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J-STD-005

Lötpaste wählen und richtig lagern - worauf achten?

Lötpaste ist eine Mischung aus Lotpulver und Flussmittel, die per Schablonendruck auf die Pads aufgetragen und im Reflow verlötet wird. Die Wahl richtet sich nach Legierung, Pulverklasse und Rasterfeinheit. Kühle Lagerung und richtiges Anwärmen entscheiden über Druckbild und Haltbarkeit.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Löttechnik-Spezialisten
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Pulver + Flussmittel
Lotlegierung als Pulver in Flussmittel eingebettet
Type 3/4/5
Pulverklasse nach Rasterfeinheit wählen
2-10 °C
gekühlt lagern, vor Gebrauch akklimatisieren
SAC305
bleifreier Standard, bleihaltig nur wo erlaubt
Inhalt
  1. Grundlagen
  2. Pulverklasse
  3. Lagerung
  4. Häufige Fragen

Was ist Lötpaste und welche Legierung passt?

Lötpaste ist eine Mischung aus feinem Lotpulver und Flussmittel. Das Flussmittel macht die Paste druckbar, hält sie klebrig (Tack) und reinigt die Oberflächen beim Aufheizen. Im Schablonendruck wird die Paste auf die SMD-Pads aufgetragen, danach werden die Bauteile gesetzt und im Reflow-Ofen verlötet.

Kernprinzip: Das Lotpulver bestimmt die Legierung und den Schmelzbereich, das Flussmittel das Druck- und Benetzungsverhalten. Beide zusammen ergeben Druckbild, Tack und Lötergebnis.

Standard ist heute die bleifreie Legierung SAC305 (Sn96,5/Ag3,0/Cu0,5), die in der Elektronikfertigung nach RoHS breit eingesetzt wird. Bleihaltige Pasten (SnPb) schmelzen niedriger und sind nur dort zulässig, wo Ausnahmen gelten (etwa bestimmte Luftfahrt-, Medizin- und Militäranwendungen). Die Legierung gibt das Reflow-Profil vor.

No-Clean oder wasserlöslich: Das Flussmittelsystem bestimmt, ob nach dem Löten gereinigt werden muss. No-Clean-Pasten kommen ohne Reinigung aus, wasserlösliche verlangen einen Waschschritt.

Welche Pulverklasse (Type) brauche ich?

Die Pulverklasse (Type) beschreibt die Korngröße des Lotpulvers nach J-STD-005. Je feiner das Raster und je kleiner die Aperturen, desto feiner muss das Pulver sein, damit die Paste sauber aus den Öffnungen auslöst. Zu grobes Pulver verstopft feine Aperturen, zu feines oxidiert schneller.

TypeKorngrößeEinsatz
Type 325-45 µmStandard-SMD, gängige Raster ab 0402
Type 420-38 µmFine-Pitch, kleine Chips, feine QFP
Type 515-25 µmUltrafeines Raster, 0201, Micro-BGA
Type 3

Universeller Standard für die meisten Baugruppen mit gängigem Raster.

Ansehen
Type 4

Feineres Pulver für Fine-Pitch und kleine Aperturen.

Ansehen
Legierung

SAC305 als bleifreier Standard, SnPb nur wo zulässig.

Ansehen
Schablone abstimmen

Aperturgröße und Pulverklasse zusammen betrachten.

Zur Schablone

Die Pulverklasse hängt eng mit der Schablone zusammen: Details zu Foliendicke und Aperturen im Beitrag Lötschablone verwenden.

Wie lagere und verarbeite ich Lötpaste richtig?

Lötpaste wird gekühlt gelagert, typisch bei 2‑10 °C im Kühlschrank, und hat eine begrenzte Haltbarkeit. Vor dem Öffnen die verschlossene Dose auf Raumtemperatur akklimatisieren lassen, damit kein Kondenswasser eindringt. Nicht wieder einfrieren und das Haltbarkeitsdatum des Herstellers beachten.

PunktEmpfehlungWarum
Lagertemperatur2-10 °C gekühltBremst Reaktion von Pulver und Flussmittel
Vor GebrauchVerschlossen akklimatisierenVerhindert Kondenswasser in der Paste
Nicht einfrierenKein WiedereinfrierenEntmischung und Separation vermeiden
HaltbarkeitHerstellerdatum beachtenTack und Druckbild lassen mit der Zeit nach
  • Paste verschlossen im Kühlschrank bei 2‑10 °C lagern.
  • Vor dem Öffnen mehrere Stunden auf Raumtemperatur akklimatisieren lassen.
  • Vor dem Druck kurz und gleichmäßig aufrühren, sofern der Hersteller es vorsieht.
  • Nur so viel entnehmen, wie zeitnah verarbeitet wird.
  • Angebrochene Paste nicht wieder einfrieren, Datum notieren.
  • Auf der Schablone die maximale Offenzeit des Herstellers einhalten.
  • Reste nicht in die Originaldose zurückgeben, um Alterung zu vermeiden.
Printbarkeit und Tack: Eine akklimatisierte, frische Paste rollt sauber vor dem Rakel und hält die Bauteile bis zum Reflow. Zu kalte oder überlagerte Paste zeigt schlechtes Auslösen und geringen Tack.

Nach dem Pastendruck folgt der Ofenprozess: mehr dazu im Beitrag Reflow-Löten.

Häufige Fragen

Bei welcher Temperatur lagert man Lötpaste?

Typisch gekühlt bei 2‑10 °C im Kühlschrank, entsprechend den Herstellerangaben. Vor dem Öffnen die verschlossene Dose auf Raumtemperatur bringen, damit kein Kondenswasser eindringt. Nicht wieder einfrieren.

Was bedeutet Type 3, 4 oder 5?

Die Pulverklasse beschreibt die Korngröße des Lotpulvers nach J-STD-005. Type 3 (25‑45 µm) ist Standard, Type 4 (20‑38 µm) für Fine-Pitch, Type 5 (15‑25 µm) für ultrafeine Raster. Feineres Raster verlangt feineres Pulver.

Bleifrei oder bleihaltig?

SAC305 ist der bleifreie Standard nach RoHS und für die meisten Anwendungen richtig. Bleihaltige SnPb-Pasten schmelzen niedriger und sind nur dort zulässig, wo Ausnahmen gelten, etwa in bestimmten Luftfahrt-, Medizin- und Militärbereichen.

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