Infrarot-Pyrometer wählen - worauf kommt es an?
Ein berührungsloses Infrarot-Pyrometer misst die Wärmestrahlung eines Objekts und rechnet sie in eine Temperatur um. Dieser Ratgeber zeigt, wie Emissionsgrad, Messfleckverhältnis und Spektralbereich zusammenspielen und wie Sie das passende Gerät auswählen.
Infrarot-Pyrometer ansehenWarum ist der Emissionsgrad entscheidend?
Der Emissionsgrad ε beschreibt, wie gut eine Oberfläche Wärmestrahlung abgibt - ein Wert zwischen 0 und 1. Ein Pyrometer misst die abgestrahlte Energie, muss aber den Emissionsgrad kennen, um daraus die korrekte Temperatur zu berechnen. Ist der eingestellte Wert falsch, weicht die Anzeige deutlich ab.
Matte, dunkle Oberflächen wie lackiertes Metall, Gummi oder Kunststoff haben einen hohen Emissionsgrad um 0,90 bis 0,95. Blanke, glänzende Metalle wie Aluminium oder Edelstahl liegen dagegen oft unter 0,20 und reflektieren Fremdstrahlung - hier sind Messungen ohne Korrektur unzuverlässig.
- Menschliche Haut, Wasser, Holz: ε etwa 0,95.
- Lack, Kunststoff, Keramik, Gummi: ε etwa 0,90 bis 0,95.
- Oxidiertes Metall: ε etwa 0,60 bis 0,85.
- Blankes Aluminium, poliertes Metall: ε unter 0,20 - kritisch.
Was bedeutet das Messfleckverhältnis (D:S)?
Das Distanz-Messfleck-Verhältnis (D:S, englisch D:S ratio) gibt an, wie gross der gemessene Kreis auf dem Objekt bei einer bestimmten Entfernung ist. Bei 50:1 misst das Gerät aus 500 mm Abstand einen Fleck von 10 mm Durchmesser. Je grösser die erste Zahl, desto kleiner das Zielobjekt aus der Ferne.
Wichtig: Das Messobjekt muss den Messfleck vollständig ausfüllen. Ist der Fleck grösser als das Ziel, fliesst der kühlere oder wärmere Hintergrund mit in die Messung ein und verfälscht das Ergebnis. Für kleine Bauteile oder grosse Distanzen brauchen Sie deshalb ein hohes D:S-Verhältnis.
Welcher Spektralbereich passt zum Material?
Der Spektralbereich ist der Wellenlängenbereich, in dem der Sensor die Infrarotstrahlung erfasst. Standardgeräte arbeiten im langwelligen Bereich von 8 bis 14 µm und decken die meisten Alltagsanwendungen von -50 bis etwa 1000 °C ab. Für Sonderfälle gibt es Geräte mit anderen Wellenlängen.
- 8‑14 µm: universeller Standard für nichtmetallische Oberflächen und moderate Temperaturen.
- 1,6 / 2,2 / 3,9 µm (kurzwellig): für heisse Metalle, Glas und Flammen bei hohen Temperaturen.
- 5,0 µm: speziell für Glasoberflächen.
- 3,43 µm: abgestimmt auf dünne Kunststofffolien wie Polyethylen.
Bei glänzenden Metallen bringt ein kurzwelliges Gerät entscheidende Vorteile: In diesem Bereich ist der Emissionsgrad höher und stabiler, sodass der Fehler durch Reflexion sinkt. Für Glas oder Kunststofffolien verhindert die passende Wellenlänge, dass das Pyrometer durch das Material hindurchmisst.
Häufige Fragen
Kann ich glänzendes Aluminium mit einem Standardgerät messen?
Nur eingeschränkt, weil der niedrige Emissionsgrad unter 0,20 zu grossen Fehlern führt. Kleben Sie mattes Klebeband auf oder nutzen Sie ein kurzwelliges Pyrometer, das für Metalle geeignet ist.
Wie weit darf ich vom Objekt entfernt sein?
Das hängt vom D:S-Verhältnis ab. Bei 50:1 und einem 20 mm grossen Objekt sind maximal etwa 1 m möglich, bevor der Messfleck grösser wird als das Ziel.
Muss ich den Emissionsgrad immer einstellen?
Für präzise Werte ja. Viele Geräte stehen fest auf 0,95, was für matte Oberflächen passt. Bei Metallen oder Glas sollten Sie den Wert korrigieren oder eine Referenzfläche verwenden.
Was ist der Unterschied zwischen Pyrometer und Wärmebildkamera?
Ein Pyrometer misst einen einzelnen Punkt als Temperaturwert, eine Wärmebildkamera liefert ein flächiges Bild vieler Messpunkte. Für Einzelmessungen ist das Pyrometer schneller und günstiger.
Das passende Infrarot-Pyrometer finden?
Wir führen berührungslose Pyrometer mit unterschiedlichem D:S-Verhältnis, einstellbarem Emissionsgrad und Spektralbereichen für Metall, Glas und Kunststoff.
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Von -50 bis über 1000 °C je nach Modell.
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