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IEC 61340-5-3

ESD-Verpackung: abschirmend, leitfähig oder dissipativ?

ESD-Verpackung schützt empfindliche Bauteile vor Aufladung und Entladung. Man unterscheidet dissipative, leitfähige und abschirmende Verpackungen. Entscheidend ist, ob transportiert wird: außerhalb der EPA schützt nur eine abschirmende Verpackung (Shielding-Bag).

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: ESD-Spezialisten
ESD-Verpackung ansehen
3 Arten
dissipativ, leitfähig, abschirmend
IEC 61340-5-3
Norm für ESD-Verpackung
105-1012 Ω
typischer Oberflächenwiderstand
Faraday
Abschirmung gegen Entladung von außen
Inhalt
  1. Verpackungsarten
  2. Welche wofür?
  3. Kennzeichnung
  4. Auswahl in der Praxis
  5. Häufige Fragen

Welche ESD-Verpackungsarten gibt es?

Es gibt drei Grundtypen: dissipativ (langsames, kontrolliertes Ableiten), leitfähig (schnelles Ableiten, meist schwarz) und abschirmend (Shielding-Bag mit metallisierter Schicht als Faraday-Käfig). Nur abschirmende Verpackung schützt Bauteile auch vor Entladungen von außen.

Merksatz: Innerhalb der EPA genügt dissipativ oder leitfähig. Verlässt das Bauteil die EPA, ist eine abschirmende Verpackung Pflicht.

Wann abschirmend, wann leitfähig, wann dissipativ?

Die Wahl richtet sich nach Ort und Zweck. Innerhalb der EPA reicht Ableiten; für Transport und Lagerung außerhalb schützt nur die Abschirmung.

VerpackungsartPrinzip / WiderstandEinsatz
Dissipativ (rosa)105-1011 Ω, langsames Ableiteninnerhalb der EPA
Leitfähig (schwarz)< 104 Ω, schnelles AbleitenTrays, Magazine in der EPA
Abschirmend (Shielding-Bag)metallisierte Schicht, Faraday-KäfigVersand / Lager außerhalb EPA

Was bedeuten Farbe und Kennzeichnung?

Farbe und Symbol geben die Funktion an. Rosa steht meist für dissipativ, Schwarz für leitfähig, transparent-metallisiert für abschirmend. Das ESD-Schutzsymbol (Dreieck mit Hand) markiert normkonforme Verpackung.

Rosa (dissipativ)

Beutel und Folien für Handhabung innerhalb der EPA.

Schwarz (leitfähig)

Trays, Magazine, Schaumstoff für direkten Bauteilkontakt.

Shielding-Bag

Metallisierter Beutel mit Faraday-Wirkung für den Versand.

Wie prüft und wählt man ESD-Verpackung?

Maßgeblich ist IEC 61340‑5‑3. Sie legt Anforderungen und Prüfverfahren für ESD-Verpackung fest - etwa Oberflächen- und Durchgangswiderstand sowie die Abschirmdämpfung von Shielding-Bags.

Praxis-Regel: Wählen Sie die Verpackung nach dem Weg des Bauteils. Bleibt es in der EPA, genügt dissipativ oder leitfähig. Verlässt es die EPA, gehört es in einen abschirmenden Beutel - idealerweise mit Feuchte-Indikator bei feuchteempfindlichen Bauteilen (MSD).

Häufige Fragen

Reicht ein rosa Antistatikbeutel für den Versand?

Nein. Rosa (dissipativ) verhindert nur Aufladung, schirmt aber nicht ab. Für den Versand außerhalb der EPA braucht es einen abschirmenden Shielding-Bag.

Was ist der Unterschied zwischen leitfähig und dissipativ?

Leitfähig (< 104 Ω) leitet Ladung sehr schnell ab, dissipativ (105‑1011 Ω) langsam und kontrolliert. Für direkten Bauteilkontakt wird oft dissipativ bevorzugt.

Darf ESD-Verpackung wiederverwendet werden?

Ja, solange sie unbeschädigt ist. Abschirmende Beutel mit Rissen oder gebrochener Metallschicht verlieren ihre Faraday-Wirkung und sind auszutauschen.

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