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DAQ-System auswählen - Kanäle, Abtastrate, Sensortyp?

Ein DAQ-System (Data Acquisition) wandelt analoge Sensorsignale in digitale Messwerte. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie nach Kanalzahl, Abtastrate und Sensortyp auswählen und wie Sie schwache Signale verstärkt und störarm bis zum ADC führen.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
DAQ-Systeme ansehen
≥ 2x
Abtastrate nach Nyquist
16-24 Bit
typische ADC-Auflösung
±10 V
üblicher Eingangsbereich
Typ K/J/T
Thermoelement-Kennlinien
Inhalt
  1. Kanäle und Abtastrate
  2. Auflösung und Bereich
  3. Sensortypen und Signalkette
  4. Störarme Signalführung
  5. Häufige Fragen

Wie viele Kanäle und welche Abtastrate braucht ein DAQ-System?

Die Auswahl beginnt mit der Zahl der Messstellen und der Dynamik des Signals. Die Kanalzahl richtet sich nach der Menge gleichzeitig zu erfassender Sensoren, die Abtastrate nach der höchsten Frequenz, die Sie noch korrekt abbilden wollen.

Nach dem Abtasttheorem von Nyquist-Shannon muss die Abtastrate mindestens das Doppelte der höchsten Signalfrequenz betragen. In der Praxis wählt man das 5- bis 10-fache, damit Kurvenform und Amplitude sauber rekonstruiert werden und ein Anti-Aliasing-Filter genug Reserve hat.

Achten Sie auf den Unterschied zwischen gemultiplextem und simultanem Sampling: Ein Multiplexer teilt einen ADC auf viele Kanäle auf, bei simultanen Systemen hat jeder Kanal einen eigenen ADC und alle Werte tragen denselben Zeitstempel.
  • Langsame Prozessgrössen (Temperatur, Druck): 1 bis 100 Werte pro Sekunde genügen.
  • Schwingungs- und Akustikmessung: mehrere kHz bis über 50 kHz je Kanal.
  • Simultanes Sampling für Phasenbezug zwischen Kanälen, etwa bei Ordnungsanalyse.
  • Reserve einplanen: lieber ein paar freie Kanäle als spätere Nachrüstung.

Welche Auflösung und welcher Eingangsbereich passen zum Signal?

Die ADC-Auflösung bestimmt die kleinste unterscheidbare Spannungsstufe. 16 Bit teilen einen Bereich von ±10 V in rund 65.000 Stufen, das entspricht etwa 0,3 mV pro Stufe. Für sehr kleine Signale sind 24-Bit-Wandler mit Delta-Sigma-Technik üblich.

Passen Sie den Eingangsbereich an die Signalamplitude an. Ein zu grosser Bereich verschenkt Auflösung, ein zu kleiner übersteuert und schneidet Spitzen ab. Nutzen Sie den messbaren Bereich zu etwa 70 bis 90 Prozent aus.

Nicht nur die Bit-Zahl zählt: Kennwerte wie ENOB (effektive Bits) und SNR sagen mehr über die real nutzbare Auflösung aus als die reine Wandlerbreite.

Wie werden verschiedene Sensortypen angeschlossen und verstärkt?

Der Sensortyp entscheidet über die nötige Signalkonditionierung. Thermoelemente liefern nur Millivolt und brauchen eine Kaltstellenkompensation, Pt100-Widerstandsfühler eine Konstantstromquelle in Drei- oder Vierleiterschaltung, Dehnungsmessstreifen eine Brückenspeisung und Verstärkung.

Ein Instrumentenverstärker hebt kleine Differenzsignale an und unterdrückt Gleichtaktstörungen. Erst danach folgt der Anti-Aliasing-Tiefpass und der ADC. Diese Reihenfolge - verstärken, filtern, digitalisieren - hält das Nutzsignal weit über dem Rauschen.

Temperaturmessung

Thermoelemente, Pt100 und Messumformer normgerecht auswählen.

Zum Ratgeber

Wie digitalisieren Sie Messsignale störarm?

Rauschen entsteht meist auf dem Weg vom Sensor zum Wandler. Kurze, geschirmte und verdrillte Leitungen, ein einziger definierter Erdungspunkt und die Trennung von Signal- und Leistungsleitungen sind die wirksamsten Massnahmen gegen Störeinkopplung.

  • Differenzielle Eingänge statt Single-Ended, um Gleichtaktstörungen zu unterdrücken.
  • Schirm nur einseitig auflegen, damit keine Erdschleife (Brummschleife) entsteht.
  • Analogteil galvanisch trennen, um 50-Hz-Netzeinstreuung fernzuhalten.
  • Anti-Aliasing-Filter vor dem ADC gegen Rückfaltung hoher Frequenzen.
  • Abtastraten als Vielfaches von 50 Hz wählen, um Netzbrummen wegzumitteln.
Rechnen Sie das Rauschbudget durch: Liegt die Auflösung eines 24-Bit-Wandlers bei wenigen µV, ist eine sorgfältige Masseführung entscheidend, sonst verschwindet der Vorteil im Grundrauschen der Verkabelung.

Häufige Fragen

Wie hoch muss die Abtastrate mindestens sein?

Nach dem Nyquist-Theorem mindestens doppelt so hoch wie die höchste Signalfrequenz. Für eine saubere Rekonstruktion von Kurvenform und Amplitude ist in der Praxis das 5- bis 10-fache empfehlenswert.

Was ist der Unterschied zwischen simultanem und gemultiplextem Sampling?

Beim Multiplexen teilt sich ein ADC nacheinander mehrere Kanäle, wodurch ein kleiner Zeitversatz entsteht. Simultanes Sampling gibt jedem Kanal einen eigenen ADC, sodass alle Werte exakt gleichzeitig erfasst werden - wichtig für den Phasenbezug.

Reichen 16 Bit oder brauche ich 24 Bit?

16 Bit genügen für die meisten Spannungsmessungen im ±10-V-Bereich. Für sehr kleine Signale wie von Dehnungsmessstreifen oder Thermoelementen bringen 24-Bit-Delta-Sigma-Wandler deutlich mehr nutzbare Auflösung.

Warum brauche ich eine Kaltstellenkompensation?

Ein Thermoelement misst nur die Temperaturdifferenz zwischen Messstelle und Anschlussklemme. Die Kaltstellenkompensation erfasst die Klemmentemperatur und korrigiert den Messwert auf die absolute Temperatur.

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Hohe Auflösung

16- bis 24-Bit-Wandler für kleinste Signale.

Störarm

Differenziell, geschirmt und galvanisch getrennt.

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