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DIN 46228

Aderendhülsen und Crimpzange richtig auswählen?

Aderendhülsen schützen feindrähtige Litzen vor Aufspleissen und sichern einen gasdichten Kontakt in der Klemme. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Hülse und Crimpzange nach Querschnitt und Norm DIN 46228 auswählen und Leiterenden fehlerfrei verpressen.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
Aderendhülsen ansehen
0,14-50 mm²
gängiger Querschnittbereich
DIN 46228
Norm Teil 1 und 4
4 Backen
Vierdorn für Rundpressung
8-12 mm
typische Abisolierlänge
Inhalt
  1. Zweck und Norm
  2. Hülse auswählen
  3. Crimpzange wählen
  4. Ergebnis prüfen
  5. Häufige Fragen

Warum überhaupt eine Aderendhülse?

Eine Aderendhülse fasst die einzelnen Drähte einer feindrähtigen Litze zu einem festen, formstabilen Ende zusammen. So lässt sich der Leiter sauber in eine Schraub- oder Federklemme führen, ohne dass einzelne Drähte abstehen und einen Kurzschluss oder eine schlechte Kontaktfläche verursachen.

Die verpresste Hülse sorgt für einen dauerhaft niedrigen Übergangswiderstand und verhindert das sogenannte Kaltfliessen des Kupfers unter dem Klemmendruck. Ohne Hülse kann sich eine Schraubklemme mit der Zeit lockern, weil sich die Litze setzt.

Blanke feindrähtige Leiter direkt unter eine Schraubklemme zu klemmen ist in vielen Anwendungen unzulässig. Die DIN 46228 regelt Masse und Ausführung von Aderendhülsen (Teil 1 ohne, Teil 4 mit Kunststoffkragen).
  • Schützt die Litze vor Aufspleissen und Einzeldrahtbruch.
  • Sichert einen gasdichten, korrosionsfesten Kontakt.
  • Verhindert Lockern der Klemme durch Setzen des Leiters.
  • Farbcode nach DIN 46228‑4 erleichtert die Querschnittzuordnung.

Welche Hülse passt zu welchem Querschnitt?

Massgeblich sind Nennquerschnitt und Länge des Hülsenschafts. Die Hülse muss den Leiterquerschnitt exakt aufnehmen: zu gross verpresst sie nicht sauber, zu klein passt die Litze nicht hinein. Isolierte Hülsen nach DIN 46228‑4 tragen einen farbigen Kunststoffkragen, dessen Farbe den Querschnitt anzeigt.

Die Schaftlänge sollte zur Klemmentiefe passen. Faustregel: Abisolierlänge = Schaftlänge plus etwa 1 mm, damit die Litze bündig bis zum Kragen sitzt und kein blankes Kupfer heraussteht.
  • Standard-Hülse: eine Ader pro Hülse für die meisten Klemmstellen.
  • Zwillingshülse (TWIN): zwei gleiche Adern gemeinsam verpressen, etwa bei durchgeschleiften Brücken.
  • Lange Ausführung für tiefe Klemmen oder Reihenklemmen im Schaltschrank.
  • Verzinnte Kupferhülse für sicheren Kontakt und Korrosionsschutz.
Schaltschrankaufbau

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Zum Ratgeber

Welche Crimpzange verpresst normgerecht?

Das Presswerkzeug entscheidet über die Qualität. Wichtig ist ein Ratschenmechanismus mit Zwangssperre: Er gibt die Zange erst frei, wenn die volle Presskraft erreicht ist, und garantiert so einen reproduzierbaren Crimp. Freihand-Zangen ohne Sperre liefern schwankende Ergebnisse.

Beim Pressprofil unterscheidet man vor allem Vierdorn (Quadrat) und Sechskant sowie die Trapezpressung. Vierkant- und Sechskant-Profile pressen rundum und eignen sich für den weiten Querschnittbereich; sie sind seitenunabhängig einführbar, was das Arbeiten beschleunigt.

Achten Sie auf den abgedeckten Querschnittbereich der Zange. Eine 0,14‑6 mm² Zange deckt die meiste Feininstallation ab, grössere Leiter ab 10 mm² brauchen eine eigene Sechskant-Zange mit stärkerer Übersetzung.
  • Ratsche mit Zwangssperre für gleichbleibende Presskraft.
  • Selbsteinstellend oder mit Positionswahl je nach Querschnitt.
  • Frontal- oder Seiteneinführung je nach Arbeitsplatz.
  • Für Serienarbeit lohnt eine automatische Abisolier-Crimp-Kombination.

Woran erkennt man einen guten Crimp?

Ein korrekter Crimp ist gleichmässig verpresst, ohne aufgeplatzten Kragen und ohne herausstehende Einzeldrähte. Die Litze muss bis zum Kunststoffkragen reichen, und am Ende darf nur ein minimaler Drahtüberstand sichtbar sein. Ein Zugtest zeigt, ob die Verbindung hält.

Sichtprüfung plus Zugprobe: Die verpresste Hülse darf sich bei moderatem Ziehen nicht von der Litze lösen. Der Kragen darf nicht eingerissen und der Schaft nicht überpresst (scharfkantig, gebrochen) sein.
  • Falscher Querschnitt: Hülse zu gross - lose Pressung, hoher Widerstand.
  • Zu kurz abisoliert - Litze erreicht den Schaft nicht vollständig.
  • Falsches Pressnest gewählt - über- oder unterpresst.
  • Verschlissene Backen - unsaubere, ungleichmässige Form.

Häufige Fragen

Muss ich feindrähtige Leiter immer mit Aderendhülsen versehen?

In den meisten Schraubklemmen ja, sofern der Hersteller es nicht ausdrücklich anders zulässt. Die Hülse verhindert Aufspleissen und Setzen der Litze und sichert einen dauerhaft niedrigen Übergangswiderstand.

Welche Crimpzange für 0,5 bis 2,5 mm²?

Eine Ratschenzange mit Vierdorn- oder Trapezprofil für den Bereich etwa 0,14 bis 6 mm² deckt diese Standardquerschnitte ab. Wichtig ist die Zwangssperre für reproduzierbare Presskraft.

Vierkant oder Sechskant pressen?

Vierdorn eignet sich seitenunabhängig für kleine bis mittlere Querschnitte bis etwa 6 mm². Sechskant liefert die höhere Presskraft für grosse Leiter ab 10 mm² bis 50 mm².

Wie weit abisolieren?

So weit, dass die Litze bündig bis zum Kunststoffkragen reicht - meist Schaftlänge plus rund 1 mm, also etwa 8 bis 12 mm je nach Hülse.

Aderendhülsen und Crimpzange gesucht?

Wir liefern isolierte und unisolierte Aderendhülsen nach DIN 46228 sowie passende Ratschen-Crimpzangen mit Zwangssperre - vom Sortimentskoffer bis zur Serienlösung.

Normgerecht

Hülsen nach DIN 46228, Farbcode nach Teil 4.

Reproduzierbar

Crimpzangen mit Zwangssperre für gleiche Presskraft.

Passendes Sortiment

Querschnitte von 0,14 bis 50 mm² ab Lager.

Fachberatung

Unser Team hilft bei Zangen- und Hülsenauswahl.

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