Crimpzange richtig wählen - worauf kommt es an?
Die Crimpzange verbindet Leiter und Kontakt durch kontrollierte Kaltverformung zu einer gasdichten Presse. Dieser Ratgeber erklärt Ratschenfunktion, Wechseleinsätze, die gasdichte Verbindung nach DIN EN 60352-2 sowie die Auswahl nach Kontakttyp und Querschnitt.
Crimpzangen ansehenWie funktioniert eine Crimpzange?
Beim Crimpen presst die Zange den Kontakt kalt um den blanken Leiter, bis Litze und Hülse zu einer festen, dauerhaften Einheit verformt sind. Es fliesst kein Lot und keine Wärme - die mechanische Pressung erzeugt Halt und elektrischen Kontakt zugleich.
Eine Ratschenfunktion (Zwangssperre) sorgt dafür, dass sich die Zange erst nach dem vollständigen Pressweg wieder öffnet. So wird jede Verbindung mit derselben Kraft und Verformung ausgeführt, unabhängig von der Handkraft des Anwenders. Das ist die Grundlage reproduzierbarer Qualität.
Was bedeutet eine gasdichte Verbindung?
Eine korrekt ausgeführte Crimpung ist gasdicht: Der Druck verschweisst die metallischen Oberflächen von Leiter und Kontakt so eng, dass keine Luft und keine Feuchtigkeit an die Kontaktstelle gelangen. Dadurch kann sich dort kein Oxid bilden, das den Übergangswiderstand über Jahre erhöhen würde.
Die Anforderungen an solche Verbindungen sind in DIN EN 60352‑2 geregelt (lötfreie Crimpverbindungen). Entscheidend sind die richtige Kombination aus Kontakt, Querschnitt und Crimpprofil sowie ein passendes Werkzeug, das die genormte Crimphöhe zuverlässig erreicht.
Welche Zange passt zu welchem Kontakt?
Die Auswahl richtet sich nach dem Kontakttyp und dem Leiterquerschnitt. Aderendhülsen, isolierte Kabelschuhe, unisolierte Steckkontakte und gedrehte Rundkontakte verlangen jeweils ein anderes Crimpprofil - Trapez, Vierdorn (Vierkant), Sechskant oder Rollcrimp.
- Aderendhülsen: Vierkant- oder Sechskant-Profil, typisch 0,08 bis 16 mm² für feindrähtige Litzen.
- Isolierte Kabelschuhe: farbcodiert (rot 0,5‑1,5 mm², blau 1,5‑2,5 mm², gelb 4‑6 mm²), mit Isolationscrimp.
- Unisolierte Kontakte und Rundstecker: Trapez- oder Vierdornprofil, oft mit Positionierhilfe (Locator).
- Koaxial- und Modularstecker: eigene Spezialzangen mit passendem Sechskant-Nest.
- Immer Kontakthersteller und Zangenprofil aufeinander abstimmen.
Wechseleinsätze machen eine Zange vielseitig: Der Grundkörper mit Ratsche bleibt, das Crimpnest wird je nach Aufgabe getauscht. Das lohnt sich, wenn unterschiedliche Kontaktarten vorkommen. Für nur eine Hülsengrösse ist dagegen eine feste Zange oft schneller und günstiger.
Häufige Fragen
Was bringt die Ratschenfunktion?
Die Ratsche sperrt die Zange bis zum vollständigen Pressweg und gibt sie erst danach frei. Dadurch wird jede Crimpung mit der gleichen Kraft ausgeführt und die Verbindung ist reproduzierbar - unabhängig von der Handkraft.
Wann sind Wechseleinsätze sinnvoll?
Immer dann, wenn verschiedene Kontakttypen oder Querschnitte verarbeitet werden. Der Ratschenkörper bleibt, nur das Crimpnest wird getauscht. Für eine einzige Hülsengrösse reicht meist eine feste Zange.
Woran erkenne ich eine gasdichte Crimpung?
An einer gleichmässigen Verformung ohne angeschnittene Einzeldrähte und an einem Auszugswiderstand, der die Werte der DIN EN 60352‑2 erreicht. Die Kaltverschweissung verhindert Oxidbildung und hält den Übergangswiderstand langfristig niedrig.
Kann eine Zange alle Querschnitte crimpen?
Nein. Jedes Crimpnest deckt einen begrenzten Querschnittsbereich ab. Zu grosse Leiter werden nicht ausreichend verpresst, zu kleine überpresst. Wählen Sie Nest und Querschnitt immer passend zueinander.
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Wir liefern Ratschen-Crimpzangen mit Wechseleinsätzen für Aderendhülsen, Kabelschuhe und Steckkontakte - für gasdichte Verbindungen nach DIN EN 60352-2.
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Werkzeuge für gasdichte Crimpungen nach DIN EN 60352-2.
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