Raumklima-Messgerät wählen: CO₂, Temperatur, Feuchte
Raumklima-Messgeräte überwachen CO₂, Temperatur und relative Feuchte und warnen, bevor die Luft schlecht wird. Dieser Ratgeber erklärt die Sensortypen, sinnvolle Grenzwerte und die Alarmierung nach DIN EN 16798 für Büro und Produktion.
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Welche Messgrößen zählen im Raumklima?
Ein Raumklima-Messgerät erfasst mindestens drei Größen: CO₂-Konzentration, Lufttemperatur und relative Feuchte. CO₂ ist der beste Indikator für verbrauchte Luft, da es mit der Belegung ansteigt und ein Maß für die Frischluftzufuhr ist.
Frische Aussenluft liegt bei rund 420 ppm CO₂. In belegten Räumen gilt Luft bis 1000 ppm als hygienisch gut, ab 1400 ppm wird sie deutlich verbraucht. Temperatur und Feuchte bestimmen zusätzlich die thermische Behaglichkeit und das Risiko für Schimmel oder trockene Schleimhäute.
- CO₂: Leitwert für Lüftungsbedarf und Belegungsdichte.
- Temperatur: 20‑26 °C je nach Saison für Behaglichkeit.
- Relative Feuchte: 40‑60 % schützt vor trockener Luft und Schimmel.
- Optional: Feinstaub, VOC oder Schalldruck für erweiterte Überwachung.
Welche Grenzwerte gelten nach DIN EN 16798?
Die DIN EN 16798‑1 bewertet die Raumluftqualität über den CO₂-Anstieg gegenüber der Aussenluft und teilt sie in vier Kategorien (IDA/Kat I-IV) ein. Kategorie II entspricht einem normalen, gutem Niveau und erlaubt rund 800 ppm CO₂ über dem Aussenwert.
In der Praxis bedeutet das: bei rund 420 ppm Aussenluft liegt die Zielmarke für Büros bei etwa 1000 ppm (Kat II). Für Temperatur nennt die Norm Behaglichkeitsbereiche von etwa 21‑23 °C im Winter und 23‑26 °C im Sommer, für die Feuchte einen komfortablen Korridor von 30‑70 %, praktisch angestrebt 40‑60 %.
Wie richtet man die Alarmierung sinnvoll ein?
Ein Messgerät nützt nur, wenn es rechtzeitig warnt. Die einfachste Lösung ist die CO₂-Ampel mit grün-gelb-rot. Ergänzend können Geräte akustisch alarmieren oder Werte per Netzwerk an ein Gebäudeleitsystem oder Dashboard senden.
- Grün bis 1000 ppm: Luftqualität gut, kein Handeln nötig.
- Gelb 1000‑1400 ppm: Stosslüften einplanen.
- Rot ab 1400 ppm: sofort lüften, Belegung reduzieren.
- Feuchte-Alarm unter 30 % oder über 60 % rel. Feuchte.
- Datenlogging für Nachweis und Trendanalyse.
Worauf achten bei Sensor und Kalibrierung?
Entscheidend sind Sensortyp, Genauigkeit und Kalibrierfähigkeit. Ein guter NDIR-CO₂-Sensor erreicht ± 30‑50 ppm plus 3 % vom Messwert, ein Feuchtesensor ± 2‑3 % rel. Feuchte und ein Temperatursensor ± 0,3‑0,5 °C.
- Automatische Baseline-Kalibrierung (ABC) für stabile CO₂-Werte.
- Messbereich CO₂ bis mindestens 5000 ppm für Produktion.
- Schnittstellen: Display, Relais, Modbus oder WLAN/LAN.
- Wandmontage in 1,1‑1,5 m Höhe, nicht neben Fenster oder Tür.
Häufige Fragen
Ab wie viel ppm CO₂ muss ich lüften?
Als Faustregel gilt: ab etwa 1000 ppm gelb (lüften einplanen) und ab 1400 ppm rot (sofort stosslüften). Diese Marken orientieren sich an DIN EN 16798 Kategorie II und der Pettenkofer-Zahl.
Warum ist ein NDIR-Sensor besser als ein eCO₂-Sensor?
NDIR misst CO₂ direkt über Infrarotabsorption und ist für die normgerechte Bewertung geeignet. eCO₂- oder VOC-Sensoren berechnen den Wert nur aus anderen Gasen und driften stark.
Welche relative Feuchte ist im Büro ideal?
Ein Bereich von 40 bis 60 % ist optimal. Darunter trocknen Schleimhäute aus, darüber steigt das Schimmelrisiko an kalten Bauteilen.
Gilt in der Produktion ein anderer CO₂-Grenzwert?
Ja, der Arbeitsplatzgrenzwert liegt bei 5000 ppm. Für Konzentration und Behaglichkeit warnen Raumklima-Sensoren aber schon weit darunter, meist ab 1000 bis 1400 ppm.
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