C-Teile-Management - welches Modell lohnt sich wann?
C-Teile machen bis zu 80 Prozent der Beschaffungsvorgänge, aber nur rund 20 Prozent des Einkaufswerts aus. Dieser Ratgeber vergleicht die Bevorratungsmodelle vom Zwei-Behälter-Kanban über eKanban bis zum Konsignationslager und zeigt, wann sich welches Konzept rechnet.
Lagertechnik ansehenWas sind C-Teile und warum kosten sie so viel?
C-Teile sind geringwertige Verbrauchs- und Normteile wie Schrauben, Dichtungen, ESD-Handschuhe, Reinigungstücher oder Klemmen. In der ABC-Analyse fallen sie durch niedrigen Stückwert bei hoher Artikelvielfalt auf: Sie binden wenig Kapital, verursachen aber den Grossteil der Beschaffungsvorgänge.
Der eigentliche Kostentreiber ist nicht der Einkaufspreis, sondern der Prozessaufwand. Bedarfsmeldung, Bestellung, Wareneingang, Rechnungsprüfung und Buchung summieren sich je Vorgang schnell auf 30 bis 100 Euro - unabhängig davon, ob die Schraube 2 Cent oder 20 Cent kostet.
- A-Teile: hoher Wert, wenige Artikel - eng gesteuert, Einzelbestellung.
- B-Teile: mittlerer Wert und mittlere Menge - klassische Disposition.
- C-Teile: geringer Wert, sehr viele Artikel - ideal für automatische Nachschubsysteme.
Welche Bevorratungsmodelle gibt es?
Die Modelle unterscheiden sich vor allem darin, wer den Nachschub auslöst und wann das Eigentum an der Ware übergeht. Vom simplen Zwei-Behälter-Prinzip bis zum Konsignationslager steigt der Automatisierungsgrad - und damit die Entlastung des Einkaufs.
Wann lohnt sich welches Modell?
Die Wahl hängt von Verbrauchsstabilität, Artikelvielfalt und Kapitalbindung ab. Je gleichmässiger der Bedarf und je grösser das Volumen, desto stärker lohnt sich die Verlagerung der Steuerung zum Lieferanten (VMI) oder der Eigentumsübergang erst bei Entnahme (Konsignation).
- Schwankender Bedarf, überschaubares Sortiment: Zwei-Behälter-Kanban - robust und günstig.
- Viele Entnahmestellen, hohe Frequenz: eKanban mit Waage, RFID oder Scan-Auslösung.
- Stabiler Dauerbedarf, wenig Zeit für Disposition: VMI, der Lieferant füllt selbstständig auf.
- Hohe Bestandswerte, Kapital binden vermeiden: Konsignationslager - bezahlt wird erst bei Entnahme.
- Sehr breites Sortiment mit Katalog: elektronische Anbindung per OCI/Punchout an das ERP.
Wir analysieren Ihr C-Teile-Sortiment und schlagen das passende Modell vor.
Beratung anfragenWie führt man C-Teile-Management ein?
Der Einstieg beginnt mit einer ABC-Analyse und der Definition von Meldebeständen. Aus historischem Verbrauch werden Behältergrössen, Mindestbestand und Wiederbeschaffungszeit abgeleitet, danach wird das Nachschubprinzip pro Artikelgruppe festgelegt.
Häufige Fragen
Was bedeutet das Zwei-Behälter-Prinzip?
Jeder Artikel hat zwei Behälter. Wird der erste leer, wird er zur Nachbestellung freigegeben, während aus dem zweiten weitergearbeitet wird. So ist immer Nachschub unterwegs, ohne dass jemand zählt.
Wann lohnt sich ein Konsignationslager?
Bei hohem, stabilem Volumen und wenn Sie Kapitalbindung senken wollen. Die Ware liegt bei Ihnen, bleibt aber Eigentum des Lieferanten und wird erst bei Entnahme bezahlt.
Was ist der Unterschied zwischen Kanban und eKanban?
Klassisches Kanban meldet den Bedarf über einen leeren Behälter und Sichtkontrolle. eKanban automatisiert die Meldung über Waage, RFID oder Scan und überträgt sie direkt ins ERP oder an den Lieferanten.
Wie stark senkt C-Teile-Management die Kosten?
Der Hebel liegt in den Prozesskosten. Durch gebündelte, automatische Nachschubauslösung lassen sich die Beschaffungsprozesskosten häufig um 50 bis 70 Prozent reduzieren.
C-Teile-Management einführen?
Wir liefern Sichtlagerkästen, Regale und Kanban-Konzepte vom Zwei-Behälter-Prinzip bis zur Lieferantenanbindung - passend zu Ihrem Sortiment.
Passendes System
Vom einfachen Kanban bis zur Konsignation für jedes Volumen.
Weniger Prozesskosten
Automatischer Nachschub statt Einzelbestellungen.
Analyse zuerst
ABC-Klassifizierung und Bedarfsermittlung als Basis.
Fachberatung
Unsere Spezialisten begleiten die Einführung.


