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DIN 878

Analoge oder digitale Messuhr - welche passt?

Die Messuhr überträgt kleinste Wegänderungen über einen gefederten Messbolzen auf eine Anzeige. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie zwischen analog und digital wählen und dabei Messspanne, Ziffernschrittwert und die Genauigkeitsklassen der DIN 878 richtig gewichten.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: ESD-Spezialisten
Messuhren ansehen
0,01 mm
typischer Ziffernschrittwert
3-30 mm
gängige Messspanne
DIN 878
Norm für Genauigkeit
0,001 mm
Feinzeiger digital
Inhalt
  1. Aufbau und Funktion
  2. Analog vs. digital
  3. Spanne und Auflösung
  4. DIN 878 Genauigkeit
  5. Häufige Fragen

Wie funktioniert eine Messuhr und was misst sie?

Eine Messuhr wandelt die lineare Bewegung eines gefederten Messbolzens über ein Zahnstangen- und Zahnradgetriebe in eine Drehung des Zeigers um. Sie misst keine Absolutmasse, sondern Differenzen gegenüber einem eingestellten Nullpunkt, etwa Abweichungen von einer Referenzfläche.

Damit ist die Messuhr das Standardwerkzeug für vergleichende Prüfungen: Rundlauf einer Welle, Ebenheit einer Platte oder Parallelität zweier Flächen. Der Messbolzen wird an das Werkstück angelegt, auf null gestellt und die Anzeige zeigt die Auslenkung direkt an.

Für Rundlauf- und Planlaufmessungen an schwer zugänglichen Stellen eignet sich der Fühlhebelmessgerät-Typ (Rundlauftaster) mit schwenkbarem Taststift besser als die axiale Standardmessuhr.
  • Messbolzen: gefedert, überträgt den Weg auf das Getriebe.
  • Zifferblatt: Grosszeiger für Zehntel, Kleinzeiger zählt die Umdrehungen.
  • Toleranzmarken: einstellbare Zeiger markieren Gut-Schlecht-Grenzen.
  • Aufnahme: Messbolzen oder Rückenöse mit 8 mm Schaft zur Halterung.
Messstative und Halter

Stabile Aufnahme entscheidet über die reproduzierbare Messung.

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Analog oder digital - welche Bauart passt zu Ihrer Prüfung?

Analoge Messuhren zeigen Bewegung und Tendenz sofort an und eignen sich für schnelle Rundlaufprüfungen, bei denen die Zeigerbewegung selbst die Information ist. Digitale Messuhren punkten mit eindeutiger Ablesung, umschaltbarer Einheit (mm/inch) und Datenausgang für die Dokumentation.

  • Analog wählen für dynamische Rundlauf- und Planlaufprüfungen und batterielosen Dauereinsatz.
  • Digital wählen bei Einzelmasskontrolle, Serienprüfung mit Datenerfassung und Mischbetrieb mm/inch.
  • Digitale Feinzeiger erreichen Ziffernschrittwerte bis 0,001 mm für höchste Auflösung.
Für die Serienprüfung mit statistischer Auswertung (SPC) ist der Datenausgang der digitalen Messuhr entscheidend - er vermeidet Übertragungsfehler beim manuellen Notieren.

Messspanne und Ziffernschrittwert richtig wählen

Zwei Kennwerte bestimmen die Auswahl: die Messspanne (der gesamte nutzbare Weg des Messbolzens) und der Ziffernschrittwert (der kleinste ablesbare Teilschritt). Die Spanne muss den erwarteten Abweichungsbereich mit Reserve abdecken, der Ziffernschrittwert bestimmt die Feinheit der Ablesung.

Als Faustregel gilt: Der Ziffernschrittwert sollte etwa ein Zehntel der zu prüfenden Toleranz betragen. Bei einer Toleranz von 0,1 mm reicht 0,01 mm, für enge Toleranzen unter 0,02 mm gehört ein Feinzeiger mit 0,001 mm ins Spiel.

Grosse Messspannen erkaufen Sie mit höherem Messbolzengewicht und mehr Getriebespiel. Wählen Sie die Spanne nicht grösser als nötig, um die Genauigkeit nicht zu belasten.

Was fordert die DIN 878 zur Genauigkeit?

Die DIN 878 legt für Messuhren mit Ziffernschrittwert 0,01 mm die zulässigen Fehlergrenzen fest: für Gesamtmessspanne, Teilmessspanne, Umkehrspanne und Wiederholpräzision. So werden Messuhren verschiedener Hersteller vergleichbar und die Eignung für eine Toleranzprüfung wird nachweisbar.

  • Gesamtabweichungsspanne f_ges: maximaler Fehler über den gesamten Messweg.
  • Umkehrspanne f_u: Differenz zwischen aufsteigender und absteigender Messung.
  • Wiederholpräzision f_w: Streuung bei mehrfachem Antasten desselben Punktes.
  • Anzeigeabweichung f_e: Fehler auf einer Teilstrecke, etwa 1/10 Umdrehung.
Lassen Sie Messuhren im Rahmen der Prüfmittelüberwachung regelmässig kalibrieren und dokumentieren Sie die Werte gegen die Grenzen der DIN 878. Ein Werkskalibrierschein schafft Rückführbarkeit.
Prüfmittelüberwachung

Kalibrierintervalle und Rückführbarkeit richtig organisieren.

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Häufige Fragen

Was bedeutet Ziffernschrittwert bei einer Messuhr?

Der Ziffernschrittwert ist der kleinste ablesbare Teilschritt, meist 0,01 mm bei Standardmessuhren und 0,001 mm bei Feinzeigern. Er bestimmt, wie fein Sie Abweichungen ablesen können.

Analog oder digital für Rundlaufprüfung?

Für dynamische Rundlaufprüfung ist die analoge Messuhr oft im Vorteil, weil die Zeigerbewegung die Abweichung direkt sichtbar macht. Digital lohnt sich, wenn Einzelwerte dokumentiert oder per Datenausgang erfasst werden sollen.

Welche Genauigkeit fordert die DIN 878?

Die DIN 878 definiert für Messuhren mit 0,01 mm Ziffernschrittwert Fehlergrenzen für Gesamtspanne, Umkehrspanne und Wiederholpräzision. Damit lässt sich die Eignung für eine bestimmte Toleranz nachweisen.

Wie gross muss die Messspanne sein?

Die Messspanne sollte den erwarteten Abweichungsbereich mit Reserve abdecken, aber nicht grösser als nötig sein. Gängig sind 3 bis 30 mm; für Feinstmessungen genügen oft 1 bis 5 mm.

Die passende Messuhr gesucht?

Wir liefern analoge und digitale Messuhren sowie Feinzeiger und Fühlhebelmessgeräte - geprüft nach DIN 878 inklusive Kalibrierschein.

Normgeprüft

Messuhren nach DIN 878 mit dokumentierten Fehlergrenzen.

Kalibrierfähig

Werkskalibrierschein für Rückführbarkeit auf Wunsch.

Von 0,01 bis 0,001 mm

Passender Ziffernschrittwert für jede Toleranz.

Fachberatung

Messtechnik-Spezialisten unterstützen bei der Auswahl.

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