Lötpaste wählen und richtig lagern - worauf achten?
Lötpaste ist eine Mischung aus Lotpulver und Flussmittel, die per Schablonendruck auf die Pads aufgetragen und im Reflow verlötet wird. Die Wahl richtet sich nach Legierung, Pulverklasse und Rasterfeinheit. Kühle Lagerung und richtiges Anwärmen entscheiden über Druckbild und Haltbarkeit.
Löttechnik ansehenWas ist Lötpaste und welche Legierung passt?
Lötpaste ist eine Mischung aus feinem Lotpulver und Flussmittel. Das Flussmittel macht die Paste druckbar, hält sie klebrig (Tack) und reinigt die Oberflächen beim Aufheizen. Im Schablonendruck wird die Paste auf die SMD-Pads aufgetragen, danach werden die Bauteile gesetzt und im Reflow-Ofen verlötet.
Standard ist heute die bleifreie Legierung SAC305 (Sn96,5/Ag3,0/Cu0,5), die in der Elektronikfertigung nach RoHS breit eingesetzt wird. Bleihaltige Pasten (SnPb) schmelzen niedriger und sind nur dort zulässig, wo Ausnahmen gelten (etwa bestimmte Luftfahrt-, Medizin- und Militäranwendungen). Die Legierung gibt das Reflow-Profil vor.
Welche Pulverklasse (Type) brauche ich?
Die Pulverklasse (Type) beschreibt die Korngröße des Lotpulvers nach J-STD-005. Je feiner das Raster und je kleiner die Aperturen, desto feiner muss das Pulver sein, damit die Paste sauber aus den Öffnungen auslöst. Zu grobes Pulver verstopft feine Aperturen, zu feines oxidiert schneller.
| Type | Korngröße | Einsatz |
|---|---|---|
| Type 3 | 25-45 µm | Standard-SMD, gängige Raster ab 0402 |
| Type 4 | 20-38 µm | Fine-Pitch, kleine Chips, feine QFP |
| Type 5 | 15-25 µm | Ultrafeines Raster, 0201, Micro-BGA |
Die Pulverklasse hängt eng mit der Schablone zusammen: Details zu Foliendicke und Aperturen im Beitrag Lötschablone verwenden.
Wie lagere und verarbeite ich Lötpaste richtig?
Lötpaste wird gekühlt gelagert, typisch bei 2‑10 °C im Kühlschrank, und hat eine begrenzte Haltbarkeit. Vor dem Öffnen die verschlossene Dose auf Raumtemperatur akklimatisieren lassen, damit kein Kondenswasser eindringt. Nicht wieder einfrieren und das Haltbarkeitsdatum des Herstellers beachten.
| Punkt | Empfehlung | Warum |
|---|---|---|
| Lagertemperatur | 2-10 °C gekühlt | Bremst Reaktion von Pulver und Flussmittel |
| Vor Gebrauch | Verschlossen akklimatisieren | Verhindert Kondenswasser in der Paste |
| Nicht einfrieren | Kein Wiedereinfrieren | Entmischung und Separation vermeiden |
| Haltbarkeit | Herstellerdatum beachten | Tack und Druckbild lassen mit der Zeit nach |
- Paste verschlossen im Kühlschrank bei 2‑10 °C lagern.
- Vor dem Öffnen mehrere Stunden auf Raumtemperatur akklimatisieren lassen.
- Vor dem Druck kurz und gleichmäßig aufrühren, sofern der Hersteller es vorsieht.
- Nur so viel entnehmen, wie zeitnah verarbeitet wird.
- Angebrochene Paste nicht wieder einfrieren, Datum notieren.
- Auf der Schablone die maximale Offenzeit des Herstellers einhalten.
- Reste nicht in die Originaldose zurückgeben, um Alterung zu vermeiden.
Nach dem Pastendruck folgt der Ofenprozess: mehr dazu im Beitrag Reflow-Löten.
Häufige Fragen
Bei welcher Temperatur lagert man Lötpaste?
Typisch gekühlt bei 2‑10 °C im Kühlschrank, entsprechend den Herstellerangaben. Vor dem Öffnen die verschlossene Dose auf Raumtemperatur bringen, damit kein Kondenswasser eindringt. Nicht wieder einfrieren.
Was bedeutet Type 3, 4 oder 5?
Die Pulverklasse beschreibt die Korngröße des Lotpulvers nach J-STD-005. Type 3 (25‑45 µm) ist Standard, Type 4 (20‑38 µm) für Fine-Pitch, Type 5 (15‑25 µm) für ultrafeine Raster. Feineres Raster verlangt feineres Pulver.
Bleifrei oder bleihaltig?
SAC305 ist der bleifreie Standard nach RoHS und für die meisten Anwendungen richtig. Bleihaltige SnPb-Pasten schmelzen niedriger und sind nur dort zulässig, wo Ausnahmen gelten, etwa in bestimmten Luftfahrt-, Medizin- und Militärbereichen.
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