Schallpegelmessgerät wählen - Klasse 1 oder 2?
Ein Schallpegelmessgerät erfasst den Schalldruckpegel in Dezibel und macht Lärm objektiv messbar. Dieser Ratgeber erklärt die Genauigkeitsklassen 1 und 2 nach IEC 61672-1, die Frequenzbewertung dB(A) und dB(C), die Zeitbewertung sowie die richtige Anwendung im Arbeitsschutz.
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Was bedeuten Klasse 1 und Klasse 2?
Schallpegelmessgeräte werden nach IEC 61672‑1 in zwei Genauigkeitsklassen eingeteilt. Klasse 1 ist präziser und für Kontrollmessungen, Gutachten und Gerichtsverwertbarkeit vorgesehen, Klasse 2 genügt für orientierende Messungen und viele betriebliche Aufgaben.
Der Unterschied liegt in den zulässigen Toleranzen und im nutzbaren Frequenzbereich. Ein Gerät der Klasse 1 hält bei 1 kHz eine Toleranz von etwa ±1,1 dB ein und deckt den Bereich bis 20 kHz sauber ab, Klasse 2 erlaubt rund ±1,4 dB und einen etwas engeren Frequenzgang.
Warum misst man in dB(A) und nicht in dB?
Das menschliche Ohr hört nicht alle Frequenzen gleich laut. Die A-Bewertung filtert das Signal so, dass es der Empfindlichkeit des Gehörs bei mittleren Pegeln entspricht - das Ergebnis wird in dB(A) angegeben und bildet die Grundlage fast aller Arbeitsschutz-Grenzwerte.
Die C-Bewertung dämpft tiefe und hohe Frequenzen weniger stark und wird für Spitzenpegel (Peak) verwendet, etwa bei Impulslärm. Die früher genutzte B- und D-Bewertung spielt heute kaum noch eine Rolle.
- dB(A): gehörrichtige Bewertung, Standard für Dauerschallpegel und Expositionswerte.
- dB(C): für Spitzenschalldruckpegel L-C,peak, wichtig bei Impuls- und Knalllärm.
- dB(Z): unbewertet (Zero), zeigt den physikalischen Pegel ohne Filter.
- Zeitbewertung Fast (125 ms) oder Slow (1 s) je nach Signalcharakter.
Wie misst man Lärm am Arbeitsplatz korrekt?
In Deutschland regelt die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrationsArbSchV) die Grenzwerte. Der untere Auslösewert liegt bei 80 dB(A), der obere bei 85 dB(A) als Tages-Lärmexpositionspegel; ab dem oberen Wert sind Gehörschutz und Lärmbereichs-Kennzeichnung Pflicht.
- Mikrofon in Kopfhöhe der Person positionieren, ohne den Körper als Reflektor.
- Windschutz (Schaumstoffball) gegen Luftströmung und Verfälschung verwenden.
- Repräsentative Messdauer über einen typischen Arbeitszyklus wählen.
- Kalibrator (94 dB / 1 kHz) vor und nach der Messung ansetzen.
Worauf achten bei Kalibrierung und Ausstattung?
Ein Schallpegelmessgerät muss regelmässig kalibriert werden, damit die Werte belastbar bleiben. Für rechtssichere Messungen ist eine turnusmässige Kalibrierung (oft alle zwei Jahre) sowie die tägliche Vor-Ort-Prüfung mit einem Schallkalibrator üblich.
- Akustischer Kalibrator mit 94 dB bei 1 kHz für den Feldabgleich.
- Datenlogger und USB-Schnittstelle zur Dokumentation der Expositionswerte.
- Terz- oder Oktavbandanalyse für die Auswahl passender Gehörschutz-Massnahmen.
- Windschutz und Stativ für stabile, reproduzierbare Messungen.
Häufige Fragen
Brauche ich Klasse 1 oder Klasse 2?
Für rechtssichere Gutachten und Immissionsschutz ist Klasse 1 gefordert. Für interne Kontrollmessungen und die Überwachung am Arbeitsplatz genügt in der Regel Klasse 2.
Was bedeutet dB(A)?
dB(A) ist der A-bewertete Schalldruckpegel. Der Filter passt die Messung an das menschliche Gehör an und ist die Grundlage fast aller Arbeitsschutz-Grenzwerte.
Ab welchem Pegel ist Gehörschutz Pflicht?
Nach LärmVibrationsArbSchV ist ab dem oberen Auslösewert von 85 dB(A) als Tages-Lärmexpositionspegel das Tragen von Gehörschutz verpflichtend und der Lärmbereich zu kennzeichnen.
Wie oft muss ein Schallpegelmessgerät kalibriert werden?
Üblich ist eine turnusmässige Kalibrierung alle zwei Jahre plus eine tägliche Vor-Ort-Prüfung mit einem Schallkalibrator vor und nach der Messreihe.
Passendes Schallpegelmessgerät gesucht?
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Normgeprüft
Geräte nach IEC 61672-1 in Klasse 1 und 2.
Kalibrierfähig
Passende Schallkalibratoren und Prüfmittel verfügbar.
Arbeitsschutz
Werte nach LärmVibrationsArbSchV messbar dokumentiert.
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