Welche Barcode-Symbologie passt zu meinen Daten?
Code 128, EAN, GS1-128 und DataMatrix lösen unterschiedliche Aufgaben. Dieser Ratgeber zeigt, welche Symbologie zu Ihrem Dateninhalt, Ihrer Bauteilgröße und Ihrem Branchenstandard passt und wie Sie Fehler bei Modulbreite und Kontrast vermeiden.
Etiketten ansehen1D oder 2D - was ist der Unterschied?
Barcodes teilen sich in lineare 1D-Codes und flächige 2D-Codes. Ein 1D-Code wie Code 128 oder EAN kodiert Zeichen in einer Folge unterschiedlich breiter Striche und Lücken. Ein 2D-Code wie DataMatrix verteilt die Information über eine Matrix aus Modulen und speichert auf kleinster Fläche deutlich mehr Zeichen.
Die Wahl hängt von drei Fragen ab: Wie viele Zeichen sollen kodiert werden, wie viel Platz steht auf dem Bauteil zur Verfügung und welcher Branchenstandard gilt? Für den Handel ist EAN Pflicht, in der Elektronikfertigung dominiert DataMatrix, in Logistik und Intralogistik meist Code 128 und GS1‑128.
Welche Symbologie für welchen Zweck?
Entscheidend ist der Dateninhalt. EAN-13 kodiert genau 13 Ziffern für den Point of Sale. Code 128 stellt den vollen ASCII-Zeichensatz variabler Länge dar. GS1‑128 ergänzt Code 128 um standardisierte Anwendungsbezeichner (AI), etwa für Charge, Verfalldatum oder SSCC. DataMatrix speichert bis zu rund 2335 alphanumerische Zeichen auf minimaler Fläche.
- Nur Ziffern und Handelsverkauf: EAN-13 oder EAN-8.
- Variable Zeichen ohne Branchenzwang: Code 128, kompakt und robust.
- Strukturierte Logistikdaten (Charge, MHD, SSCC): GS1‑128 mit Anwendungsbezeichnern.
- Sehr wenig Platz oder Direktmarkierung (DPM): DataMatrix mit Fehlerkorrektur.
- Marketing- und Verbraucherlinks: QR-Code als 2D-Alternative.
Wie beeinflusst die Bauteilgröße die Wahl?
Die Modulbreite X ist das kleinste Element eines Codes und bestimmt den Platzbedarf. Für ein EAN-13 im Handel gilt eine Nennbreite mit X von 0,330 mm, verkleinert bis rund 80 Prozent. Ein linearer Code braucht zusätzlich Ruhezonen von mindestens dem Zehnfachen der Modulbreite links und rechts.
Auf kleinen Bauteilen wie Leiterplatten, Steckern oder Ampullen fehlt dieser Platz. Hier spielt DataMatrix seine Stärke aus: Ein Code mit 12 x 12 Modulen fasst bereits mehrstellige Seriennummern auf wenigen Quadratmillimetern und benötigt nur eine schmale Ruhezone von einem Modul rundum.
Wie sichern Sie die Lesbarkeit ab?
Die Druckqualität entscheidet über die Erstlesequote. Lineare Codes werden nach ISO/IEC 15416 bewertet, 2D-Codes nach ISO/IEC 15415, jeweils mit den Noten A bis F beziehungsweise 4,0 bis 0,0. Bewertet werden unter anderem Kontrast, Modulation, Dekodierbarkeit und feste Musterschäden.
- Kontrast: dunkle Balken auf hellem Grund, kein Rot als Balkenfarbe (Scanner arbeiten oft mit rotem Licht).
- Ruhezonen einhalten - fehlende Randabstände sind die häufigste Fehlerursache.
- Thermotransferdruck für dauerhafte, wischfeste Etiketten wählen.
- Modulbreite und Auflösung des Druckers (203 oder 300 dpi) aufeinander abstimmen.
- Verifizierung mit einem Barcode-Prüfgerät stichprobenartig dokumentieren.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Code 128 und GS1-128?
GS1‑128 basiert technisch auf Code 128, nutzt aber das FNC1-Zeichen und standardisierte Anwendungsbezeichner (AI). Damit lassen sich Charge, Verfalldatum oder SSCC eindeutig strukturiert kodieren.
Wann sollte ich DataMatrix statt eines 1D-Codes nehmen?
Wenn wenig Platz zur Verfügung steht, viele Zeichen kodiert werden müssen oder direkt auf ein Bauteil markiert wird. DataMatrix hat eine hohe Datendichte und eine Fehlerkorrektur.
Warum wird von roten Barcodes abgeraten?
Viele Scanner lesen mit rotem Licht. Rote Balken erscheinen dann hell und werden nicht erkannt. Dunkle Balken auf hellem Grund liefern den nötigen Kontrast.
Wie klein darf ein Barcode werden?
Das hängt von der Modulbreite X und der Scannerauflösung ab. Als Anhaltspunkt gilt für EAN eine Verkleinerung bis etwa 80 Prozent der Nennbreite, bei DataMatrix sind wenige Quadratmillimeter möglich.
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