Kragarmregal für Langgut - wie richtig auslegen?
Das Kragarmregal ist die erste Wahl für Langgut wie Rohre, Profile, Bretter und Platten. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Traglast pro Arm und Säule bestimmen, zwischen ein- und doppelseitiger Bauweise wählen und die Auslegung normgerecht absichern.
Kragarmregale ansehenWie ist ein Kragarmregal aufgebaut?
Ein Kragarmregal besteht aus Ständern (Säulen), die über einen Fuss am Boden verankert sind, und aus horizontalen Kragarmen, die frei nach vorne auskragen. Weil die Ständerfront ohne durchgehende Stützen bleibt, lässt sich Langgut wie Rohre, Profile oder Platten seitlich einfach auflegen und mit dem Stapler oder Kran bedienen.
Die Kragarme werden in der Regel gelocht am Ständer eingehängt und lassen sich im Raster (oft 75 bis 100 mm) höhenverstellen. So passen Sie die lichte Ebenenhöhe an unterschiedlich dickes Lagergut an, ohne das Regal umbauen zu müssen.
So dimensionieren Sie den kompletten Lagerbereich für Langgut und Platten.
Zum RatgeberEinseitig oder doppelseitig - was passt?
Einseitige Kragarmregale tragen die Arme nur auf einer Seite des Ständers und werden meist an einer Wand aufgestellt. Doppelseitige Regale nutzen den Ständer beidseitig und verdoppeln so die Lagerkapazität pro Meter Grundfläche - ideal als frei stehende Reihe in einer Gasse.
- Einseitig: platzsparend an der Wand, gut für schmale Lagerräume und geringere Höhen.
- Doppelseitig: höchste Flächennutzung, beidseitige Bedienung mit Stapler.
- Beide Bauweisen brauchen einen ebenen, tragfähigen Boden und meist eine Bodenverankerung.
- Bei grossen Höhen oder Aussenlagerung Windlasten und Kopfverband (Diagonalen) einplanen.
Wie bestimme ich Traglast und Armlänge?
Massgebend sind drei Grenzwerte, die alle eingehalten sein müssen: die Traglast je Kragarm, die zulässige Last je Ständer (Feldlast oder Säulenlast) und die maximale Feldlast des gesamten Regals. Der schwächste dieser Werte bestimmt, was Sie tatsächlich einlagern dürfen.
Die vom Hersteller angegebene Armlast gilt für eine gleichmässig verteilte Last über die Armlänge. Konzentriert sich das Gewicht an der Armspitze, sinkt die zulässige Last deutlich, weil das Biegemoment steigt. Rechnen Sie zudem einen Sicherheitszuschlag ein und lagern Sie schwere Ware nach unten, damit der Schwerpunkt tief bleibt.
- Rohre und Stangen: runde Auflage, Rückenanschlag gegen Wegrollen einplanen.
- Profile und Träger: kantige Auflage, Armhöhe nach Bündelgewicht wählen.
- Platten und Bretter: liegend auf mehreren Armen, Durchbiegung der Ware beachten.
- Immer das Lastschild (Armlast, Feldlast, Fachlast) gut sichtbar am Regal anbringen.
Häufige Fragen
Wie viel Gewicht trägt ein einzelner Kragarm?
Je nach Baureihe und Armlänge etwa 150 bis 1200 kg je Arm. Der Wert gilt für gleichmässig verteilte Last und sinkt, je länger der Arm und je weiter vorne die Last liegt.
Was ist der Unterschied zwischen Armlast und Feldlast?
Die Armlast ist die zulässige Last eines einzelnen Kragarms. Die Feld- oder Säulenlast ist die Summe aller Arme an einem Ständer und darf ebenfalls nicht überschritten werden.
Muss ein Kragarmregal im Boden verankert werden?
Doppelseitige Regale müssen praktisch immer im Boden verankert werden, einseitige zusätzlich gegen Kippen nach vorne gesichert oder an der Wand befestigt. Der Boden muss eben und tragfähig sein.
Welches Regal eignet sich für lange Rohre?
Ein Kragarmregal mit ausreichend langen Armen und Rückenanschlag. Ordnen Sie mehrere Ständer im passenden Abstand an, damit sich die Rohre nicht durchbiegen.
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