Schaltnetzteil oder Linearnetzteil - was ist besser?
Schaltnetzteil oder Linearnetzteil - die Wahl hängt von Restwelligkeit, Störarmut, Wirkungsgrad und Baugröße ab. Dieser Ratgeber vergleicht beide Konzepte anhand konkreter Zahlen und zeigt, für welche Anwendung welches Netzteil die bessere Wahl ist.
Netzteile ansehenWie funktionieren Schalt- und Linearnetzteil?
Ein Linearnetzteil transformiert die Netzspannung mit einem 50-Hz-Trafo herunter, gleichrichtet sie und regelt die Ausgangsspannung über einen Längsregler, der die überschüssige Leistung als Wärme abgibt. Ein Schaltnetzteil (SNT) gleichrichtet zuerst und zerhackt die Spannung mit 20 bis 100 kHz, sodass ein kleiner Hochfrequenztrafo genügt.
Aus dieser Bauweise folgen die entscheidenden Unterschiede: Das Linearnetzteil ist schwer und ineffizient, liefert aber eine extrem saubere Spannung. Das Schaltnetzteil ist leicht, kompakt und hocheffizient, erzeugt jedoch prinzipbedingt hochfrequente Störungen.
Restwelligkeit, Störarmut, Wirkungsgrad, Baugröße
Die vier Kriterien Restwelligkeit, Störarmut, Wirkungsgrad und Baugröße entscheiden die Wahl. Das Linearnetzteil gewinnt bei Signalreinheit, das Schaltnetzteil bei Effizienz und Kompaktheit.
- Restwelligkeit: Linearnetzteile liegen unter 1 mV, ideal für empfindliche Analog- und Messtechnik.
- Störarmut: Schaltnetzteile geben Störungen bei der Schaltfrequenz und deren Vielfachen ab und brauchen EMV-Filter.
- Wirkungsgrad: Das SNT setzt 80 bis 95 % um, das Linearnetzteil verheizt 40 bis 70 % als Wärme.
- Baugröße: Bei 200 W wiegt ein Linearnetzteil mehrere Kilogramm, ein SNT nur wenige hundert Gramm.
Welches Netzteil für welche Anwendung?
Die Anwendung entscheidet. Für rauscharme Audio-, HF- und Messtechnik ist das Linearnetzteil erste Wahl, für Digital-, Antriebs- und Leistungselektronik das Schaltnetzteil.
Häufige Fragen
Was ist besser: Schaltnetzteil oder Linearnetzteil?
Es gibt kein pauschal besseres Konzept. Das Schaltnetzteil punktet mit Wirkungsgrad und Kompaktheit, das Linearnetzteil mit sehr geringer Restwelligkeit und Störarmut. Die Anwendung entscheidet.
Warum haben Schaltnetzteile mehr Restwelligkeit?
Sie zerhacken die Spannung mit 20 bis 100 kHz. Dabei entstehen Schaltspitzen und ein hochfrequenter Ripple von typisch 10 bis 100 mV, den Filter nur teilweise glätten.
Wann lohnt sich ein Linearnetzteil trotz schlechtem Wirkungsgrad?
Immer wenn Signalreinheit zählt: in der Präzisionsmesstechnik, bei Sensoren, in Audio-Vorstufen und HF-Schaltungen. Dort wiegt der saubere Ausgang den Verlust auf.
Kann man beide Prinzipien kombinieren?
Ja. Hybride Labornetzgeräte nutzen einen Schaltregler zur Vorwandlung und einen Linearregler zur Feinregelung. So erreichen sie hohen Wirkungsgrad bei niedriger Restwelligkeit.
Das passende Netzteil finden?
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