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DIN EN 61340-5-1

ESD-Staubsauger: Was unterscheidet ihn vom Werkstattsauger und wann braucht man HEPA?

Ein ESD-Staubsauger leitet die Ladung, die Luftstrom und Partikel im Schlauch erzeugen, über ableitfähige Düsen, Schlauch und Gehäuse zur Erde ab. Ein Werkstattsauger aus Kunststoff lädt sich dagegen auf und kann Bauteile schädigen. HEPA brauchen Sie bei Toner, Feinstaub und im Reinraum, wo die Abluft keine Partikel zurück in den Raum tragen darf.

5 Min.Stand: 2026-10Geprüft: ESD-Spezialisten
ESD-Staubsauger ansehen
0,3 µm
Partikelrückhalt mit Mikrofilter
HEPA
für Toner, Feinstaub und Reinraum
PE / EBP
Erdung über Schutzleiter oder Erdungskabel
regelbar
Saugleistung zum Schutz von Bauteilen
Inhalt
  1. Unterschied
  2. Aufladung im Schlauch
  3. Erdung
  4. Filter und HEPA
  5. Einsatz an Baugruppen
  6. Wartung und Prüfung
  7. Häufige Fragen

Was unterscheidet einen ESD-Staubsauger vom Werkstattsauger?

Der Unterschied liegt im Ableitpfad. Beim ESD-Staubsauger sind alle Teile, die dem Bauteil nahekommen, ableitfähig oder leitfähig: Düsen, Bürsten, Schlauch, Gehäuse, oft auch Tragegurt und Kabel. Sie sind über Netzkabel oder Erdungskabel mit der Erde verbunden. Ein Werkstattsauger aus isolierendem Kunststoff sammelt Ladung und ist in der EPA nach DIN EN 61340-5-1 ein unkontrollierter Isolator.

  • Material: ableitfähiger Kunststoff überall, wo Luftstrom, Staub oder Bauteil anliegen.
  • Erdung: definierter Pfad zum Schutzleiter oder zum Erdungssammelpunkt (EBP).
  • Filter: Beutel und Mikrofilter, bei Bedarf HEPA, statt eines groben Faltenfilters.
  • Leistung: regelbar, damit kleine Bauteile nicht mitgerissen werden.

Warum lädt sich ein normaler Sauger beim Saugen auf?

Staubpartikel reiben mit hoher Geschwindigkeit an Düse und Schlauchwand. Bei jedem Kontakt und jeder Trennung wechseln Ladungsträger die Seite, das ist triboelektrische Aufladung. Ein isolierender Schlauch kann die Ladung nicht abgeben. Sie sammelt sich an der Düse und entlädt sich beim nächsten Kontakt in die Baugruppe. Trockene Raumluft verstärkt den Effekt.

Isolierender Schlauch: Ladung bleibt++++++EntladungAbleitfähiger Schlauch: Ladung fließt abErde (PE oder EBP)
Reibung der Partikel lädt den Schlauch auf. Nur ein geerdeter ableitfähiger Schlauch führt die Ladung ab, bevor die Düse die Baugruppe erreicht.
Schon ohne Berührung wirkt das Feld einer geladenen Düse: Es verschiebt Ladungen in nahen Bauteilen, die sich beim Kontakt mit Werkzeug oder Hand schlagartig ausgleichen. Auch der Blasbetrieb lädt Oberflächen auf. Wer Baugruppen ausbläst, braucht dieselbe Ableitung, in kritischen Prozessen zusätzlich einen Ionisator, und trägt eine Schutzbrille.

Wie wird ein ESD-Staubsauger geerdet?

Die Ableitung läuft über den Schutzleiter des Netzkabels oder über ein separates Erdungskabel zum Erdungssammelpunkt der EPA. Bei Geräten der Schutzklasse I verbindet der Schutzkontaktstecker Gehäuse, Schlauch und Düse mit der Erde. Schutzisolierte Geräte der Klasse II haben keinen Schutzleiter, dort muss der Ableitpfad über eine leitfähige Leitung oder einen eigenen Erdungsanschluss gelöst sein.

Auch das abgesaugte Objekt gehört an Erde: Leiterplatte auf geerdeter Tischmatte (Rgp < 109 Ω), Person über Handgelenkband mit weniger als 3,5 x 107 Ω. Dann liegen Düse, Baugruppe und Mensch auf demselben Potenzial. Den Aufbau zeigt der Ratgeber ESD-Arbeitsplatz aufbauen.

Welche Filterstufe brauchen Sie und wann ist HEPA nötig?

Die Filterstufe richtet sich danach, was abgesaugt wird und wohin die Abluft strömt. Für Staub und Lötreste an Leiterplatten reichen Filterbeutel und Mikrofilter. HEPA ist nötig bei sehr feinen Partikeln wie Toner, wenn die Abluft in einen Reinraum oder sauberen Montagebereich zurückgeht oder wenn Personen vor Feinstaub geschützt werden sollen.

