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IPC-A-610

Wie prüft und bewertet man Lötstellen nach IPC-A-610?

IPC-A-610 ist der Branchenstandard für die Abnehmbarkeit elektronischer Baugruppen. Eine gute Lötstelle ist glatt, glänzend, zeigt eine konkave Kehle und vollständige Benetzung. Bewertet wird per Sichtprüfung und Mikroskop gegen die Akzeptanzklassen 1, 2 und 3.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Löttechnik-Spezialisten
Zur Löttechnik
konkav
gute Kehlenform
vollständig
Benetzung
3 Klassen
IPC-A-610
Sicht + Mikroskop
Prüfmethode
Inhalt
  1. Gute Lötstelle
  2. Häufige Fehler
  3. Prüfung und Klassen
  4. Häufige Fragen

Woran erkennt man eine gute Lötstelle?

IPC-A-610 (Acceptability of Electronic Assemblies) ist der weltweit verbreitetste Standard für die visuelle Abnahme von Lötstellen und Baugruppen. Eine gute Verbindung hat eine glatte, gleichmäßige Oberfläche, eine konkave Kehle zwischen Anschluss und Pad und zeigt vollständige Benetzung ohne abgerissene Ränder.

Vollständige Benetzung bedeutet, dass das Lot flach und mit spitzem Randwinkel auf Pad und Anschluss ausläuft, statt kugelig darauf zu perlen. Die Kehle soll konkav sein, also leicht eingezogen. Zu viel Lot verdeckt die Kontur, zu wenig Lot lässt Pad oder Anschluss frei. Bei bleifreien Legierungen ist die Oberfläche oft matter, was allein kein Fehler ist.

Kurz gefasst: Glatte Oberfläche, konkave Kehle und vollständige Benetzung mit spitzem Randwinkel sind die drei Kennzeichen einer akzeptablen Lötstelle nach IPC-A-610.

Welche Lötfehler treten häufig auf?

Die meisten Lötfehler entstehen durch zu wenig oder zu viel Wärme, falsche Lotmenge oder unzureichendes Flussmittel. Die folgende Tabelle ordnet die typischen Defekte ihrer Ursache und ihrem Erscheinungsbild zu, damit sie bei der Sichtprüfung sicher erkannt werden.

FehlerUrsacheErscheinungsbild
Kalte Stellezu wenig Wärme, Bewegung beim Erstarrenmatt, körnig, rissig
Zu wenig Lotkurze Lotzufuhr, schlechte BenetzungKehle unvollständig, Pad frei
Zu viel Lotzu lange Lotzufuhrkugelig, Kontur verdeckt
Brücke (Kurzschluss)zu viel Lot, enger AbstandLotverbindung zwischen Pads
Grabstein (Tombstoning)ungleiche Erwärmung, Bauteil aufgerichtetChip einseitig hochgezogen
Lunker (Voids)eingeschlossenes Gas, AusgasungHohlraum, nur im Röntgen sichtbar
Unzureichende BenetzungOxidation, wenig FlussmittelLot perlt, hoher Randwinkel
Gestörte StelleBewegung vor dem Erstarrenaufgeraut, verzogen, matt
Praxis: Frisches Flussmittel und der richtige Wärmeeintrag verhindern die meisten Benetzungs- und Kaltlötfehler. Details zur Flussmittelwahl im Ratgeber Flussmittel-Typen.

Wie prüft man und was bedeuten die Klassen 1, 2 und 3?

Geprüft wird zuerst per Sichtprüfung mit gutem Licht, bei feinen Strukturen und Zweifelsfällen zusätzlich unter dem Stereomikroskop mit 10- bis 20-facher Vergrößerung. Lunker im Inneren zeigt nur das Röntgen. IPC-A-610 definiert drei Akzeptanzklassen mit steigender Anforderung.

  • Klasse 1 - Allgemeine Elektronik: einfache Geräte, bei denen die Funktion im Vordergrund steht.
  • Klasse 2 - Gebrauchselektronik: dauerhafte Nutzung, längere Lebensdauer, geringe Fehlertoleranz.
  • Klasse 3 - Hochzuverlässige Elektronik: Medizin, Luftfahrt, Militär, wo Ausfall nicht toleriert wird.

Die Klasse legt fest, wie streng Kriterien wie minimale Benetzung, zulässige Lunkeranteile oder Kehlenausbildung ausgelegt werden. Ein Merkmal, das in Klasse 1 akzeptabel ist, kann in Klasse 3 bereits ein Fehler sein. Vor der Bewertung muss daher die geforderte Klasse feststehen.

Flussmittel richtig wählen

Das passende Flussmittel entscheidet über Benetzung und saubere Kehlen bei der Sichtprüfung.

Flussmittel-Typen lesen

Häufige Fragen

Was ist IPC-A-610?

IPC-A-610 (Acceptability of Electronic Assemblies) ist der internationale Standard für die visuelle Abnahme von Lötstellen und elektronischen Baugruppen. Er definiert Akzeptanzkriterien und die drei Klassen 1, 2 und 3 mit steigenden Zuverlässigkeitsanforderungen.

Wie sieht eine gute Lötstelle aus?

Eine gute Lötstelle ist glatt, zeigt eine konkave Kehle zwischen Anschluss und Pad und ist vollständig benetzt, das heißt das Lot läuft mit spitzem Randwinkel aus. Bei bleifreiem Lot darf die Oberfläche matter wirken, ohne dass es ein Fehler ist.

Was bedeuten die IPC-Klassen 1, 2 und 3?

Klasse 1 steht für allgemeine Elektronik mit Fokus auf Funktion, Klasse 2 für langlebige Gebrauchselektronik und Klasse 3 für hochzuverlässige Baugruppen wie in Medizin oder Luftfahrt. Je höher die Klasse, desto strenger die Abnahmekriterien.

Beratung zur Lötstellenprüfung

Von Mikroskop und Beleuchtung bis zur passenden Löttechnik unterstützen wir bei einer sicheren Prüfung nach IPC-A-610.

Nach IPC-A-610

Kriterien nach anerkanntem Abnahmestandard.

Fachlich geprüft

Inhalte von Löttechnik-Spezialisten geprüft.

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Standardnormen und Fakten statt Produktwerbung.

Beratung

Persönliche Unterstützung bei der Auswahl.

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