Löttemperatur richtig einstellen - welcher Wert stimmt?
Die richtige Löttemperatur entscheidet über saubere Lötstellen und die Lebensdauer der Spitze. Dieser Ratgeber nennt konkrete Werte für bleifreies und bleihaltiges Lot, erklärt den Einfluss von Spitzenform und thermischer Masse und zeigt, woran Sie zu heiss und zu kalt erkennen.
Lötstationen ansehenWelche Temperatur für bleifrei und bleihaltig?
Die Löttemperatur richtet sich nach dem Schmelzpunkt des Lots plus einer Reserve für die Wärmeübertragung. Bleihaltiges Lot (Sn60Pb40 / Sn63Pb37) schmilzt bei rund 183 °C, bleifreies Lot (SAC305, Sn96,5Ag3Cu0,5) erst bei etwa 217‑220 °C. Deshalb liegt die eingestellte Spitzentemperatur immer deutlich über dem Schmelzpunkt.
Als Faustregel gilt für bleihaltiges Lot eine Spitzentemperatur von 280‑300 °C, für bleifreies Lot 300‑320 °C. Für grosse Masseflächen oder dicke Anschlüsse darf kurzzeitig höher gegangen werden, für feine SMD-Bauteile eher niedriger.
Warum sind Spitzenform und Masse wichtiger als das Grad?
Nicht die eingestellte Zahl zählt, sondern wie viel Wärme tatsächlich in die Lötstelle fliesst. Entscheidend sind Kontaktfläche und thermische Masse der Spitze. Eine grössere, meisselförmige Spitze überträgt bei gleicher Temperatur deutlich mehr Energie als eine feine Bleistiftspitze.
- Meissel- und Hufform: grosse Kontaktfläche, ideal für schnelle Wärmeübertragung und Massepins.
- Konische Spitze: fein und präzise, aber wenig thermische Masse für kleine Pads.
- Immer die grösste Spitze wählen, die noch auf die Lötstelle passt.
- Ein Tröpfchen Lot an der Spitze (Wärmebrücke) verbessert den Wärmekontakt spürbar.
- Kalte, oxidierte Spitzen leiten schlecht - regelmässig verzinnen.
Woran erkenne ich zu heiss oder zu kalt?
Eine gute Lötstelle ist glänzend, konkav und benetzt Pad und Bauteil vollständig. Abweichungen verraten, ob die Wärmebilanz nicht stimmt. Sowohl zu heiss als auch zu kalt führen zu unzuverlässigen Verbindungen.
Zu kaltes Löten erzeugt matte, kugelige Stellen ohne saubere Benetzung - typische kalte Lötstelle mit Mikrorissen. Zu heisses Löten verkohlt das Flussmittel, hebt Lötaugen ab (Lift-off) und schädigt temperaturempfindliche Bauteile. Ziel ist eine kurze Anlötzeit von unter drei Sekunden bei moderater Temperatur.
Häufige Fragen
Welche Löttemperatur ist für bleifreies Lot richtig?
Bei SAC305 schmilzt das Lot bei etwa 217‑220 °C, eingestellt werden meist 300‑320 °C an der Spitze. Für grosse Masseflächen kurzzeitig höher, für feine SMD-Teile eher niedriger.
Kann ich mit einer sehr hohen Temperatur schneller löten?
Nein. Höhere Temperatur verkürzt die Anlötzeit nur wenig, verkohlt aber das Flussmittel, schädigt Bauteile und verschleisst die Spitze schnell. Mehr Wärme bringt eine grössere Spitze, nicht ein höheres Grad.
Warum werden meine Lötstellen matt und körnig?
Matte, körnige Stellen deuten auf zu wenig Wärme oder Bewegung während des Erstarrens hin. Prüfen Sie Spitzengrösse, Wärmebrücke und Kontaktzeit, bevor Sie die Temperatur erhöhen.
Muss ich zwischen bleihaltig und bleifrei die Temperatur umstellen?
Ja. Bleifrei benötigt wegen des höheren Schmelzpunkts rund 20 °C mehr als bleihaltig. Für einen Wechsel die Spitzentemperatur entsprechend anpassen und die Spitze frisch verzinnen.
Passende Lötstation gesucht?
Wir liefern temperaturgeregelte Lötstationen mit passenden Spitzen für bleifreies und bleihaltiges Löten - präzise und ESD-sicher.
Präzise geregelt
Stabile Spitzentemperatur für reproduzierbare Lötstellen.
Passende Spitzen
Grosses Sortiment an Formen für jede Anwendung.
ESD-sicher
Ableitfähige Stationen schützen empfindliche Bauteile.
Fachberatung
ESD-Spezialisten unterstützen bei der Auswahl.


