Handgelenkband prüfen und pflegen: Warum lösen sich Druckknöpfe und wie testet man richtig?
Ein Handgelenkband schützt nur, wenn die ganze Kette aus Hautkontakt, Band, Druckknopf, Spiralkabel mit 1-MΩ-Widerstand und Erdungspunkt intakt ist. Testen Sie das System täglich am Körper, das Prüffenster liegt bei 0,75 bis 35 MΩ. Lose Druckknöpfe sind meist ein Passungsproblem zwischen Band und Kabel.
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Woraus besteht ein Handgelenkband-System?
Ein Handgelenkband-System hat vier Glieder: das Band mit leitfähiger Innenseite, den Druckknopf als Kupplung, das Spiralkabel mit eingebautem Schutzwiderstand von 1 MΩ und den Stecker zum Erdungspunkt. Alle Glieder liegen elektrisch in Reihe. Fällt eines aus, ist die Person nicht mehr geerdet, auch wenn das Band sichtbar am Arm sitzt.
Textilbänder mit versilberten Fasern werden in der Weite eingestellt, Metall-Gliederbänder halten auch bei trockener Haut guten Kontakt. Der Widerstand im Kabel begrenzt den Strom, falls die Person ein spannungsführendes Teil berührt. Ein elektrischer Personenschutz ist das Band trotzdem nicht, an Geräten über 250 V AC ist es nicht vorgesehen.
4-mm- oder 10-mm-Druckknopf, Bananenstecker oder Klemme?
Am Band sitzt ein Druckknopf mit 4 mm oder 10 mm, die Kupplung am Kabel muss genau passen. Am Erdungspunkt (EBP) ist der 4-mm-Bananenstecker üblich, in einigen europäischen Ländern ist er an Erdungskabeln nicht zulässig, dort wird mit 10-mm-Druckknopf angeschlossen. Krokodilklemmen rutschen ab und haben einen undefinierten Übergangswiderstand.
Warum löst sich der Druckknopf vom Kabel?
Unbeabsichtigtes Lösen entsteht, wenn die Haltekraft zwischen Druckknopf und Kupplung zu gering ist. Ursache ist meist die Geometrie: Bei gestanzten, vernieteten Knöpfen unterscheiden sich Kopf- und Halsdurchmesser kaum, Drehung und Zug ziehen die Kupplung über den Kopf. Gedrehte Knöpfe aus Vollmaterial halten deutlich fester.
Kritisch ist, dass eine Trennung oft erst Minuten später auffällt, die Person arbeitet bis dahin ungeerdet. Die Trennkraft soll Bewegung am Platz standhalten, beim Aufstehen aber nachgeben. ANSI/ESD S1.1 nennt 1 bis 5 lbf (rund 4,5 bis 22 N), auch IEC 61340-4-6 enthält eine Prüfung der Trennkraft.
- Bänder mit gedrehten Edelstahl-Druckknöpfen bevorzugen.
- Band und Kabel aus demselben System verwenden, gemischte Kombinationen passen oft nur knapp.
- Kabellänge so wählen, dass es bei normaler Bewegung nicht unter Zug steht.
- Ausgeleierte Kupplungen ersetzen.
Welche Fehler treten an Handgelenkbändern typischerweise auf?
Die meisten Ausfälle betreffen Kabel und Hautkontakt, seltener das Band. Typisch sind Kabelbruch am Knickschutz, ein lockeres oder verschmutztes Band, trockene Haut und falsch angeschlossene Kabel. Viele dieser Fehler zeigen sich nur unter Bewegung und entgehen einer einzelnen Messung leicht.
| Fehlerbild | Ursache | Abhilfe |
|---|---|---|
| Kabelbruch am Knickschutz | Dauerbiegung an Kupplung oder Stecker | Kabel ersetzen, Führung prüfen |
| Wert zu hoch, Band locker | Band zu weit oder verschmutzt | Nachstellen, reinigen, ersetzen |
| Wert zu hoch, Band in Ordnung | Trockene Haut | Zugelassene ESD-Handlotion |
| Wert zu niedrig | Schutzwiderstand überbrückt oder fehlt | Kabel sofort aussondern |
| Systemwert hoch trotz guter Teile | Kabel an Mattenrand geklemmt | Direkt an den Erdungspunkt |
Wird das Kabel an den Rand einer Tischmatte geklemmt, addiert sich der Mattenwiderstand, und 35 MΩ sind schnell überschritten. Das Kabel gehört in eine Buchse am Erdungspunkt. Matten und Bänder werden einzeln dorthin geführt, nie hintereinander.
Wie testet man ein Handgelenkband richtig?
