Luftpartikelzähler für den Reinraum - worauf achten?
Ein Luftpartikelzähler misst die Konzentration luftgetragener Partikel und belegt die Reinraumklasse nach ISO 14644-1. Dieser Ratgeber erklärt Klassifizierung, Partikelgrössen und Kanäle, Durchflussrate sowie die wichtigsten Auswahlkriterien für das passende Gerät.
Partikelzähler ansehenWie werden Reinraumklassen nach ISO 14644-1 bestimmt?
Die ISO 14644‑1 teilt Reinräume in die Klassen ISO 1 bis ISO 9 ein. Massgeblich ist die maximal zulässige Partikelkonzentration je Kubikmeter Luft, bezogen auf definierte Partikelgrössen. Je kleiner die ISO-Klassenzahl, desto sauberer die Luft.
Ein Luftpartikelzähler saugt ein bekanntes Luftvolumen an und zählt darin die Partikel oberhalb einer Schwellengrösse. Aus der Konzentration und der Anzahl der Messpunkte ergibt sich die belegte Klasse. Für die Klassifizierung schreibt die Norm eine Mindestanzahl von Messstellen abhängig von der Raumfläche vor.
Welche Partikelgrössen und Kanäle sind wichtig?
Ein Kanal entspricht einer Partikelgrössenschwelle, ab der gezählt wird. Gängige Kanäle liegen bei 0,3, 0,5, 1,0 und 5,0 µm; hochwertige Geräte messen ab 0,1 µm. Für die ISO-Klassifizierung ist die Grösse 0,5 µm der klassische Referenzwert.
- 0,1‑0,3 µm: nötig für hohe Klassen ISO 1 bis ISO 5 in der Halbleiterfertigung.
- 0,5 µm: Referenzgrösse der ISO 14644‑1 für die meisten Abnahmen.
- 1,0 und 5,0 µm: relevant für Pharmazie und GMP-Umgebungen (EU-GMP Anhang 1).
- Mehrkanalzähler erfassen bis zu sechs Grössen gleichzeitig und sparen Messzeit.
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Zum RatgeberWarum sind Durchflussrate und Messstrategie entscheidend?
Die Durchflussrate bestimmt, wie schnell ein Zähler ein aussagekräftiges Luftvolumen erfasst. Verbreitet sind 2,83 l/min (0,1 cfm) für Handgeräte und 28,3 l/min (1,0 cfm) für portable Klassifizierungsgeräte. Eine höhere Rate verkürzt die Messzeit je Punkt deutlich.
Für niedrige ISO-Klassen mit sehr wenigen erlaubten Partikeln ist ein grosses Probevolumen nötig, damit die Zählstatistik belastbar bleibt. Bei ISO 5 und darunter ist 28,3 l/min daher praktisch Pflicht, sonst dauert ein einzelner Messpunkt unnötig lange.
Häufige Fragen
Welche Partikelgrösse ist für die ISO-Klassifizierung massgeblich?
Für die meisten Abnahmen nach ISO 14644‑1 ist die Schwelle 0,5 µm der Referenzwert. Für sehr hohe Klassen bis ISO 5 werden zusätzlich kleinere Grössen wie 0,1 oder 0,3 µm herangezogen.
Welche Durchflussrate sollte mein Partikelzähler haben?
Für ISO 5 bis ISO 7 empfiehlt sich 28,3 l/min (1 cfm), weil das grosse Probevolumen die Messzeit verkürzt und die Zählstatistik verbessert. Für einfache Überwachungen genügt oft 2,83 l/min.
Wie oft muss ein Luftpartikelzähler kalibriert werden?
Üblich ist eine jährliche Kalibrierung nach ISO 21501‑4 durch ein akkreditiertes Labor. Nur mit rückführbarem Zertifikat sind die Messwerte für eine Reinraumabnahme gültig.
Wie viele Messpunkte brauche ich im Reinraum?
Die ISO 14644‑1 gibt die Mindestanzahl Messstellen abhängig von der Raumfläche vor. Bei grösseren Flächen steigt die Zahl der Punkte, damit die Klassifizierung repräsentativ ist.
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