Thermotransfer oder Thermodirekt - welches Verfahren wählen?
Thermodirekt druckt ohne Farbband, Thermotransfer nutzt eine Farbfolie und hält jahrelang. Dieser Ratgeber vergleicht beide Verfahren nach Beständigkeit, Folienkosten und Einsatzdauer und zeigt, welche Etiketten sich für Lager, Versand und Industrie eignen.
Etiketten und Farbbänder ansehenWie unterscheiden sich die beiden Verfahren?
Beide Verfahren arbeiten mit einem Thermodruckkopf, der punktweise erhitzt wird. Beim Thermodirektdruck reagiert eine hitzeempfindliche Beschichtung des Etiketts direkt und färbt sich schwarz - ganz ohne Farbband. Beim Thermotransferdruck schmilzt die Hitze eine Farbschicht von einem Farbband (Ribbon) auf das Etikett.
Der Unterschied entscheidet über Beständigkeit und Betriebskosten. Thermodirekt ist einfach und farbbandfrei, verblasst aber unter Wärme, Licht und Reibung. Thermotransfer erzeugt ein dauerhaftes Bild, benötigt dafür aber ein passendes Farbband und ein abgestimmtes Etikettenmaterial.
Wie beständig ist der jeweilige Druck?
Die Beständigkeit hängt beim Thermotransfer vor allem vom Farbband ab. Es gibt drei Klassen: Wachs (Wax), Wachs-Harz (Wax-Resin) und reines Harz (Resin). Je höher der Harzanteil, desto widerstandsfähiger ist der Druck gegen Abrieb, Chemikalien und Temperatur.
- Wachs-Farbband: günstig, gut für Papieretiketten in trockener Umgebung, geringe Abriebfestigkeit.
- Wachs-Harz-Farbband: robuster, geeignet für beschichtete Papiere und leichte PE-Folien, beständig gegen Verschmieren.
- Harz-Farbband: höchste Beständigkeit gegen Lösemittel, Öl und Hitze, für PET-, PP- und PI-Etiketten.
- Thermodirekt-Etikett: kein Farbband nötig, aber empfindlich gegen Sonnenlicht, Wärme und Reibung.
Papier, PET oder PP - welches Trägermaterial passt zu Ihrem Einsatz.
Zum RatgeberWas kostet der Betrieb der Verfahren?
Thermodirekt spart die Farbfolie und damit einen Verbrauchsposten sowie den Wechselaufwand. Dafür ist das thermosensitive Etikettenmaterial teurer als einfaches Papier, und der Druckkopf verschleisst schneller, weil er direkten Kontakt zum abrasiven Etikett hat.
Im Thermotransfer kommt das Farbband als laufende Kosten hinzu. Wichtig ist das Verhältnis von Bandlänge zu Etikettenlänge: Ein Farbband, das exakt zur Rollenlänge passt, vermeidet teuren Verschnitt. Über die Lebensdauer eines Etiketts gerechnet ist Thermotransfer bei langlebigen Anwendungen dennoch günstiger, weil Nachdruck und Reklamationen entfallen.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich ein Thermodirekt-Etikett?
Kratzen Sie mit dem Fingernagel über das leere Etikett - erscheint eine graue Spur, ist es thermosensitiv und damit für Thermodirekt geeignet. Thermotransfer-Etiketten bleiben beim Kratzen unverändert.
Wie lange hält ein thermodirekt gedrucktes Etikett?
Ohne besondere Belastung typisch mehrere Monate. Sonnenlicht, Hitze über 60 Grad, Reibung oder Weichmacher lassen den Druck jedoch schnell vergrauen oder verblassen.
Kann ich mit einem Thermotransferdrucker auch thermodirekt drucken?
Ja, die meisten Thermotransferdrucker beherrschen beide Modi. Man legt einfach kein Farbband ein und stellt den Druckmodus auf Thermodirekt um. Umgekehrt geht es nicht: Ein reiner Thermodirektdrucker hat keine Farbbandaufnahme.
Welches Farbband für Kunststoffetiketten?
Für PET-, PP- oder Polyimid-Etiketten ein Harz-Farbband (Resin), da es fest auf Kunststoff haftet und gegen Chemie, Öl und Hitze beständig ist. Wachs-Farbbänder verschmieren auf Folien.
Das passende Druckverfahren gesucht?
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