Getestet wird das komplette System am Körper: Band am Handgelenk, Kabel eingerastet, Stecker im Tester, Finger auf der Kontaktfläche. So erfasst die Messung alle Glieder gemeinsam. DIN EN 61340-5-1 fordert für die Person über das Handgelenkband weniger als 3,5 x 107 Ω, das Verfahren beschreibt ihr Anhang A.
Die obere Testergrenze von 35 MΩ entspricht dem Normwert, die untere, typisch 0,75 MΩ, erkennt ein Kabel ohne funktionierenden Schutzwiderstand. Das Messgerät soll mindestens 5 x 104 bis 1 x 108 Ω abdecken, die Leerlaufspannung liegt typisch zwischen 9 und 100 V DC.
- Band straff anlegen, Kabel einrasten, Stecker in die Testerbuchse stecken.
- Kontaktfläche drücken und das Kabel dabei leicht bewegen, um Wackelkontakte zu erkennen.
- Ergebnis mit Datum und Namen festhalten.
Was tun, wenn der Test fehlschlägt?
Nicht arbeiten, bis ein Bestanden-Ergebnis vorliegt. Sitz und Steckverbindung kontrollieren, dann Band und Kabel einzeln messen, das defekte Glied ersetzen und erneut testen. Sind beide einzeln in Ordnung, ist meist trockene Haut die Ursache.
Prüfgeräte für den Tagestest mit oberer und unterer Grenze.
Zu den ProduktenWie pflegt man Band und Kabel und wie oft prüft man sie einzeln?
Textilbänder verlieren Leitfähigkeit durch Hautfett, Schweiß und falsches Waschen. Waschen Sie sie regelmäßig mit mildem Flüssigwaschmittel bei höchstens 50 °C, ohne Bleiche und nur mit nichtionischem Weichspüler. Kabel und Erdungspunkte werden zusätzlich in festen Abständen einzeln gemessen, die Fristen stehen im Prüfplan des Kontrollprogramms.
- Metallbänder nach dem Reinigen vollständig trocknen, sonst korrodieren die Glieder.
- Textilband einen Tag mit überstehendem Ende tragen, erst dann kürzen, so dass das Ende unter der Kappe verschwindet.
- Bänder personenbezogen ausgeben, das macht Verschleiß nachvollziehbar.
Kabel und Erdungspunkte werden etwa halbjährlich einzeln gemessen: am Kabel der Widerstand von Ende zu Ende und der Knickschutz, am Erdungspunkt die Verbindung zur Schutzerde, denn auch eine korrekt installierte Steckdose kann durch Korrosion ihren Schutzleiter verlieren. Der Tester wird üblicherweise jährlich kalibriert. Fristen im Überblick bietet ESD-Prüfintervalle, die Wahl zwischen Band und Fersenband erklärt Handgelenkband oder Fersenband.
Spiralkabel mit Schutzwiderstand, Stecker und Erdungspunkte.
Zu den ProduktenHäufige Fragen
Wie oft muss ein Handgelenkband geprüft werden?
Ein täglich genutztes Band wird täglich am Körper getestet, meist bei Schichtbeginn. Kabel und Erdungspunkte werden zusätzlich periodisch einzeln gemessen. Die Intervalle legt das ESD-Kontrollprogramm fest und dokumentiert jede Messung.
Warum fällt der Test trotz neuem Band zu hoch aus?
Meist sitzt das Band zu locker, oder die Haut ist sehr trocken. Band straffer stellen und erneut messen. Bleibt der Wert zu hoch, hilft eine zugelassene ESD-Handlotion. Erst danach Band und Kabel einzeln prüfen.
Darf man das Kabel an die Tischmatte klemmen?
Nein, nicht an den Rand einer ableitfähigen Matte. Der Mattenwiderstand addiert sich zum System und kann 35 MΩ überschreiten. Das Kabel gehört in eine Buchse am Erdungspunkt, an den Druckknopf der Matte nur, wenn dieser ausdrücklich als Erdungspunkt vorgesehen ist.
Schützt ein Handgelenkband vor elektrischem Schlag?
Nein. Der Widerstand begrenzt zwar den Strom, das Band dient aber gegen elektrostatische Entladung. An Geräten über 250 V AC wird es nicht eingesetzt, die üblichen elektrischen Schutzregeln gelten unverändert weiter.
Handgelenkband, Kabel oder Tester gesucht?
ESD-Armbänder, Spiralkabel und Tester für die tägliche Personenprüfung nach DIN EN 61340-5-1.
Normbezogen
Prüfung nach IEC 61340-4-6 und DIN EN 61340-5-1.
Messbar
Prüffenster von 0,75 bis 35 MΩ.
Dokumentiert
Tagestest und Einzelprüfungen erfasst.
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