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Rollenbahn richtig dimensionieren - worauf achten?

Eine Rollenbahn transportiert Kartons, Behälter und Paletten schonend durch Kommissionierung und Versand. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Rollenabstand, Achslast und Gefälle bestimmen und wann eine Schwerkraft- oder Antriebsrollenbahn samt Kurvenmodulen die richtige Wahl ist.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
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3 Rollen
unter jedem Fördergut
bis 300 kg
Achslast je Rolle
2-4 %
Gefälle Schwerkraftbahn
50-80 mm
übliche Rollenteilung
Inhalt
  1. Bahntyp wählen
  2. Abstand und Last
  3. Gefälle und Kurven
  4. Häufige Fragen

Schwerkraft- oder Antriebsrollenbahn - was passt?

Eine Schwerkraftrollenbahn nutzt ein leichtes Gefälle, damit das Fördergut von selbst rollt - günstig, wartungsarm und ideal für kurze Strecken und Puffer. Eine Antriebsrollenbahn mit Motorrollen oder Kettenantrieb bewegt die Last aktiv und eignet sich für ebene Strecken, Steigungen, getaktete Prozesse und schwere Güter.

Die Wahl hängt von Gewicht, Strecke, Höhenversatz und Taktzeit ab. Für Rücklaufregale und einfache Übergaben reicht meist die Schwerkraft; sobald definierte Geschwindigkeit, Stau oder waagerechter Transport gefragt sind, führt an einer angetriebenen Lösung kein Weg vorbei.

Faustregel: Bis etwa 15 m ebener Puffer und leichtem Gefälle rechnet sich die Schwerkraftbahn. Bei ebener Förderung, Steigung oder Taktung wird die Antriebsrollenbahn wirtschaftlich.
  • Schwerkraftrollenbahn: kein Strom, 2‑4 % Gefälle, für Kartons und Behälter mit glattem, festem Boden.
  • Antriebsrollenbahn: Motorrolle (24 V) oder Kette, konstante Geschwindigkeit, staufähig und steigungstauglich.
  • Röllchenleiste als leichte Variante für sehr niedrige Lasten und flexible Aufbauten.
Lager- und Kommissioniertechnik

So planen Sie Durchlaufregale, Behälter und Förderwege im Zusammenspiel.

Zum Ratgeber

Wie bestimmen Sie Rollenabstand und Achslast?

Grundregel für den Rollenabstand (die Rollenteilung): Unter dem kürzesten Fördergut müssen jederzeit mindestens drei Rollen liegen. Der Abstand ergibt sich also aus der kleinsten Behälterlänge geteilt durch drei - bei einem 240 mm kurzen Behälter maximal etwa 80 mm Teilung.

Die Achslast beschreibt, wie viel Gewicht eine einzelne Rolle tragen darf. Sie wählen das Rollenrohr (Stahl, verzinkt oder Kunststoff) und den Durchmesser nach dem Gutgewicht: leichte Stahlrollen 20‑50 mm für Kartons, kräftige 50‑80 mm Rohre für schwere Behälter, Schwerlastrollen bis rund 300 kg je Rolle für Paletten.

Rechnen Sie die Achslast nie auf alle Rollen, sondern nur auf die tatsächlich tragenden drei bis vier Rollen unter dem Gut - so bleibt eine Sicherheitsreserve erhalten.
  • Bahnbreite = Breite des Förderguts plus 50 bis 100 mm Spiel für sichere Führung.
  • Rollenrohr aus Stahl verzinkt für Robustheit, Kunststoff für leise, korrosionsfreie Bereiche.
  • Kugelgelagerte Rollen für leichten Lauf und geringen Rollwiderstand.

Welches Gefälle und welche Kurvenmodule brauchen Sie?

Bei der Schwerkraftrollenbahn entscheidet das Gefälle über einen sicheren Lauf. Übliche Werte liegen zwischen 2 und 4 %, also 2 bis 4 cm Höhenverlust je Meter. Leichte Kartons brauchen mehr Gefälle als schwere Behälter, weil der Rollwiderstand relativ stärker wirkt.

Zu viel Gefälle lässt das Gut beschleunigen und am Ende auflaufen, zu wenig führt zum Stehenbleiben. Für Richtungswechsel dienen Kurvenmodule: 30-, 45- oder 90-Grad-Bögen mit konischen Rollen oder Differenzialrollen, die das Gut spurtreu durch die Kurve führen, weil die äussere Bahn schneller läuft als die innere.

Konische Rollen in 90-Grad-Kurven verhindern Verkanten, weil sie den Längenunterschied zwischen Innen- und Aussenradius ausgleichen. Für hohe Lasten sind Kurvenmodule mit Differenzialrollen die robustere Wahl.
  • Endanschlag oder Bremsrolle gegen Auflaufen am Bahnende einplanen.
  • Kurvenmodule mit passendem Innenradius wählen, damit langes Gut nicht klemmt.
  • Übergabestellen bündig ausrichten, Höhensprünge unter 3 mm halten.

Häufige Fragen

Wie viele Rollen müssen unter dem Fördergut liegen?

Immer mindestens drei Rollen tragen das kürzeste Gut gleichzeitig. Daraus ergibt sich die maximale Rollenteilung: kürzeste Gutlänge geteilt durch drei.

Welches Gefälle braucht eine Schwerkraftrollenbahn?

Üblich sind 2 bis 4 %, also 2 bis 4 cm pro Meter. Leichte Kartons brauchen eher 3 bis 4 %, schwere Behälter laufen schon bei 2 bis 3 % sicher.

Wann lohnt sich eine Antriebsrollenbahn?

Sobald ebene Strecken, Steigungen, konstante Geschwindigkeit, Stau oder getaktete Prozesse gefragt sind. Für kurze Puffer mit Gefälle reicht meist die günstigere Schwerkraftbahn.

Wie funktionieren Kurvenmodule?

Konische oder Differenzialrollen gleichen aus, dass die äussere Bahn einen längeren Weg zurücklegt als die innere. So bleibt das Gut in der 90-Grad-Kurve spurtreu und verkantet nicht.

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