Datenlogger für Temperatur und Feuchte: worauf kommt es an?
Ein Datenlogger zeichnet Messwerte wie Temperatur und Luftfeuchte über die Zeit auf und macht das Klima in Lager, Transport und EPA nachvollziehbar. Bei der Auswahl zählen Messgrößen, Intervall, Speicher, Batterielaufzeit, Auslesung, Genauigkeit und Alarmschwellen - je nach Anwendung ganz unterschiedlich gewichtet.
Messtechnik ansehenWas ist ein Datenlogger und was zeichnet er auf?
Ein Datenlogger ist ein Messgerät, das physikalische Größen in festen Zeitabständen selbstständig erfasst und speichert. Am häufigsten werden Temperatur und relative Luftfeuchte protokolliert; je nach Modell kommen Taupunkt, CO2, Druck, Licht oder Beschleunigung hinzu. So entsteht eine lückenlose Zeitreihe statt einzelner Momentaufnahmen.
Der Vorteil gegenüber einer punktuellen Handmessung liegt in der kontinuierlichen Überwachung: Der Logger arbeitet unbeaufsichtigt über Stunden, Tage oder Monate und dokumentiert auch Ereignisse in der Nacht, im geschlossenen Transportbehälter oder am Wochenende. Die Werte lassen sich später als Kurve auswerten und als Nachweis archivieren.
Typische Einsatzfelder sind die Überwachung von Lagerklima, Kühlkette und Transport sowie das Klima im ESD-Schutzbereich, wo Temperatur und Feuchte die statische Aufladung und die Lagerfähigkeit feuchteempfindlicher Bauteile beeinflussen. Mehr zu den Einzelgrößen unter /de/ratgeber/temperaturmessung und /de/ratgeber/feuchtemessung.
Welche Kriterien entscheiden bei der Auswahl?
Der passende Logger richtet sich nach Anwendung und Dokumentationspflicht. Sieben Kriterien bilden das Gerüst der Auswahl: welche Größen gemessen werden, wie oft, wie lange gespeichert wird, wie lange die Batterie hält, wie ausgelesen wird und wie genau und rückführbar die Werte sein müssen.
| Kriterium | Worauf achten | Warum wichtig |
|---|---|---|
| Messgrößen | Temperatur, Feuchte, ggf. Taupunkt oder CO2 | legt den Einsatzbereich fest |
| Messintervall | von Sekunden bis Stunden einstellbar | Auflösung gegen Speicher und Batterie abwägen |
| Speicherkapazität | tausende bis Millionen Messwerte | bestimmt die Laufzeit ohne Auslesen |
| Batterielaufzeit | Monate bis mehrere Jahre | entscheidet über Wartungsaufwand |
| Auslesung | USB, Display, Funk oder Cloud | bestimmt Aufwand der Protokollierung |
| Genauigkeit und Kalibrierung | z. B. ±0,5 °C, ±3 % rH, mit Zertifikat | sichert die Nachweisbarkeit der Werte |
Kurzes Intervall und viele Messgrößen erhöhen Speicherbedarf und Stromverbrauch - hier ist ein Kompromiss gefragt. Für regulierte Bereiche zählt zusätzlich die Kalibrierung: Ein Werks- oder DAkkS-Zertifikat belegt, dass die angezeigten Werte innerhalb der Toleranz liegen und vor Gericht oder im Audit Bestand haben.
Wo werden Datenlogger eingesetzt und wie liest man sie aus?
Datenlogger sichern überall dort Daten, wo das Klima über die Zeit belegt werden muss. Die Auslesung reicht vom manuellen USB-Download über das Ablesen am Display bis zur automatischen Funk- oder Cloud-Übertragung, bei der Werte und Alarme ohne Vor-Ort-Besuch bereitstehen.
Lückenlose Temperaturaufzeichnung für Lebensmittel, Pharma und Medizinprodukte als Nachweis der Einhaltung.
Überwachung von Temperatur und Feuchte im Warenlager und im ESD-Schutzbereich zum Schutz von Bauteilen.
Mitlaufender Logger im Behälter oder LKW dokumentiert Klima und Erschütterungen unterwegs.
Archivierte Zeitreihen dienen als Prüfprotokoll für Audits, Reklamationen und Zertifizierungen.
Alarmschwellen machen den Logger zum Frühwarnsystem: Wird ein oberer oder unterer Grenzwert über- oder unterschritten, meldet das Gerät dies per Display, LED, Signalton oder - bei vernetzten Modellen - per E-Mail und Push-Nachricht. So lässt sich reagieren, bevor Ware Schaden nimmt. Für belastbare Nachweise sollten Logger regelmäßig kalibriert und die Ergebnisse mit Datum und Prüfer dokumentiert werden.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ein Datenlogger messen?
Das Intervall richtet sich nach der Anwendung: Für stabiles Lagerklima genügen oft 10 bis 30 Minuten, für Kühlkette oder Transport werden kürzere Abstände von 1 bis 5 Minuten gewählt. Kürzere Intervalle liefern mehr Details, füllen aber Speicher und Batterie schneller.
Wie werden die Daten aus dem Logger ausgelesen?
Je nach Modell per USB-Verbindung zum PC, direkt am Display, über eine Funkverbindung oder automatisch in eine Cloud. Netzwerkfähige Logger stellen Werte und Alarme laufend bereit, ohne dass jemand vor Ort sein muss.
Muss ein Datenlogger kalibriert werden?
Für dokumentationspflichtige Bereiche wie Pharma oder Lebensmittel ja. Ein Werks- oder DAkkS-Zertifikat belegt die Genauigkeit, und eine regelmäßige Nachkalibrierung stellt sicher, dass die aufgezeichneten Werte innerhalb der Toleranz bleiben und als Nachweis gelten.
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Logger erfassen Temperatur und Feuchte in einer lückenlosen Zeitreihe.
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Klimaüberwachung als Baustein eines stabilen ESD-Schutzkonzepts.
Weiterführend
Mehr unter /de/ratgeber/temperaturmessung und /de/ratgeber/feuchtemessung.


