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IPC-7095 / IPC-A-610

Voids unter BGA und QFN reduzieren - wie gelingt es?

Voids sind Gaseinschlüsse in der Lötstelle, die Wärmeableitung und Zuverlässigkeit mindern. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Voids unter BGA und QFN über Pastenwahl, ein sauberes Vorheizprofil und Vakuum-Reflow senken und wie Sie das Ergebnis nach IPC-7095 und IPC-A-610 bewerten.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Löttechnik-Spezialisten
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< 25 %
typ. IPC-Grenze BGA-Void je Ball
-50 bis -80 %
Void-Reduktion durch Vakuum
150-180 °C
Vorheiz-Soak-Zone
IPC-7095
Bewertungsgrundlage
Inhalt
  1. Ursachen und Wirkung
  2. Paste und Profil
  3. Vakuum-Reflow
  4. IPC-Grenzwerte
  5. Häufige Fragen

Wie entstehen Voids unter BGA und QFN?

Voids sind Gasblasen, die beim Reflow im schmelzenden Lot eingeschlossen werden. Sie stammen überwiegend aus den Flussmittel-Ausgasungen der Lotpaste: Lösemittel und Aktivatoren verdampfen, und unter grossen Flächen wie BGA-Balls oder dem QFN-Massepad kann das Gas nicht rechtzeitig entweichen.

Besonders kritisch ist das zentrale Thermal-Pad von QFN und LGA. Die grosse zusammenhängende Lotfläche wirkt wie eine Falle, sodass Voids dort oft 40 % und mehr der Fläche einnehmen, wenn das Profil und der Pastenauftrag nicht angepasst sind.

Voids senken die thermische und elektrische Leitfähigkeit der Lötstelle und können mechanische Spannungsspitzen erzeugen. Bei Leistungsbauteilen steigt dadurch die Sperrschichttemperatur, was die Lebensdauer verkürzt.
  • Flussmittel-Ausgasung als Hauptquelle des eingeschlossenen Gases.
  • Grosse Pad-Flächen (BGA-Ball, QFN-Massepad) erschweren das Entweichen.
  • Oxidation auf Pad oder Kugel behindert das Benetzen und hält Gas fest.
  • Zu schnelles Aufheizen treibt Lösemittel erst im flüssigen Lot aus.
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Welche Rolle spielen Paste und Vorheizung?

Die Lotpaste ist die erste Stellschraube. Pasten der Klassen Typ 4 und Typ 5 mit feinerem Pulver und speziell auf niedrige Voids optimierte Flussmittel entgasen kontrollierter. Ebenso wichtig ist eine ausreichend lange Soak-Phase zwischen etwa 150 und 180 °C, damit Lösemittel vor dem Aufschmelzen entweichen.

Beim QFN-Massepad reduziert eine gerasterte Schablonenapertur die aufgetragene Pastenmenge auf 50 bis 80 % und schafft Entlüftungskanäle, durch die Gas entweichen kann, bevor das Lot vollständig schmilzt.
  • Stickstoff-Atmosphäre verbessert die Benetzung und mindert Oxidation.
  • Frische, korrekt aufgerührte Paste vermeidet Feuchteaufnahme.
  • Peak nicht überhöhen: zu heiss verkocht das Flussmittel zu früh.

Wann lohnt sich Vakuum-Reflow?

Beim Vakuum-Reflow wird die Kammer, während das Lot flüssig ist, kurz auf wenige Millibar bis rund 100 mbar evakuiert. Die eingeschlossenen Gasblasen dehnen sich aus und steigen aus der Schmelze auf, bevor das Lot erstarrt. So lassen sich Void-Anteile um 50 bis 80 % senken, teils auf Restwerte unter 2 %.

Vakuum lohnt sich vor allem bei Leistungshalbleitern, grossen QFN-Massepads und sicherheitsrelevanten BGA, bei denen die reine Profiloptimierung die geforderten Grenzwerte nicht erreicht. Das Vakuum wird gezielt im flüssigen Zustand angelegt und vor dem Erstarren wieder aufgehoben.

Ein zu tiefes oder zu langes Vakuum kann Spritzer und Lotperlen erzeugen. Vakuumzeitpunkt, Enddruck und Haltedauer sollten als Profilparameter validiert und dokumentiert werden.
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Wie bewertet man Voids nach IPC?

Die Bewertung erfolgt per Röntgeninspektion und wird gegen die IPC-Kriterien gehalten. IPC-7095 beschreibt die Void-Berechnung für BGA, IPC-A-610 definiert Abnahmekriterien. Üblich ist eine Grenze von 25 % Void-Fläche je einzelnem BGA-Ball, projiziert in der Draufsicht.

Legen Sie die Grenzwerte projektbezogen mit dem Kunden fest. Für Leistungsanwendungen sind oft strengere Werte als die Standard-25 % vereinbart, dokumentiert im Prüfplan mit Röntgenbildern.
  • 2D-Röntgen für die Draufsicht-Voidfläche je Ball.
  • Position im Ball prüfen: Voids an der Grenzfläche sind kritischer als zentrale.
  • Ergebnisse mit Profil- und Pastencharge verknüpfen und archivieren.

Häufige Fragen

Ab welchem Void-Anteil wird eine BGA-Lötstelle abgelehnt?

Als Richtwert gilt nach IPC-7095 und IPC-A-610 eine Grenze von 25 % projizierter Void-Fläche je einzelnem Ball. Für kritische Leistungsanwendungen vereinbaren viele Hersteller strengere projektbezogene Werte.

Reduziert eine bessere Lotpaste allein die Voids ausreichend?

Void-optimierte Typ-4- oder Typ-5-Pasten helfen, reichen aber selten allein. Erst zusammen mit einem sauberen Soak-Profil und, bei grossen Pads, mit Vakuum-Reflow erreicht man dauerhaft niedrige Werte.

Wie stark senkt Vakuum-Reflow die Voids?

In der Praxis sind Reduktionen von 50 bis 80 % üblich, oft auf Restwerte unter 2 %. Das Vakuum wird im flüssigen Zustand angelegt, damit die Gasblasen vor dem Erstarren aufsteigen.

Wie werden Voids gemessen?

Standard ist die Röntgeninspektion, meist 2D in der Draufsicht. Die Void-Fläche wird ins Verhältnis zur Ball- oder Pad-Fläche gesetzt und nach IPC bewertet.

Voids sicher unter die IPC-Grenze bringen?

Von der void-optimierten Lotpaste über Schablonen bis zu Reflow- und Vakuumsystemen liefern wir die passende Ausrüstung für BGA und QFN.

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Bewertung nach IPC-7095 und IPC-A-610.

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