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DIN VDE 0295

Litze oder starrer Draht - welcher Leiter passt wann?

Feindrähtige Litze und starrer Massivdraht unterscheiden sich in Flexibilität, Klemmbarkeit und Strombelastbarkeit. Dieser Ratgeber vergleicht beide Leiterarten nach Biegewechselfestigkeit, Anschlusstechnik und Verlegung und zeigt, wann welcher Aufbau die richtige Wahl ist.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
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Kl. 1-6
Leiterklassen nach DIN VDE 0295
> 10.000
Biegezyklen bei feiner Litze
Kl. 5/6
flexibel für bewegte Verlegung
Kl. 1/2
starr für feste Installation
Inhalt
  1. Aufbau und Klassen
  2. Biegung und Verlegung
  3. Klemmen und Anschluss
  4. Strom und Praxis
  5. Häufige Fragen

Worin unterscheiden sich Litze und Massivdraht?

Ein Massivdraht besteht aus einem einzigen soliden Leiter, eine Litze aus vielen dünnen Einzeldrähten, die verseilt sind. Die DIN VDE 0295 (entspricht IEC 60228) teilt Leiter in die Klassen 1 bis 6 ein: Klasse 1 ist der eindrähtige Massivleiter, Klasse 2 der mehrdrähtige Standardleiter, die Klassen 5 und 6 sind fein- bis feinstdrähtige flexible Litzen.

Je höher die Klasse, desto mehr und dünner sind die Einzeldrähte und desto flexibler wird der Leiter. Ein und derselbe Querschnitt, etwa 1,5 mm², kann so als starrer Draht der Klasse 1 oder als hochflexible Litze der Klasse 6 mit hunderten Einzeldrähten geliefert werden.

Die Klassenangabe steht in der Regel in der Leitungsbezeichnung oder im Datenblatt. Kl. 1 und 2 sind starr bis mittelstarr, Kl. 5 und 6 sind die flexiblen Litzen.

Wie steht es um Biegewechselfestigkeit und Verlegung?

Bei wiederholter Bewegung ist die Litze klar überlegen. Weil sich die Belastung auf viele dünne Einzeldrähte verteilt, hält eine feinstdrähtige Litze der Klasse 6 in Schleppketten und an Robotern zehntausende bis millionenfache Biegezyklen aus, während ein Massivdraht durch Kaltverfestigung schon nach wenigen Wechseln bricht.

  • Litze (Kl. 5/6): ideal für bewegte, geschleppte und häufig umgesteckte Verbindungen.
  • Massivdraht (Kl. 1): ideal für einmalig verlegte, danach unbewegte Installationen.
  • Biegeradius beachten: flexible Litzen erlauben deutlich kleinere Radien als Massivdraht.
  • Für Schleppketten spezielle hochflexible Dauerbiege-Litzen verwenden, keine Standard-Anschlussleitung.
  • Massivdraht lässt sich formen und bleibt in Position, was bei starrer Verdrahtung ein Vorteil ist.
Faustregel: Bewegt sich die Leitung im Betrieb, gehört dort Litze hin. Bleibt sie fest verlegt, ist Massivdraht meist günstiger und mechanisch stabil genug.

Welche Klemmentechnik passt zu welchem Leiter?

Massivdraht lässt sich direkt in Schraub-, Feder- und Push-in-Klemmen stecken, weil er formstabil ist. Feindrähtige Litze braucht in vielen Klemmen dagegen eine Aderendhülse, damit sich die Einzeldrähte nicht aufspreizen, keine Litzenhaare verlorengehen und der Kontaktdruck sauber verteilt wird.

Aderendhülsen werden mit einer Crimpzange gasdicht auf die abisolierte Litze verpresst. Für den Anschluss an Push-in-Klemmen sind Hülsen mit Kunststoffkragen üblich, weil sie die Einführung führen und isolieren. Unter reine Schraubklemmen darf feindrähtige Litze nicht ohne Hülse, da die Schraube Einzeldrähte quetscht und der Kontakt sich lockert.

Aderendhülse passend zum Querschnitt wählen und mit einer Vierdorn- oder Sechskant-Crimpzange verpressen. Zu lose Crimpungen erhöhen den Übergangswiderstand und die Erwärmung.
Crimptechnik

Aderendhülsen und Kontakte normgerecht verpressen.

Zum Ratgeber

Gibt es Unterschiede bei Strom und Handhabung?

Bei gleichem Kupferquerschnitt ist die Strombelastbarkeit von Litze und Massivdraht nahezu identisch, weil sie vom Querschnitt und nicht von der Anzahl der Einzeldrähte abhängt. Der Skineffekt spielt erst bei hohen Frequenzen eine Rolle und ist bei Netz- und Steuerspannungen vernachlässigbar.

  • Löten: Massivdraht ist einfach zu verzinnen, Litze sollte vor dem Löten verdrillt und dünn vorverzinnt werden.
  • Abisolieren: Bei Litze auf saubere Klingen achten, damit keine Einzeldrähte abgeschnitten werden.
  • Platine: Für Steckkontakte auf Leiterplatten wird oft Massivdraht bevorzugt, für bewegte Zuleitungen Litze.
  • Kosten: Massivdraht ist günstiger, hochflexible Litze durch aufwendige Verseilung teurer.
Verzinnte Litzenenden gehören nicht unter Schraubklemmen: das Zinn fliesst unter Druck und die Klemmung lockert sich. Hier immer eine Aderendhülse verwenden.

Häufige Fragen

Kann ich feindrähtige Litze ohne Aderendhülse in eine Schraubklemme klemmen?

Nein, das ist nicht zulässig. Die Schraube quetscht Einzeldrähte ab, der Kontaktdruck geht verloren und die Verbindung erwärmt sich. Feindrähtige Litze gehört mit Aderendhülse in Schraubklemmen.

Hat Litze eine höhere Strombelastbarkeit als Massivdraht?

Nein, bei gleichem Querschnitt ist die Belastbarkeit praktisch gleich, da sie vom Kupferquerschnitt abhängt. Der Vorteil der Litze liegt in der Flexibilität, nicht im Strom.

Welcher Leiter eignet sich für Schleppketten?

Hochflexible, feinstdrähtige Dauerbiege-Litze der Klasse 6. Standard-Anschlussleitungen und Massivdraht brechen dort durch die dauernde Biegewechselbeanspruchung schnell.

Was bedeuten die Leiterklassen 1, 2, 5 und 6?

Sie beschreiben nach DIN VDE 0295 den Aufbau: Klasse 1 eindrähtiger Massivleiter, Klasse 2 mehrdrähtig, Klasse 5 feindrähtig flexibel und Klasse 6 feinstdrähtig hochflexibel.

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Wir liefern feindrähtige Litze, flexible Anschlussleitungen und Massivdraht samt Aderendhülsen und Crimpwerkzeug - abgestimmt auf Ihre Verlegung.

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