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DIN ISO 10816

Schwingung messen nach DIN ISO 10816 - so geht es

Schwingungsmessung zeigt Lagerschäden, Unwuchten und Ausrichtfehler an rotierenden Maschinen, bevor sie zum Stillstand führen. Dieser Ratgeber erklärt die Kennwerte nach DIN ISO 10816, die richtigen Aufnehmer und Messpunkte sowie die Bewertung mit Grenzwerten.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
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10-1000 Hz
Frequenzband nach ISO 10816
mm/s RMS
Schwinggeschwindigkeit veff
4 Zonen
Bewertung A bis D
3 Achsen
horizontal, vertikal, axial
Inhalt
  1. Kennwerte und Norm
  2. Grenzwerte und Zonen
  3. Aufnehmer und Messpunkte
  4. Häufige Fragen

Welche Kennwerte misst man an Maschinen?

An rotierenden Maschinen bewertet man den Maschinenzustand über drei Kennwerte: Schwingweg, Schwinggeschwindigkeit und Schwingbeschleunigung. Die DIN ISO 10816 stützt sich auf den Effektivwert der Schwinggeschwindigkeit veff in mm/s, gemessen im Frequenzband 10 bis 1000 Hz.

Der Schwingweg (µm) beschreibt niederfrequente Vorgänge wie Unwucht, die Schwinggeschwindigkeit (mm/s) den breitbandigen Gesamtzustand und die Beschleunigung (g oder m/s²) hochfrequente Stösse aus Wälzlagern und Verzahnungen. Für die Gesamtbewertung nach ISO 10816 ist die Schwinggeschwindigkeit der massgebende Kennwert.

Die Nachfolgenorm DIN ISO 20816 fasst 10816 und die Wellenmessung 7919 zusammen. Die Grenzwerte und Bewertungszonen bleiben inhaltlich gleich, sodass Messwerte weiter vergleichbar sind.
  • Schwingweg s in µm: sichtbar bei Unwucht und niedrigen Drehzahlen.
  • Schwinggeschwindigkeit veff in mm/s: Leitkennwert der ISO 10816.
  • Schwingbeschleunigung a in g: Frühindikator für Lager- und Zahnschäden.
  • Messband breitbandig 10‑1000 Hz, bei kleinen Maschinen bis 10 kHz.

Wie bewertet die DIN ISO 10816 den Zustand?

Die Norm teilt Maschinen in Gruppen nach Leistung und Fundament ein und ordnet den gemessenen veff-Wert vier Bewertungszonen zu. Zone A ist der Neuzustand, Zone D bedeutet Schäden mit Stillstandsgefahr.

Die genauen Grenzen hängen von der Maschinengruppe ab (Gruppe 1 grosse Maschinen, Gruppe 2 mittlere, plus starres oder nachgiebiges Fundament). Die Tabellenwerte sind Richtwerte; massgeblich ist die passende Gruppe nach ISO 10816‑3.
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Wie misst man richtig - Aufnehmer und Messpunkte?

Gemessen wird direkt am Lagergehäuse in drei Richtungen: horizontal, vertikal und axial. Der Aufnehmer muss fest ankoppeln, denn eine lose Sonde verfälscht besonders die hohen Frequenzen, die für die Lagerdiagnose wichtig sind.

  • Immer dieselben Messpunkte und Richtungen für vergleichbare Trends nutzen.
  • Messpunkt nahe am Lager, auf blankem Metall, nicht auf Blech oder Lack.
  • Piezo-Beschleunigungsaufnehmer für breites Band, das Gerät integriert zu veff.
  • Unwucht zeigt sich bei 1-facher Drehfrequenz, Ausrichtfehler oft bei 2-facher.
  • Wälzlagerschäden erzeugen typische Stossimpulse und hochfrequente Anteile.
Legen Sie feste Messrouten mit datierten Werten an. Erst der Trend über die Zeit macht eine beginnende Schädigung sichtbar, ein Einzelwert allein sagt wenig aus.

Häufige Fragen

Warum ist die Schwinggeschwindigkeit der Leitkennwert?

Die Schwinggeschwindigkeit veff bewertet den breitbandigen Gesamtzustand über 10 bis 1000 Hz und korreliert gut mit der mechanischen Belastung. Deshalb nutzt die DIN ISO 10816 sie als Basis für die Bewertungszonen.

Wie erkenne ich eine Unwucht gegenüber einem Lagerschaden?

Eine Unwucht dominiert bei der einfachen Drehfrequenz und zeigt sich vor allem radial. Wälzlagerschäden erzeugen hochfrequente Stossimpulse und Beschleunigungsspitzen, die im Beschleunigungssignal und im Hüllkurvenspektrum sichtbar werden.

Wie oft sollte man messen?

Kritische Maschinen werden je nach Belastung wöchentlich bis monatlich in fester Route gemessen. Entscheidend ist der Trend gleicher Messpunkte, nicht der Einzelwert.

Was gilt heute, ISO 10816 oder 20816?

Die DIN ISO 20816 löst 10816 ab und vereint sie mit der Wellenmessung 7919. Bewertungszonen und Grenzwerte bleiben inhaltlich gleich, bestehende Messwerte sind weiter vergleichbar.

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