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DIN EN 61340-5-1

ESD-Messgeräte kalibrieren - wann und warum?

ESD-Messgeräte wie Widerstandsmessgeräte und Feldmeter sind nur dann verlässlich, wenn sie regelmässig kalibriert werden. Dieser Ratgeber erklärt, warum Geräte driften, welche Prüfintervalle nach DIN EN 61340-5-1 üblich sind und woran Sie einen belastbaren Kalibrierschein erkennen.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: ESD-Spezialisten
ESD-Messgeräte ansehen
12 Monate
typisches Kalibrierintervall
10³-10¹² Ω
Messbereich Widerstand
± 5 %
übliche Feldmeter-Toleranz
rückführbar
auf nationale Normale
Inhalt
  1. Warum kalibrieren
  2. Prüfintervalle
  3. Kalibrierschein
  4. Häufige Fragen

Warum müssen ESD-Messgeräte kalibriert werden?

Ein ESD-Messgerät entscheidet, ob ein Arbeitsplatz als sicher gilt oder nicht. Zeigt ein driftendes Gerät zu niedrige Widerstände an, werden isolierende Oberflächen fälschlich als ableitfähig durchgewunken - empfindliche Bauteile werden dann ungeschützt gehandhabt. Kalibrierung stellt sicher, dass die Anzeige mit der physikalischen Realität übereinstimmt.

Widerstandsmessgeräte altern durch Bauteiltoleranzen, Feuchte und mechanischen Verschleiss an Elektroden und Kontakten. Feldmeter reagieren empfindlich auf Temperatur, Luftfeuchte und den Zustand der internen Referenz. Beide Geräteklassen verschieben sich langsam, ohne dass der Anwender es bemerkt.

Die DIN EN 61340‑5‑1 verlangt ein dokumentiertes ESD-Kontrollprogramm mit regelmässiger Verifikation der Messmittel. Ohne kalibrierte Prüftechnik ist der Nachweis der Normkonformität nicht führbar.
  • Falsch-gut-Anzeige: isolierende Fläche wird als ableitfähig bewertet.
  • Falsch-schlecht-Anzeige: intakte Ausrüstung wird unnötig getauscht.
  • Fehlende Rückführbarkeit macht Audits und Reklamationen angreifbar.
  • Drift bleibt ohne Referenzmessung praktisch unsichtbar.

In welchen Intervallen wird kalibriert?

Ein festes Intervall schreibt die Norm nicht vor - sie fordert ein risikobasiert festgelegtes und dokumentiertes Intervall. In der Praxis hat sich für ESD-Messgeräte ein Kalibrierzyklus von 12 Monaten etabliert, ergänzt um kurze Funktionsprüfungen im Alltag.

Verkürzen Sie das Intervall bei rauem Einsatz, hoher Nutzungsfrequenz oder wenn ein Gerät fallen gelassen wurde. Eine dokumentierte Trendauswertung der Kalibrierwerte hilft, das Intervall sachlich zu begründen.
  • Widerstandsmessgeräte: jährliche Laborkalibrierung, Alltagscheck mit Referenzwiderstand.
  • Feldmeter: jährliche Kalibrierung, tägliche Kontrolle mit definierter Ladungsquelle.
  • Neue oder reparierte Geräte immer vor Erstnutzung kalibrieren lassen.
  • Intervall im ESD-Kontrollplan festhalten und Fälligkeiten überwachen.
ESD-Arbeitsplatz

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Worauf müssen Sie beim Kalibrierschein achten?

Der Kalibrierschein ist der eigentliche Wert der Kalibrierung - er dokumentiert Messwerte, Abweichungen und die Rückführbarkeit auf nationale Normale. Ein reiner Aufkleber "kalibriert" ohne Zahlen ist im Audit wertlos. Prüfen Sie das Dokument inhaltlich, nicht nur auf Vorhandensein.

Ein akkreditierter DAkkS-Schein (nach DIN EN ISO/IEC 17025) belegt die Rückführbarkeit ohne Zusatznachweis. Ein Werkskalibrierschein ist zulässig, muss die Rückführbarkeit und Messunsicherheit aber selbst schlüssig ausweisen.
  • Eindeutige Geräte-Identifikation (Typ, Seriennummer).
  • Datum der Kalibrierung und benannter Prüfer oder Labor.
  • Ist-Werte je Messpunkt mit Sollwert und Abweichung.
  • Angegebene Messunsicherheit und verwendete Normale.
  • Aussage zur Rückführbarkeit auf nationale Normale.

Häufige Fragen

Wie oft muss ein ESD-Messgerät kalibriert werden?

Die DIN EN 61340‑5‑1 nennt kein festes Intervall, sondern fordert ein risikobasiert festgelegtes und dokumentiertes Intervall. In der Praxis sind 12 Monate üblich, ergänzt um tägliche oder messreihenbezogene Zwischenprüfungen.

Was unterscheidet Kalibrierung von einer Funktionsprüfung?

Die Kalibrierung vergleicht das Gerät mit rückführbaren Normalen und dokumentiert die Abweichung. Die tägliche Funktionsprüfung mit Referenzwiderstand oder Ladungsquelle zeigt nur grob, ob das Gerät plausibel arbeitet - sie ersetzt die Kalibrierung nicht.

Reicht ein Werkskalibrierschein oder braucht es DAkkS?

Ein Werksschein ist zulässig, wenn er Ist-Werte, Messunsicherheit und Rückführbarkeit schlüssig ausweist. Ein akkreditierter DAkkS-Schein nach ISO/IEC 17025 belegt die Rückführbarkeit ohne weiteren Nachweis und ist in strengen Audits die sichere Wahl.

Was tun, wenn ein Gerät die Toleranz verlässt?

Das Gerät sperren, nachjustieren oder ersetzen und prüfen, welche seit der letzten gültigen Kalibrierung getroffenen Bewertungen betroffen sein könnten. Diesen Rückschluss verlangt ein sauberes ESD-Kontrollprogramm.

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