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Zwei-Behälter-Kanban am Arbeitsplatz richtig aufbauen

Das Zwei-Behälter-Kanban stellt Kleinteile am Arbeitsplatz nach dem Verbrauchsprinzip bereit: Ist der vordere Behälter leer, löst er den Nachschub aus, während der zweite die Versorgung sichert. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Behältergrössen berechnen, den Nachschubauslöser festlegen und Durchlaufkanäle dimensionieren.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
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2 Behälter
verbrauchen + nachschieben
3-5°
Neigung Durchlaufkanal
0 Zettel
leerer Behälter = Signal
1,25-fach
Sicherheitsfaktor Bestand
Inhalt
  1. Prinzip und Ablauf
  2. Behältergrösse berechnen
  3. Nachschubauslöser
  4. Durchlaufkanäle
  5. Häufige Fragen

Wie funktioniert das Zwei-Behälter-Kanban?

Beim Zwei-Behälter-Kanban lagern zwei gleiche Behälter derselben Teileart hintereinander im Durchlaufkanal. Der Werker entnimmt immer aus dem vorderen Behälter. Ist dieser leer, wird er zum Signal: Er wandert an den Rückgabeplatz und löst den Nachschub aus, während der zweite Behälter nach vorne rutscht und die Versorgung ohne Unterbrechung sichert.

Der leere Behälter selbst ist die Bestellkarte - deshalb der Name Kanban (japanisch für Karte oder Signal). Es braucht keine Zettel, keine manuelle Bestandszählung und keine Software. Solange der zweite Behälter reicht, muss der Nachschub eintreffen. Diese Reichweite bestimmt, wie gross die Behälter sein müssen.

Das Zwei-Behälter-System ist ein Pull-Verfahren: Nachschub entsteht nur durch echten Verbrauch, nicht durch eine Prognose. So sinken Bestand und Suchzeiten, ohne dass die Linie leerläuft.
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Wie berechnet man die richtige Behältergrösse?

Ein Behälter muss den Verbrauch während der gesamten Wiederbeschaffungszeit abdecken - also von der Auslösung des leeren Behälters bis zur Rückkehr des gefüllten. Die Grundformel lautet: Behältermenge = Tagesverbrauch × Wiederbeschaffungszeit in Tagen × Sicherheitsfaktor. Der Sicherheitsfaktor von etwa 1,1 bis 1,25 puffert Schwankungen im Verbrauch und in der Lieferzeit ab.

Runden Sie die berechnete Menge auf die nächstgrössere Standard-Behältergrösse auf. Ein leicht zu grosser Behälter ist unkritisch, ein zu kleiner reisst die Versorgung ab.
  • Tagesverbrauch aus dem realen Bedarf ableiten, nicht aus der Planzahl.
  • Wiederbeschaffungszeit inklusive Kommissionierung, Transport und Auffüllen messen.
  • Beide Behälter zusammen ergeben den maximalen Bestand am Arbeitsplatz.
  • Gewicht prüfen: ein gefüllter Behälter sollte für einhändiges Handling unter etwa 12 kg bleiben.

Welcher Nachschubauslöser passt zur Linie?

Der Auslöser bestimmt, wie der leere Behälter zum Nachschub führt. In der einfachsten Form wird der Leerbehälter auf die Rücklaufebene gestellt und beim nächsten Milkrun-Umlauf mitgenommen. Wichtig ist ein fester Takt: Ein Routenzug oder Materialläufer holt Leergut in einem definierten Intervall ab, etwa alle 30 oder 60 Minuten.

  • Leerbehälter-Rücklauf: der Behälter selbst ist das Signal, ideal für getaktete Milkruns.
  • Kanban-Karte am Behälter: bei zentralem Lager oder Zukaufteilen mit längerer Lieferzeit.
  • e-Kanban per Scan oder Taster: elektronisches Signal für weit entfernte Lieferanten.
  • F-Kanban (Fax/Mail): für externe Zulieferer ohne Systemanbindung.
Der Nachschub muss zuverlässig innerhalb der Reichweite des zweiten Behälters eintreffen. Ist der Milkrun-Takt länger als die Reichweite, hilft kein grösserer Sicherheitsfaktor - dann müssen Behälter oder Taktzeit angepasst werden.
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Wie dimensioniert man die Durchlaufkanäle?

Durchlaufkanäle mit Rollen oder Röllchenschienen führen die Behälter nach dem First-in-first-out-Prinzip: vorne entnehmen, hinten nachfüllen. Entscheidend ist die Neigung. Zu flach, und der Behälter bleibt stehen; zu steil, und er läuft unkontrolliert an. Bewährt haben sich 3 bis 5 Grad Gefälle, bei schweren oder rauen Behältern eher am oberen Ende.

Legen Sie die häufig benötigten Artikel in den optimalen Greifraum zwischen 800 und 1200 mm Höhe. Selten gebrauchte Teile dürfen darüber oder darunter liegen - das hält die Wege kurz und schont den Rücken.
  • Kanaltiefe exakt auf zwei Behälter auslegen, damit kein dritter Bestand entsteht.
  • Behältermass, Rollenabstand und Kanalbreite aufeinander abstimmen (Klemmgefahr vermeiden).
  • Endanschlag und Entnahmesicherung vorsehen, damit der vordere Behälter nicht herausfällt.
  • Neigungswinkel nach dem Aufbau mit gefülltem Behälter praktisch testen.

Häufige Fragen

Warum genau zwei Behälter und nicht drei?

Zwei Behälter sind das Minimum, das Verbrauch und Nachschub trennt: einer wird geleert, einer sichert die Versorgung. Ein dritter würde nur den Bestand und die Kapitalbindung erhöhen, ohne die Sicherheit spürbar zu verbessern.

Wie gross muss ein Kanban-Behälter sein?

Die Menge je Behälter deckt den Verbrauch über die gesamte Wiederbeschaffungszeit plus Sicherheitsfaktor 1,1 bis 1,25 ab. Runden Sie auf die nächste Standardgrösse auf und halten Sie das Füllgewicht für einhändiges Handling unter etwa 12 kg.

Welche Neigung braucht ein Durchlaufkanal?

In der Regel 3 bis 5 Grad. Leichte Behälter laufen schon bei 3 Grad sauber, schwere oder raue Behälter brauchen eher 5 Grad. Testen Sie den Winkel nach dem Aufbau immer mit einem gefüllten Behälter.

Braucht ein Zwei-Behälter-Kanban eine Software?

Nein. Im Grundprinzip ist der leere Behälter selbst das Bestellsignal. Software (e-Kanban) lohnt sich erst bei vielen Artikeln, langen Lieferwegen oder externen Zulieferern ohne festen Milkrun-Takt.

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