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ISO 8573-1

Taupunkt in Druckluft messen - wie geht das richtig?

Der Taupunkt zeigt, wie trocken Ihre Druckluft wirklich ist und ob sie die Feuchteklasse nach ISO 8573-1 erfüllt. Dieser Ratgeber erklärt den Drucktaupunkt, die Wahl des richtigen Feuchtesensors und die Kalibrierung von Messgeräten in Druckluft- und Trockenanlagen.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
Taupunktmessgeräte ansehen
-70 bis +20 °C
typischer Messbereich Td
ISO 8573-1
Feuchteklassen 1-6
±1-2 °C Td
erreichbare Genauigkeit
12 Monate
empfohlenes Kalibrierintervall
Inhalt
  1. Grundlagen Taupunkt
  2. ISO 8573 Klassen
  3. Sensor auswählen
  4. Kalibrierung
  5. Häufige Fragen

Was ist der Drucktaupunkt und warum zählt er?

Der Taupunkt ist die Temperatur, bei der die Luft mit Wasserdampf gesättigt ist und Kondensat ausfällt. In Druckluftanlagen misst man den Drucktaupunkt (DTP), also den Taupunkt bei Betriebsdruck. Er ist der entscheidende Kennwert dafür, ob Feuchtigkeit in Leitungen, Werkzeugen oder Prozessen kondensiert.

Ein DTP von -40 °C bedeutet, dass die Luft erst bei -40 °C wieder Kondensat bildet - sie ist also sehr trocken. Wichtig: Drucktaupunkt und atmosphärischer Taupunkt unterscheiden sich deutlich, weil der Wasserdampf-Partialdruck mit dem Systemdruck steigt. Bei der Angabe muss der Bezugsdruck immer genannt werden.

Faustregel: Der Drucktaupunkt liegt bei üblichen 7 bar Überdruck rund 20 bis 25 °C höher als der drucklose Taupunkt derselben Luftmenge. Deshalb immer angeben, ob der Wert auf Betriebsdruck oder Atmosphäre bezogen ist.
  • Kältetrockner erreichen praxisüblich +3 bis -20 °C Drucktaupunkt.
  • Adsorptionstrockner erreichen -40 °C bis -70 °C Drucktaupunkt.
  • Membrantrockner liegen je nach Auslegung zwischen -20 und -40 °C.
  • Für frostgefährdete Aussenleitungen ist mindestens -25 °C DTP sinnvoll.

Welche Feuchteklasse fordert ISO 8573-1?

Die Norm ISO 8573‑1 teilt Druckluft nach drei Verunreinigungen ein: Partikel, Wasser und Öl. Für Feuchte gilt eine eigene Klassenskala, die den maximalen Drucktaupunkt festlegt. So lässt sich eindeutig spezifizieren, welche Trockenheit ein Prozess braucht.

Die Klasse wird als Kombination geschrieben, zum Beispiel ISO 8573‑1:2010 [1:2:1] für Partikel:Wasser:Öl. Für die Feuchteangabe zählt die mittlere Ziffer. Ein Messgerät muss den geforderten Taupunkt sicher unterhalb seiner oberen Bereichsgrenze abbilden können.

Wählen Sie den Sensor so, dass die geforderte Klasse in der Mitte des Messbereichs liegt. Ein Sensor mit Bereich -80 bis +20 °C deckt die Klassen 1 bis 4 zuverlässig ab.

Welcher Feuchtesensor passt zu meiner Anlage?

Für die Taupunktmessung in Druckluft dominieren zwei Technologien: kapazitive Polymersensoren und Metalloxid-Sensoren. Für sehr trockene Luft unter -60 °C werden auch Spiegel-Hygrometer als Referenz genutzt. Die Wahl hängt von Taupunktbereich, Ansprechzeit und Wartung ab.

  • Messstelle immer nach dem Trockner und vor dem Verbraucher setzen.
  • Öl- und Partikelfilter vorschalten, um den Sensor zu schützen.
  • Ausreichende Durchströmung sicherstellen, sonst driftet der Messwert.
  • Bei Taktbetrieb Sensoren mit schneller Trockendown-Zeit wählen.
Druckluftqualität

So spezifizieren Sie Partikel, Wasser und Öl nach ISO 8573.

Zum Ratgeber

Wie oft muss ein Taupunktmessgerät kalibriert werden?

Feuchtesensoren driften mit der Zeit, besonders bei Öl- oder Lösemittelbelastung. Ein Kalibrierintervall von 12 Monaten ist praxisüblich; bei kritischen Prozessen sind 6 Monate sinnvoll. Kalibriert wird gegen einen rückführbaren Referenz-Taupunktgenerator.

Ein rückführbares Kalibrierzertifikat (DAkkS oder gleichwertig) dokumentiert die Messabweichung an mehreren Taupunkten und macht die Anlage auditfähig - wichtig für Pharma-, Lebensmittel- und Elektronikfertigung.
  • Mehrpunktkalibrierung über den genutzten Bereich, nicht nur an einem Punkt.
  • Austausch-Kalibrierung: kalibrierten Ersatzsensor einsetzen, Original einschicken.
  • Kalibrierprotokolle für Audits mindestens ein Intervall aufbewahren.
  • Nach Ölschaden sofort prüfen, nicht bis zum nächsten Intervall warten.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Drucktaupunkt und atmosphärischem Taupunkt?

Der Drucktaupunkt gilt bei Betriebsdruck, der atmosphärische Taupunkt nach Entspannung auf Umgebungsdruck. Bei 7 bar liegt der Drucktaupunkt rund 20 bis 25 °C höher. Deshalb immer den Bezugsdruck angeben.

Welche Feuchteklasse nach ISO 8573-1 brauche ich?

Für allgemeine Fertigung reicht meist Klasse 3 (-20 °C), für Elektronik und Pneumatiksteuerung Klasse 2 (-40 °C) und für Pharma oder Halbleiter Klasse 1 (-70 °C). Die Klasse legt den maximal zulässigen Drucktaupunkt fest.

Welcher Sensor eignet sich für sehr trockene Druckluft?

Für Taupunkte unter -60 °C sind Metalloxid-Sensoren oder Spiegel-Hygrometer geeignet. Kapazitive Polymersensoren decken zuverlässig den Bereich bis etwa -60 °C ab und sind wartungsärmer.

Wie oft ist eine Kalibrierung nötig?

Praxisüblich alle 12 Monate, bei kritischen oder ölbelasteten Prozessen alle 6 Monate. Kalibriert wird rückführbar gegen einen Referenz-Taupunktgenerator, idealerweise als Mehrpunktkalibrierung.

Passendes Taupunktmessgerät gesucht?

Wir liefern kapazitive und Metalloxid-Taupunktmessgeräte für Druckluft und Trockenanlagen - inklusive rückführbarer Kalibrierung nach ISO 8573-1.

Normkonform

Messung passend zu den Feuchteklassen der ISO 8573-1.

Rückführbar kalibriert

Zertifikate mit dokumentierter Messabweichung.

Weiter Messbereich

Sensoren von -80 bis +20 °C Drucktaupunkt.

Fachberatung

Spezialisten helfen bei Sensor- und Klassenwahl.

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