Zurück
OIML R111

Prüfgewicht-Klasse nach OIML richtig wählen: E2, F1, F2 oder M1?

OIML R111 legt die Genauigkeitsklassen E2, F1, F2 und M1 fest - von hoch bis gering genau. Das Prüfgewicht muss enger toleriert sein als die geprüfte Waage. Faustregel: die Gewichtstoleranz sollte höchstens ein Drittel der Ablesbarkeit betragen. Handhabung immer mit Handschuhen oder Pinzette.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Messtechnik-Spezialisten
Prüfgewichte ansehen
4 Klassen
E2, F1, F2, M1 nach OIML R111
1/3-Regel
Toleranz kleiner ein Drittel der Ablesbarkeit
E2 / F1
nur mit Handschuh oder Pinzette anfassen
E2
Referenz für Analysenwaagen
Inhalt
  1. Die Klassen
  2. Klasse zur Waage
  3. Handhabung
  4. Häufige Fragen

Welche Klassen definiert OIML R111?

OIML R111 ist die internationale Norm für Prüfgewichte. Sie definiert die Genauigkeitsklassen E2, F1, F2 und M1 - von der engsten zur weitesten Toleranz. Je höher die Klasse, desto kleiner die zulässige Abweichung des Gewichts von seinem Nennwert.

KlasseTypischer EinsatzRelative Genauigkeit
E2Analysenwaagen, Referenzgewichtesehr hoch
F1Präzisionswaagen, Laborhoch
F2Präzisions- und Feinwaagenmittel
M1Industrie- und Handelswaagengering
Reihenfolge: E2 ist genauer als F1, F1 genauer als F2, F2 genauer als M1. Die Toleranz hängt zusätzlich vom Nennwert ab - je größer das Gewicht, desto größer die absolute zulässige Abweichung.

Wie wähle ich die Klasse zur Waage?

Das Prüfgewicht muss enger toleriert sein als die Waage, die es kontrolliert. Bewährte Faustregel: die Toleranz des Gewichts sollte höchstens ein Drittel der Ablesbarkeit oder der Messunsicherheit der Waage betragen. So bleibt das Gewicht selbst eine vernachlässigbare Fehlerquelle.

Analysenwaage

Ablesbarkeit 0,1 mg oder feiner - Klasse E2 als Referenz.

Ansehen
Präzisionswaage

Ablesbarkeit im mg- bis g-Bereich - Klasse F1 oder F2.

Ansehen
Industrie- / Plattformwaage

Gröbere Ablesbarkeit - Klasse M1 genügt meist.

Ansehen

Passend dazu: Waage auswählen und Waage kalibrieren.

Wie handhabe ich Prüfgewichte richtig?

Hochgenaue Gewichte reagieren empfindlich auf Verschmutzung und Fingerfett. Gewichte der Klassen E2 und F1 niemals mit bloßen Händen anfassen - nur mit Handschuhen, Pinzette oder Gabel greifen. Hautfett und Feuchtigkeit verändern die Masse messbar.

Grundregeln: saubere, erschütterungsfreie Ablage verwenden, Gewichte vor der Nutzung akklimatisieren lassen und in der Originalbox trocken und staubfrei lagern. Sichtbare Kratzer oder Korrosion machen ein Gewicht unbrauchbar.

Prüfgewichte sind selbst prüfmittelpflichtig und sollten regelmäßig rekalibriert werden. Zeitpunkt und Intervall richten sich nach Klasse und Nutzung.

Häufige Fragen

Welche Prüfgewicht-Klasse brauche ich für meine Waage?

Das Gewicht sollte enger toleriert sein als die Waage. Faustregel: Toleranz höchstens ein Drittel der Ablesbarkeit. E2 für Analysenwaagen, F1 oder F2 für Präzisionswaagen, M1 für Industriewaagen.

Was bedeutet die Reihenfolge E2, F1, F2, M1?

Sie beschreibt die Genauigkeit von hoch nach gering. E2 hat die engste Toleranz, M1 die weiteste. Höhere Klassen sind teurer und empfindlicher in der Handhabung.

Darf ich Prüfgewichte mit der Hand anfassen?

Gewichte der Klassen E2 und F1 nicht mit bloßen Händen. Hautfett und Feuchtigkeit verändern die Masse. Immer Handschuhe, Pinzette oder Gabel verwenden und trocken lagern.

Das passende Prüfgewicht nach OIML R111

E2, F1, F2 und M1 - kalibrierfähig, mit Zertifikat und passendem Zubehör aus einer Hand.

Nach OIML R111

Klassen E2 bis M1 normkonform.

Geprüft

Inhalte fachlich geprüft von Messtechnik-Spezialisten.

Zubehör dabei

Handschuhe, Pinzetten und Boxen am Lager.

Fachberatung

Persönliche Beratung zur Klassenwahl.

Weitere Ratgeber