Crimpverbindung prüfen: Zugkraft-Test nach Norm - wie?
Die Zugkraftprüfung ist der schnellste Weg, eine Crimpverbindung objektiv zu bewerten. Dieser Ratgeber erklärt die Mindest-Ausreisskräfte nach DIN EN 60352-2, wie Sie die Zangeneinstellung über den Crimphöhen-Wert kontrollieren und welche Fehlerbilder auf eine falsche Presskraft hindeuten.
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Was misst die Zugkraftprüfung an einer Crimpung?
Die Zugkraftprüfung (Ausreissprüfung) zieht Kontakt und Litze mit konstanter Geschwindigkeit auseinander und misst die Kraft, bei der die Verbindung versagt. Dieser Wert - die Ausreisskraft in Newton - ist das objektive Mass für die mechanische Qualität einer Crimpverbindung.
Nach DIN EN 60352‑2 (crimpverbundene Verbindungen) wird die Probe in eine Zugprüfmaschine eingespannt und typischerweise mit rund 100 mm/min bis zum Bruch belastet. Die gemessene Kraft muss den in der Norm tabellierten Mindestwert für den jeweiligen Leiterquerschnitt erreichen oder übertreffen.
- Ausreisskraft = Kraft in Newton beim Versagen der Verbindung.
- Prüfgeschwindigkeit konstant, meist 25‑100 mm/min je nach Vorgabe.
- Einspannlänge und freie Litzenlänge nach Norm reproduzierbar halten.
- Immer den Leiterquerschnitt (mm² bzw. AWG) mitdokumentieren.
Welche Mindest-Ausreisskraft gilt je Querschnitt?
Die geforderte Ausreisskraft steigt mit dem Leiterquerschnitt. DIN EN 60352‑2 gibt für jeden Querschnitt einen Mindestwert vor, den eine normgerechte Crimpung erreichen muss. Die folgenden Richtwerte zeigen die Grössenordnung für gängige Kupferlitzen.
Erreicht eine Probe den Wert nicht, ist die Crimpung zu schwach gepresst oder die Litze wurde beschädigt. Übermässig hohe Werte bei gleichzeitig gerissenen Einzeldrähten deuten dagegen auf eine zu starke Verpressung hin.
Wie kontrolliere ich die Zangeneinstellung?
Die Zugkraft bewertet das Ergebnis, die Crimphöhe steuert den Prozess. Die Crimphöhe (Crimp Height, CH) ist das mit einem Messschieber oder Crimphöhen-Messgerät gemessene Mass über die verpresste Aderendhülse oder den Kontakt. Sie ist der zuverlässigste Indikator für die richtige Zangeneinstellung.
- Crimphöhe nach jeder Werkzeugumstellung an 3‑5 Mustern messen.
- Sollwert und Toleranz (oft ±0,02 bis ±0,05 mm) aus dem Kontaktdatenblatt entnehmen.
- Zu grosse Crimphöhe = zu schwach gepresst, Litze kann herausrutschen.
- Zu kleine Crimphöhe = überpresst, Einzeldrähte werden angeschnitten.
- Ratschenzangen mit Zwangssperre sichern die vollständige Verpressung.
Kalibrierte Ratschenzangen mit passenden Gesenken für reproduzierbare Presskraft.
Zum RatgeberWelche Fehlerbilder zeigt der Bruch?
Nicht nur der Kraftwert zählt, sondern auch, wie und wo die Verbindung versagt. Das Bruchbild verrät, ob Crimpzone, Litze oder Werkzeug die Ursache eines schlechten Ergebnisses ist.
Dokumentieren Sie zu jeder Prüfung Kraftwert, Querschnitt, Werkzeug und Bruchbild. Diese Rückverfolgbarkeit ist die Basis für eine belastbare Qualitätssicherung nach DIN EN 60352‑2.
Häufige Fragen
Nach welcher Norm wird die Zugkraft geprüft?
Massgeblich ist DIN EN 60352‑2 für crimpverbundene, nicht lötbare Verbindungen. Sie legt Prüfaufbau, Prüfgeschwindigkeit und die Mindest-Ausreisskräfte je Leiterquerschnitt fest.
Wie oft muss ich die Zugkraft prüfen?
Die Zugkraftprüfung ist zerstörend und wird als Stichprobe eingesetzt: typisch bei jeder Werkzeugeinrichtung, jedem Losbeginn und in festgelegten Intervallen. Die laufende Kontrolle übernimmt die Crimphöhenmessung.
Ersetzt die Crimphöhe die Zugkraftprüfung?
Nein. Die Crimphöhe ist die schnelle, zerstörungsfreie Prozesskontrolle, die Zugkraftprüfung die objektive Bestätigung der mechanischen Festigkeit. Beide zusammen ergeben eine belastbare Freigabe.
Was bedeutet ein zu hoher Zugkraftwert?
Sehr hohe Werte mit gerissenen Einzeldrähten deuten auf Überpressung hin. Die Litze wird angeschnitten, was die Langzeitfestigkeit und Strombelastbarkeit mindert - hier gehört die Crimphöhe korrigiert.
Crimpen und normgerecht prüfen?
Wir liefern kalibrierte Crimpzangen, Wechselgesenke und Prüfmittel für Zugkraft- und Crimphöhenkontrolle nach DIN EN 60352-2.
Normgeprüft
Prüfmittel und Verfahren nach DIN EN 60352-2.
Reproduzierbar
Ratschenzangen mit Zwangssperre und Crimphöhen-Kontrolle.
Dokumentierbar
Kraftwerte und Bruchbilder rückverfolgbar erfassen.
Fachberatung
Spezialisten unterstützen bei Werkzeug und Prüfaufbau.