  • Filterbeutel: hält groben Schmutz zurück und schützt die feineren Stufen, oft doppellagig aus Papier.
  • Mikrofilter vor dem Motor: elektrostatisch wirksames Vlies, fängt Feinstaub bis etwa 0,3 µm.
  • HEPA: Schwebstofffilter nach EN 1822 bzw. ISO 29463, Klasse H13 hält mindestens 99,95 % der Partikel zurück.
  • Aktivkohle: bindet Gerüche beim Toner-Service, ersetzt aber keinen Partikelfilter.
AnwendungFilterZubehör
Leiterplatten in der EPABeutel + MikrofilterGummidüse, Pinselaufsatz, Leistungsregelung
Drucker-Service (Toner)HEPA, optional AktivkohleFugendüse, Nadeldüse, Ersatzfilter
Service vor OrtMikrofilter oder HEPATragegurt, Tasche, kurze Düsen
ReinraumHEPA mit dichtem Sitzableitfähiger Schlauch, glatte Flächen
Schaltschränke, GeräteinnenräumeMikrofilter, bei Feinstaub HEPAVerlängerungsrohr, Blasfunktion
Nicht geeignet sind ESD-Staubsauger für Flüssigkeiten, heiße Reste und gesundheitsgefährdende Stäube wie Asbest. Dafür gibt es Sicherheitssauger mit Staubklasse nach EN 60335-2-69.

Wie saugen Sie Baugruppen, ohne Bauteile zu beschädigen?

Beginnen Sie mit niedriger Saugleistung und erhöhen Sie nur, wenn der Schmutz nicht folgt. Kleine SMD-Bauteile, Jumper oder Etiketten werden bei voller Leistung mitgerissen, eine harte Düse kann Bauteile abscheren. Regelbare Geräte mit weicher Gummi- oder Pinseldüse sind an Leiterplatten die bessere Wahl.

  • Gerät spannungsfrei schalten, Baugruppe auf eine geerdete Matte legen.
  • Schmutz mit ableitfähigem Pinsel lösen und dann absaugen, statt die Düse über Bauteile zu ziehen.
  • Fugen- und Nadeldüse für Kühlkörper, Steckerleisten und Lüftergitter nutzen.
  • Lüfter festhalten, damit sie im Luftstrom nicht hochdrehen und Spannung erzeugen.
ESD-Staubsauger

Ableitfähiger Schlauch, Düsen und Gehäuse, je nach Modell mit Leistungsregelung oder HEPA.

Zu den Produkten
ESD-Bürsten und Pinsel

Lösen Staub und Flussmittelreste vor dem Absaugen.

Zu den Produkten
Field-Service-Kit

Was neben dem Sauger in die Servicetasche gehört.

Zum Ratgeber
ESD im Reinraum

Partikelarmut und Ableitfähigkeit zugleich erreichen.

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Wie warten und prüfen Sie einen ESD-Staubsauger?

Wartung heißt hier zweierlei: Filter rechtzeitig wechseln und den Ableitpfad regelmäßig messen. Ein voller Filter senkt die Saugleistung und lässt den Motor heiß laufen. Ein gerissener Schlauch oder eine abgenutzte Düse unterbricht die Ableitung unbemerkt. Beides gehört mit festem Intervall in das ESD-Kontrollprogramm nach DIN EN 61340-5-1.

  • Beutel und Motorfilter bei nachlassendem Sog tauschen, Beutel nie wiederverwenden, Wechsel außerhalb der EPA.
  • HEPA-Filter nicht ausklopfen, nach dem Einsetzen den Sitz der Dichtung prüfen.
  • Widerstand Düsenspitze zu Erdungspunkt mit ESD-Messgerät messen und protokollieren.
  • Schlauch auf Risse und lose Muffen prüfen, Kabel und Stecker auf Schäden.

Häufige Fragen

Darf man einen normalen Staubsauger in der EPA verwenden?

An Arbeitsplätzen und Baugruppen nicht. Gehäuse, Schlauch und Düse eines normalen Saugers sind Isolatoren und laden sich beim Saugen auf. Ob er für die Bodenreinigung außerhalb der Arbeitszeit zulässig ist, legt das ESD-Kontrollprogramm fest.

Wann reicht ein Mikrofilter, wann braucht man HEPA?

Für Staub, Lötreste und Fasern an Leiterplatten reicht meist ein Mikrofilter. HEPA ist nötig bei Toner und anderen sehr feinen Partikeln, im Reinraum und überall dort, wo die Abluft keinen Feinstaub in den Raum zurückblasen darf.

Wie oft sollte die Ableitfähigkeit der Düse geprüft werden?

Das Intervall legt das ESD-Kontrollprogramm fest. Sinnvoll sind eine Messung bei Inbetriebnahme, nach jedem Tausch von Schlauch oder Düse und danach periodisch, bei intensiver Nutzung häufiger. Messwert, Datum und Prüfer werden dokumentiert.

Kann man mit einem ESD-Staubsauger Toner absaugen?

Ja, wenn das Gerät einen HEPA-Filter hat und der Hersteller den Einsatz für Toner vorsieht. Toner ist so fein, dass er einfache Filter passiert und mit der Abluft wieder im Raum landet. Aktivkohle mindert zusätzlich Gerüche.

Welcher ESD-Staubsauger passt zu Ihrer Anwendung?

Die Kategorie zeigt Geräte mit ableitfähigem Zubehör, regelbarer Leistung und unterschiedlichen Filterstufen.

Normbezogen

Ableitung und Prüfung nach DIN EN 61340-5-1.

Filter nach Anwendung

Vom Mikrofilter bis HEPA.

Prüfbar

Widerstand Düse zu Erde messbar.

Auswahlhilfe

Wir helfen bei der Produktauswahl, technische Details klären Sie direkt mit dem Hersteller.