Materialschleuse oder Durchreiche - was ist richtig?
Die Materialschleuse trennt Rein- und Unreinbereich, ohne dass Personen den Raum betreten müssen. Dieser Ratgeber erklärt den Unterschied zwischen passiver und dynamischer Ausführung, die mechanische oder elektrische Verriegelung sowie die Kriterien für Werkstoff und Reinigbarkeit.
Materialschleusen ansehenWozu dient eine Materialschleuse?
Eine Materialschleuse - auch Durchreicheschrank oder Pass-Through genannt - schleust Bauteile, Werkzeuge und Proben in den Reinraum, ohne dass eine Tür direkt vom Unrein- in den Reinbereich führt. Das Prinzip beruht auf zwei gegenseitig verriegelten Türen: Es ist immer nur eine Seite geöffnet, sodass kein Luftkurzschluss entsteht.
Dadurch bleibt die Druckstufe zwischen den Zonen erhalten und die Reinraumklasse nach DIN EN ISO 14644‑1 wird nicht durch jeden Materialtransfer gestört. Ohne Schleuse müssten Türen geöffnet werden, was Partikel und Luftströme unkontrolliert einträgt.
Passiv oder dynamisch - welche Ausführung?
Die passive Schleuse ist ein reiner Durchreicheschrank ohne eigene Luftführung: Material wird durchgereicht, die Türen sind verriegelt, mehr nicht. Die dynamische Schleuse besitzt zusätzlich eine Filter-Ventilator-Einheit, die HEPA-gefilterte Luft (H13/H14) über das Gut leitet und lose Partikel aktiv abspült.
- Passiv: ideal für bereits verpacktes oder unkritisches Material und niedrigere Reinraumklassen.
- Dynamisch: nötig, wenn offene Bauteile transferiert werden und Partikel aktiv entfernt werden müssen.
- Die Filterstufe H14 scheidet mindestens 99,995 % der Partikel bei 0,3 µm (MPPS) ab.
- Bei toxischen oder sterilen Prozessen kann eine Ausführung mit UV oder Über-/Unterdruck sinnvoll sein.
Worauf achten bei Verriegelung und Werkstoff?
Die Verriegelung gibt es mechanisch (Bowdenzug, Bolzen) oder elektrisch (Magnetschloss mit Statusanzeige und Freigabe erst nach Ablauf einer Spülzeit). Elektrische Interlocks lassen sich mit Ampel, Not-Entriegelung und Signalkontakt in die Gebäudeleittechnik einbinden.
Beim Werkstoff dominiert Edelstahl 1.4301 (V2A) oder für aggressive Medien 1.4404 (V4A), mit geschliffener Oberfläche Ra ≤ 0,8 µm. Runde Ecken, verschweißte statt geschraubte Fugen und ein glasklares Sichtfenster erleichtern die Reinigung und Wischdesinfektion.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen passiver und dynamischer Materialschleuse?
Die passive Schleuse reicht Material nur verriegelt durch, ohne eigene Luftführung. Die dynamische Schleuse spült das Gut zusätzlich mit HEPA-gefilterter Luft (H13/H14) ab und eignet sich für höhere Reinraumklassen und offene Teile.
Warum dürfen nie beide Türen gleichzeitig offen sein?
Ein gleichzeitiges Öffnen würde einen Luftkurzschluss erzeugen, die Druckstufe zusammenbrechen lassen und Partikel in den Reinraum tragen. Das Interlock verriegelt deshalb immer eine der beiden Türen.
Welcher Werkstoff eignet sich für eine Materialschleuse?
Edelstahl 1.4301 (V2A), bei aggressiven Medien 1.4404 (V4A), mit Oberfläche Ra ≤ 0,8 µm, verrundeten Ecken und verschweißten Fugen. So bleibt die Schleuse spaltfrei reinigbar und desinfektionsfest.
Brauche ich für ISO 5 zwingend eine dynamische Schleuse?
Für kritische, offene Teile in Klasse ISO 5‑6 ist eine dynamische Schleuse mit HEPA-Filterung meist erforderlich. Verpacktes Material in niedrigeren Klassen kommt oft mit einer passiven Schleuse aus.
Materialschleuse für Ihren Reinraum gesucht?
Wir liefern passive und dynamische Materialschleusen aus Edelstahl mit mechanischer oder elektrischer Verriegelung - passend zu Ihrer Reinraumklasse.
Normkonform
Ausgelegt für Reinraumklassen nach DIN EN ISO 14644.
Sicher verriegelt
Interlock verhindert offene Türen auf beiden Seiten.
Voll reinigbar
Edelstahl Ra ≤ 0,8 µm, verrundet und spaltfrei.
Fachberatung
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