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DIN EN ISO 2808

Schichtdicke messen - welches Verfahren ist richtig?

Die Schichtdicke von Lack und Beschichtung entscheidet über Korrosionsschutz und Optik. Dieser Ratgeber erklärt das magnetinduktive und das Wirbelstrom-Verfahren, ihre Anwendung auf Stahl und Nichteisenmetallen sowie die richtige Kalibrierung nach DIN EN ISO 2808.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: ESD-Spezialisten
Schichtdickenmessgeräte ansehen
0-1500 µm
typischer Messbereich
±1-3 %
Messunsicherheit
2 Verfahren
magnetisch + Wirbelstrom
ISO 2808
Messnorm
Inhalt
  1. Messverfahren
  2. Anwendung und Praxis
  3. Kalibrierung
  4. Häufige Fragen

Magnetisch oder Wirbelstrom - was misst was?

Zerstörungsfreie Schichtdickenmessung nutzt zwei physikalische Prinzipien, die sich nach dem Grundmaterial richten. Das magnetinduktive Verfahren misst nichtmagnetische Schichten auf ferromagnetischem Grund, das Wirbelstrom-Verfahren misst isolierende Schichten auf Nichteisenmetallen.

Beim magnetischen Prinzip erfasst die Sonde die Änderung des Magnetflusses: Je dicker der Lack, desto grösser der Abstand zum Stahl und desto schwächer das Feld. Beim Wirbelstrom erzeugt eine hochfrequente Spule Wirbelströme im Aluminium oder Kupfer, deren Rückwirkung mit der Schichtdicke abnimmt.

Moderne Duplex-Geräte (Fe/NFe) erkennen den Untergrund automatisch und schalten zwischen beiden Verfahren um - praktisch, wenn im Betrieb Stahl- und Aluminiumteile gemischt beschichtet werden.
  • Magnetinduktiv (F): Lack, Zink, Chrom oder Kunststoff auf Stahl und Eisen.
  • Wirbelstrom (N): Eloxal und Lack auf Aluminium, Messing, Kupfer, Zink.
  • Ungeeignet für nichtleitende Grundmaterialien wie Holz, Glas oder Beton - dort helfen Ultraschall-Verfahren.

Wie misst man Lack und Beschichtung korrekt?

Für belastbare Werte kommt es auf saubere Oberfläche, senkrechte Sondenführung und ausreichend Messpunkte an. DIN EN ISO 19840 empfiehlt bei Korrosionsschutz mehrere Einzelmessungen je Fläche und die Auswertung von Mittelwert und Maximum.

Halten Sie die Sonde immer senkrecht und ohne Druckwechsel auf die Fläche. Bei gekrümmten Teilen kleine Radien beachten - unter dem angegebenen Mindestradius steigt der Messfehler stark an.
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Wie wird das Messgerät kalibriert?

Vor jeder Messreihe wird das Gerät auf das reale Grundmaterial abgeglichen, weil Legierung, Krümmung und Oberflächenrauheit das Ergebnis beeinflussen. Der Abgleich erfolgt mit einer Nullprobe des unbeschichteten Teils und kalibrierten Folien bekannter Dicke.

  • Nullpunkt auf dem blanken, unbeschichteten Grundmaterial setzen.
  • Zweiter Punkt mit einer Präzisionsfolie nahe der erwarteten Sollschicht.
  • Rückführbare Referenzfolien nach DIN EN ISO 2808 verwenden.
  • Kalibrierung bei Materialwechsel, Temperatursprung oder Sondentausch wiederholen.
Ein Werkskalibrierschein dokumentiert die Rückführbarkeit auf nationale Normale. Für auditpflichtige Fertigung empfiehlt sich eine jährliche Rekalibrierung des Geräts.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen magnetischem und Wirbelstrom-Verfahren?

Das magnetinduktive Verfahren misst nichtmagnetische Schichten auf Stahl und Eisen, das Wirbelstrom-Verfahren isolierende Schichten auf Nichteisenmetallen wie Aluminium oder Kupfer. Duplex-Geräte beherrschen beides.

Wie oft muss ich das Schichtdickenmessgerät kalibrieren?

Vor jeder Messreihe erfolgt ein Nullabgleich auf dem realen Grundmaterial. Eine rückführbare Rekalibrierung mit Folien nach DIN EN ISO 2808 empfiehlt sich jährlich oder bei Materialwechsel.

Kann ich Lack auf Holz oder Kunststoff messen?

Nein, magnetische und Wirbelstrom-Sonden brauchen ein metallisches Grundmaterial. Für nichtleitende Untergründe wie Holz, Glas oder Beton nutzt man Ultraschall-Schichtdickenmessung.

Welche Genauigkeit ist erreichbar?

Gute Geräte erreichen etwa 1 bis 3 Prozent der Anzeige plus einen festen Mikrometerwert, sofern korrekt kalibriert und die Sonde senkrecht mit ausreichendem Randabstand aufgesetzt wird.

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Wir liefern magnetinduktive, Wirbelstrom- und Duplex-Messgeräte inklusive Kalibrierfolien - geprüft nach DIN EN ISO 2808.

Normgeprüft

Messgeräte und Verfahren nach DIN EN ISO 2808.

Rückführbar

Kalibrierfolien mit dokumentierter Rückführung.

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