ESD-Messgeräte: womit prüft man die EPA?
Zur Verifikation einer EPA nach DIN EN 61340-5-1 braucht es ein Widerstandsmessgerät mit Elektroden, einen Handgelenkband- und Schuh-Tester, ein Gehtest-Kit sowie ein Feldstärkemessgerät. Jedes Gerät prüft eine andere Kenngröße gegen definierte Grenzwerte.
ESD-Messgeräte ansehenWelche Messgeräte braucht man für die EPA-Prüfung?
Für die Verifikation einer EPA nach DIN EN 61340‑5‑1 sind fünf Messmittel üblich: ein Widerstands- bzw. Widerstandsvermögen-Messgerät mit Elektroden, ein kombinierter Handgelenkband- und Schuh-Tester, ein Gehtest-Kit, ein elektrostatisches Feldstärkemessgerät und einfache Durchgangs- bzw. Erdungsprüfer. Jedes deckt eine andere Prüfgröße ab.
Was misst jedes Gerät und welche Grenzwerte gelten?
Das Widerstandsmessgerät prüft, ob Flächen und Böden Ladung ableiten (Erdableitwiderstand typisch unter 1 GΩ). Der Armband-Tester deckt den Bereich 1 bis 35 MΩ ab, der Gehtest begrenzt die körpergenerierte Spannung auf unter 100 V, das Feldstärkemessgerät zeigt Restfelder. Die konkreten Grenzwerte legt das ESD-Kontrollprogramm fest.
- Arbeitsflächen und Böden: Erdableitwiderstand meist unter 1 GΩ (10^9 Ω), gemessen mit definierten Elektroden und Prüfspannung.
- Handgelenkbänder: Systemwiderstand Person-Armband-Erde im Bereich 1 bis 35 MΩ (10^6 Ω); täglicher Funktionstest empfohlen.
- ESD-Schuhe und Boden gemeinsam: Ableitwiderstand plus Gehtest, körpergenerierte Spannung unter 100 V.
- Feldstärke: leitfähige Objekte möglichst feldfrei, Isolatoren in der EPA vermeiden oder mit Ionisation entladen.
- Erdung: Durchgangswiderstand von Erdungspunkten und Verbindungen niederohmig, typisch unter 1 Ω.
Wie oft muss die EPA verifiziert werden?
Die Prüfintervalle richten sich nach dem Compliance-Verifikationsplan: Handgelenkbänder werden arbeitstäglich getestet, ortsfeste Elemente wie Böden und Arbeitsflächen periodisch (oft jährlich oder halbjährlich), und die Messmittel selbst müssen kalibriert sein. Alle Ergebnisse werden dokumentiert.
- Täglich: Handgelenkband-Test durch den Anwender vor Arbeitsbeginn (Tester oder kontinuierliche Überwachung).
- Periodisch: Erdableitwiderstand von Böden, Arbeitsflächen, Sitzmöbeln und Regalen nach Prüfplan.
- Jährlich: Kalibrierung bzw. Verifikation der Messgeräte selbst.
- Anlassbezogen: nach Umbau, Reinigung mit falschen Mitteln oder neuen Materialien erneut messen.
Häufige Fragen
Reicht ein einziges Messgerät für die ganze EPA?
Nein. Ein Widerstandsmessgerät deckt Flächen und Böden ab, für Personen braucht es Armband- und Schuh-Tester, für Ladung ein Feldstärkemessgerät. Erst die Kombination verifiziert die komplette EPA.
Wie prüft man ein Handgelenkband richtig?
Mit einem Armband-Tester oder einer kontinuierlichen Überwachung wird der Systemwiderstand Person-Armband-Erde gemessen. Er sollte im Bereich 1 bis 35 MΩ liegen; der Test erfolgt arbeitstäglich am angelegten Band.
Warum ist der Gehtest wichtig?
Der Gehtest misst die tatsächlich körpergenerierte Spannung im Schuh-Boden-System beim Gehen. Er zeigt praxisnah, ob Ladung unter 100 V abgeleitet wird - was reine Widerstandsmessungen allein nicht abbilden.
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