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EN 50160

Netzqualitätsanalysator nach EN 50160 richtig wählen?

Ein Netzqualitätsanalysator misst, ob die Versorgungsspannung die Grenzwerte der EN 50160 einhält. Dieser Ratgeber erklärt die Messklasse A nach IEC 61000-4-30, die wichtigsten Parameter Oberschwingungen, Flicker und Spannungseinbrüche sowie die richtige Auswahl und Anbindung des Geräts.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
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EN 50160
Bewertungsnorm Netzqualität
Klasse A
IEC 61000-4-30 Messverfahren
10 min
Mittelungsintervall der Norm
50 Ord.
Oberschwingungen bewertet
Inhalt
  1. Norm und Messklasse
  2. Die Kernparameter
  3. Auswahlkriterien
  4. Häufige Fragen

Was bewertet die EN 50160 und warum Klasse A?

Die EN 50160 beschreibt die Merkmale der Spannung im öffentlichen Versorgungsnetz: Frequenz, Höhe, Kurvenform und Symmetrie. Sie legt Grenzwerte fest, etwa dass 95 % der 10-Minuten-Mittelwerte der Spannung innerhalb von ±10 % der Nennspannung liegen müssen. Der Netzqualitätsanalysator erfasst diese Werte über einen typischen Beobachtungszeitraum von einer Woche.

Wie gemessen wird, regelt hingegen die IEC 61000‑4‑30. Sie definiert zwei Genauigkeitsklassen: Klasse A für belastbare, gerichtsfeste Messungen und Klasse S für orientierende Überprüfungen. Nur mit einem Klasse-A-Gerät sind Ergebnisse zwischen verschiedenen Herstellern reproduzierbar und für Reklamationen beim Netzbetreiber verwertbar.

Zwei Normen greifen ineinander: EN 50160 sagt, was zulässig ist, IEC 61000‑4‑30 sagt, wie gemessen wird. Für aussagekräftige Berichte brauchen Sie beides.
  • Frequenz: 50 Hz, im Verbundnetz 99,5 % des Jahres innerhalb ±1 %.
  • Spannungshöhe: 95 % der 10-min-Mittelwerte innerhalb ±10 % Un.
  • Beobachtungszeitraum: in der Regel 7 Tage zusammenhängend.
  • Klasse A verwendet feste, aggregierte Intervalle von 10 min, 2 h und 10 s.

Oberschwingungen, Flicker und Spannungseinbrüche erfassen

Die drei häufigsten Störgrößen sind Oberschwingungen, Flicker und Spannungseinbrüche. Jede hat eigene Grenzwerte und ein eigenes Bewertungsverfahren, das der Analysator korrekt umsetzen muss.

Oberschwingungen sind Vielfache der Grundfrequenz, die von Schaltnetzteilen, Frequenzumrichtern und LED-Treibern erzeugt werden. Der THD fasst sie zusammen, doch die Norm begrenzt zusätzlich einzelne Ordnungen, etwa die 5. Harmonische auf 6 %. Ein guter Analysator zeigt das Spektrum bis mindestens zur 50. Ordnung und trennt sauber zwischen Harmonischen und Zwischenharmonischen.

Flicker ist die vom Auge wahrnehmbare Helligkeitsschwankung von Lampen. Der Kurzzeitwert Pst wird über 10 min, der Langzeitwert Plt über 2 h gebildet - Ihr Gerät muss beide nach IEC 61000‑4‑15 berechnen.
  • Spannungseinbruch (Dip): Restspannung 1 % bis 90 % Un, Dauer 10 ms bis 1 min.
  • Unterbrechung: Spannung unter 1 % Un, meist durch Schutzauslösung.
  • Überspannung (Swell): Spannung über 110 % Un, oft nach Lastabwurf.
  • Einbrüche werden nach Tiefe und Dauer klassiert, nicht mit einem festen Grenzwert.

Worauf kommt es bei der Geräteauswahl an?

Neben der Messklasse entscheiden Kanalzahl, Stromwandler, Speicher und Sicherheitskategorie über die Praxistauglichkeit. Für ein Drehstromnetz brauchen Sie vier Spannungs- und vier Strompfade, um auch den Neutralleiter zu erfassen.

Die Sicherheitskategorie muss zum Messort passen. Am Hausanschluss und in der Verteilung gilt CAT IV, in Unterverteilungen CAT III. Achten Sie zusätzlich auf die passenden Stromzangen: flexible Rogowski-Spulen für hohe Ströme und schwer zugängliche Sammelschienen, klassische Zangen für genaue Messungen im unteren Bereich.

Prüfen Sie, ob das Gerät Netzqualitätsberichte automatisch nach EN 50160 erzeugt. Das spart Stunden bei der Auswertung und macht Ergebnisse gegenüber dem Netzbetreiber belastbar.
Messgeräte im Überblick

Vom Leistungsmessgerät bis zum Klasse-A-Analysator - passende Technik für jede Aufgabe.

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Häufige Fragen

Reicht ein Multimeter zur Netzqualitätsmessung?

Nein. Ein Multimeter zeigt nur Effektivwerte, aber weder Oberschwingungsspektrum noch Flicker oder zeitlich aufgelöste Spannungseinbrüche. Für eine Bewertung nach EN 50160 ist ein Netzqualitätsanalysator nach IEC 61000‑4‑30 nötig.

Was ist der Unterschied zwischen Klasse A und Klasse S?

Klasse A verwendet fest definierte Messverfahren und Aggregationsintervalle, sodass Ergebnisse reproduzierbar und rechtssicher sind. Klasse S ist toleranter und dient der orientierenden Überprüfung, etwa bei der Fehlersuche.

Wie lange muss ich messen?

Die EN 50160 bewertet einen zusammenhängenden Zeitraum von einer Woche mit 10-Minuten-Mittelwerten. Für die Fehlersuche genügen oft kürzere Aufzeichnungen, für einen normkonformen Bericht sind die vollen 7 Tage nötig.

Warum sind Oberschwingungen ein Problem?

Sie erwärmen Neutralleiter und Transformatoren zusätzlich, können Sicherungen unerwartet auslösen und Elektronik stören. Die EN 50160 begrenzt daher den THD auf 8 % und einzelne Ordnungen separat.

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