Koppelrelais oder Schütz - was schaltet die Last richtig?
Koppelrelais und Schütz trennen beide den Steuerstromkreis der SPS galvanisch vom Laststromkreis, sind aber für unterschiedliche Ströme gebaut. Dieser Ratgeber zeigt, wann ein Koppelrelais genügt und ab wann ein Schütz mit Gebrauchskategorie AC-3 nötig ist - anhand von Laststrom, Motorlast und Schalthäufigkeit.
Koppelrelais und Schütze ansehenWorin unterscheiden sich Koppelrelais und Schütz?
Beide Bauteile schalten einen Laststromkreis über ein galvanisch getrenntes Steuersignal - meist die 24 V DC aus der SPS. Das Koppelrelais ist ein kompaktes Interface-Relais für kleine Ströme und dient vor allem der Signalanpassung und Potenzialtrennung. Der Schütz ist ein Leistungsschaltgerät für hohe Ströme und induktive Motorlasten.
Das Koppelrelais sitzt auf einem schmalen Sockel (oft nur 6,2 mm breit) auf der Hutschiene und koppelt den empfindlichen 24-V-Ausgang der Steuerung an einen Verbraucher wie Ventil, Signallampe oder ein weiteres Schütz. Der Schütz dagegen besitzt eine kräftige Spule, Hauptkontakte für zweistelligen bis dreistelligen Ampere-Bereich und eine Lichtbogenlöschung für das Schalten von Motoren.
Nach welchen Kriterien wählen Sie das Schaltgerät?
Entscheidend sind Laststrom, Lastart und Schalthäufigkeit. Die Gebrauchskategorie nach IEC 60947 beschreibt, wofür das Gerät ausgelegt ist: AC-1 für ohmsche Lasten, AC-3 für Käfigläufermotoren im Normalbetrieb, AC-15 für die Ansteuerung von Magnetspulen.
- Laststrom und Anlaufstrom prüfen: Motoren ziehen das 6- bis 8-fache des Nennstroms beim Anlauf.
- Gebrauchskategorie passend wählen - ein AC-1-Wert taugt nicht für Motorlast.
- Spulenspannung an die SPS anpassen, meist 24 V DC.
- Ausgangskontakt: Wechsler (CO) beim Koppelrelais, dreipolige Hauptkontakte beim Schütz.
- Baubreite und Reihenklemmenplatz im Schaltschrank berücksichtigen.
Wie steuert die SPS Relais und Schütz sicher an?
Ein digitaler SPS-Ausgang liefert typisch 24 V DC und je Kanal nur einige hundert Milliampere. Er darf eine Schützspule nicht direkt treiben, wenn deren Strom oder Einschaltspitze den Kanal überlastet. Das Koppelrelais entkoppelt den Ausgang und schaltet die stärkere Last.
Beim Schalten induktiver Spulen entstehen Abschaltspannungsspitzen. Eine Freilaufdiode oder ein RC-Glied an der Spule schützt den Halbleiterausgang der SPS und die Relaiskontakte vor Verschleiss. Viele Koppelrelais bringen diese Schutzbeschaltung und eine Status-LED bereits mit.
- Freilaufdiode oder RC-Glied an jeder induktiven Spule vorsehen.
- Status-LED und Handtaste am Koppelrelais erleichtern die Inbetriebnahme.
- Push-in-Klemmen sparen Verdrahtungszeit gegenüber Schraubklemmen.
- Bei Sicherheitsfunktionen zwangsgeführte Kontakte oder Sicherheitsschütze verwenden.
Häufige Fragen
Kann ein Koppelrelais einen Motor schalten?
Nur sehr kleine Motoren im Bereich weniger hundert Watt und wenn der Kontakt für die induktive Last (AC-3 oder entsprechend derating) ausgelegt ist. Für übliche Motoren ab etwa 0,75 kW gehört ein Schütz mit AC-3-Bemessung davor.
Warum nicht direkt aus der SPS schalten?
Ein digitaler SPS-Ausgang liefert nur wenige hundert Milliampere und würde von der Einschaltspitze einer Schützspule überlastet. Das Koppelrelais entkoppelt den Ausgang galvanisch und schaltet die grössere Last verschleissarm.
Was bedeutet AC-3 beim Schütz?
AC-3 ist die Gebrauchskategorie nach IEC 60947 für das Schalten von Käfigläufermotoren im Normalbetrieb. Sie berücksichtigt den hohen Anlaufstrom und das Abschalten unter Last, weshalb der AC-3-Strom deutlich unter dem AC-1-Strom liegt.
Welche Spulenspannung ist sinnvoll?
Für die Ansteuerung aus der SPS ist 24 V DC üblich, weil sie direkt zum Steuerpegel passt. Leistungsschütze werden oft mit 230 V AC oder 24 V DC betrieben - passend zum vorhandenen Steuerkreis.
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