Luftgeschwindigkeit messen: Flügelrad oder Thermoanemometer?
Für die Messung der Luftgeschwindigkeit stehen Flügelrad- und Thermoanemometer zur Wahl, die sich in Messbereich und Einsatzort unterscheiden. Dieser Ratgeber zeigt, welches Gerät wann passt und wie Sie den Volumenstrom an Lüftungsauslässen und in Kanälen nach DIN EN 12599 korrekt bestimmen.
Anemometer ansehenFlügelrad oder Thermoanemometer - was passt?
Die Wahl des Sensors entscheidet über Genauigkeit und Einsatzbereich. Das Flügelradanemometer misst über ein rotierendes Rad mittlere bis hohe Geschwindigkeiten und mittelt grosse Flächen gut, das Thermoanemometer (Hitzdraht) erfasst über einen beheizten Sensor auch kleinste Luftbewegungen ab etwa 0,1 m/s.
Grosse Flügelräder mit 60 bis 100 mm Durchmesser eignen sich für Zuluft- und Abluftgitter, weil sie über den Querschnitt mitteln. Der dünne Sensor des Thermoanemometers passt dagegen durch eine Bohrung in den Kanal und misst punktgenau bei niedrigen Geschwindigkeiten.
Wie bestimmt man den Volumenstrom richtig?
Der Volumenstrom ergibt sich aus mittlerer Luftgeschwindigkeit v mal freier Querschnittsfläche A: V = v x A. Eine Geschwindigkeit von 3 m/s an einem Kanal mit 0,2 m² Querschnitt ergibt also 0,6 m³/s oder rund 2160 m³/h.
Weil die Geschwindigkeit über den Querschnitt nicht gleichmässig ist, wird nach dem Netzverfahren an mehreren Punkten gemessen und gemittelt. DIN EN 12599 empfiehlt je nach Kanalgrösse 8 bis 64 Messpunkte, gleichmässig über die Fläche verteilt.
- Freie Fläche A exakt bestimmen, bei Gittern netto ohne Lamellenanteil.
- Messpunkte nach Netzverfahren gleichmässig verteilen (Log-Tchebycheff oder Mittenmethode).
- Mindestens das 6-Fache des Kanaldurchmessers Abstand zu Krümmern und Klappen einhalten.
- Sensor gegen die Strömung ausrichten und Anströmpfeil beachten.
- Am Auslass mit Volumenstromtrichter arbeiten, um Randturbulenzen zu vermeiden.
Was fordert die Norm bei der Abnahme?
Für die Abnahme raumlufttechnischer Anlagen gilt DIN EN 12599. Sie legt Messmethoden, Prüfumfang und zulässige Abweichungen fest, üblich sind Toleranzen von etwa 15 Prozent zwischen Soll- und Istwert des Volumenstroms.
Wichtig ist eine kalibrierte Messkette: Das Anemometer sollte ein gültiges Kalibrierzertifikat haben und regelmässig überprüft werden. Nur so sind die Messwerte im Abnahmeprotokoll belastbar und rechtssicher dokumentiert.
Häufige Fragen
Welches Anemometer für Lüftungsauslässe?
An Zuluft- und Abluftgittern ist ein grosses Flügelradanemometer sinnvoll, weil es über die Fläche mittelt. Mit einem Volumenstromtrichter erfassen Sie den Auslass direkt in m³/h.
Wie berechne ich den Volumenstrom?
Volumenstrom ist mittlere Geschwindigkeit mal freie Querschnittsfläche: V = v x A. Bei 3 m/s und 0,2 m² ergibt das 0,6 m³/s beziehungsweise rund 2160 m³/h.
Warum an mehreren Punkten messen?
Die Geschwindigkeit ist über den Querschnitt ungleich verteilt. DIN EN 12599 fordert deshalb ein Netz aus 8 bis 64 Punkten, deren Mittelwert die reale Strömung abbildet.
Ab welcher Geschwindigkeit lohnt ein Thermoanemometer?
Unter etwa 1 m/s läuft ein Flügelrad zu träge an. Das Thermoanemometer misst schon ab 0,1 m/s zuverlässig und eignet sich für Kanäle und Raumluftströmungen.
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Wir liefern Flügelrad- und Thermoanemometer mit Volumenstromfunktion und Kalibrierzertifikat - passend für Auslässe und Kanäle nach DIN EN 12599.
Kalibriert
Geräte mit gültigem Kalibrierzertifikat.
Grosser Messbereich
Von 0,1 bis 40 m/s abgedeckt.
Direkt in m³/h
Volumenstrom automatisch berechnet.
Normgerecht
Abnahme nach DIN EN 12599 möglich.


