4 wiegt bei gleicher nutzbarer Energie nur etwa ein Drittel - relevant für Wand- und Regalmontage.
Ladegeräte & BMS

Passende Ladetechnik für LiFePO4 und Blei-Vlies richtig auswählen.

Zum Ratgeber

Häufige Fragen

Ist LiFePO4 wirklich günstiger als Blei, obwohl es mehr kostet?

In der Anschaffung nicht, über die Lebensdauer meist ja. Durch fünf- bis achtmal mehr Zyklen und fast doppelte nutzbare Entladetiefe sinken die Kosten pro entnommener Kilowattstunde deutlich unter die eines Blei-Vlies-Akkus.

Wie viele Zyklen hält ein LiFePO4-Speicher?

Typisch 3000 bis 6000 Vollzyklen bei 80 % Entladetiefe, bis die Restkapazität auf 80 % fällt. Ein Blei-Vlies-Akku erreicht unter gleichen Bedingungen meist nur 500 bis 800 Zyklen.

Kann ich ein Blei-Ladegerät für LiFePO4 nutzen?

Nur bedingt. LiFePO4 braucht eine angepasste Ladekennlinie ohne dauerhafte Erhaltungsladung und mit korrekter Ladeschlussspannung. Am sichersten ist ein LFP-taugliches Ladegerät oder ein integriertes BMS.

Verträgt LiFePO4 tiefe Temperaturen?

Entladen ist auch bei Kälte möglich, Laden unter 0 °C schädigt die Zellen jedoch. Ein gutes Batteriemanagementsystem sperrt das Laden bei zu niedriger Temperatur automatisch.

LiFePO4 oder Blei-Vlies für Ihren Speicher?

Wir liefern stationäre LiFePO4- und Blei-Vlies-Speicher inklusive passender Ladetechnik - und rechnen die Kosten pro Zyklus für Ihre Anwendung durch.

Lange Lebensdauer

LiFePO4 mit 3000 bis 6000 Zyklen für jahrelangen Betrieb.

Ehrlich gerechnet

Kosten pro nutzbarer kWh statt reiner Nennkapazität.

Passende Ladetechnik

BMS und Ladegeräte auf die Chemie abgestimmt.

Fachberatung

Spezialisten dimensionieren Ihren Speicher richtig.

Weitere Ratgeber