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DIN EN 60352-2

Crimpverbindung prüfen: Zugkraft-Test nach Norm - wie?

Die Zugkraftprüfung ist der schnellste Weg, eine Crimpverbindung objektiv zu bewerten. Dieser Ratgeber erklärt die Mindest-Ausreisskräfte nach DIN EN 60352-2, wie Sie die Zangeneinstellung über den Crimphöhen-Wert kontrollieren und welche Fehlerbilder auf eine falsche Presskraft hindeuten.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
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60352-2
Prüfnorm für Crimpungen
0,5-2 mm²
typischer Prüfbereich
±0,02 mm
Toleranz Crimphöhe
100 mm/min
Prüfgeschwindigkeit
Inhalt
  1. Grundlagen der Prüfung
  2. Mindestwerte je Querschnitt
  3. Zangeneinstellung prüfen
  4. Fehlerbilder deuten
  5. Häufige Fragen

Was misst die Zugkraftprüfung an einer Crimpung?

Die Zugkraftprüfung (Ausreissprüfung) zieht Kontakt und Litze mit konstanter Geschwindigkeit auseinander und misst die Kraft, bei der die Verbindung versagt. Dieser Wert - die Ausreisskraft in Newton - ist das objektive Mass für die mechanische Qualität einer Crimpverbindung.

Nach DIN EN 60352‑2 (crimpverbundene Verbindungen) wird die Probe in eine Zugprüfmaschine eingespannt und typischerweise mit rund 100 mm/min bis zum Bruch belastet. Die gemessene Kraft muss den in der Norm tabellierten Mindestwert für den jeweiligen Leiterquerschnitt erreichen oder übertreffen.

Die Zugkraftprüfung ist zerstörend: Die geprüfte Verbindung wird unbrauchbar. Sie ist ein Stichproben- und Einrichtungswerkzeug, keine Prüfung für jedes gecrimpte Teil.
  • Ausreisskraft = Kraft in Newton beim Versagen der Verbindung.
  • Prüfgeschwindigkeit konstant, meist 25‑100 mm/min je nach Vorgabe.
  • Einspannlänge und freie Litzenlänge nach Norm reproduzierbar halten.
  • Immer den Leiterquerschnitt (mm² bzw. AWG) mitdokumentieren.

Welche Mindest-Ausreisskraft gilt je Querschnitt?

Die geforderte Ausreisskraft steigt mit dem Leiterquerschnitt. DIN EN 60352‑2 gibt für jeden Querschnitt einen Mindestwert vor, den eine normgerechte Crimpung erreichen muss. Die folgenden Richtwerte zeigen die Grössenordnung für gängige Kupferlitzen.

Die Werte sind Richtwerte aus DIN EN 60352‑2. Massgeblich ist immer die aktuelle Norm-Tabelle sowie die Spezifikation des Kontaktherstellers, die die Norm ergänzen oder überschreiben kann.

Erreicht eine Probe den Wert nicht, ist die Crimpung zu schwach gepresst oder die Litze wurde beschädigt. Übermässig hohe Werte bei gleichzeitig gerissenen Einzeldrähten deuten dagegen auf eine zu starke Verpressung hin.

Wie kontrolliere ich die Zangeneinstellung?

Die Zugkraft bewertet das Ergebnis, die Crimphöhe steuert den Prozess. Die Crimphöhe (Crimp Height, CH) ist das mit einem Messschieber oder Crimphöhen-Messgerät gemessene Mass über die verpresste Aderendhülse oder den Kontakt. Sie ist der zuverlässigste Indikator für die richtige Zangeneinstellung.

  • Crimphöhe nach jeder Werkzeugumstellung an 3‑5 Mustern messen.
  • Sollwert und Toleranz (oft ±0,02 bis ±0,05 mm) aus dem Kontaktdatenblatt entnehmen.
  • Zu grosse Crimphöhe = zu schwach gepresst, Litze kann herausrutschen.
  • Zu kleine Crimphöhe = überpresst, Einzeldrähte werden angeschnitten.
  • Ratschenzangen mit Zwangssperre sichern die vollständige Verpressung.
Kombinieren Sie beide Prüfungen: Crimphöhe laufend als schnelle Prozesskontrolle, Zugkraftprüfung als Stichprobe zur Einrichtung und Freigabe eines neuen Loses oder Werkzeugs.
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Welche Fehlerbilder zeigt der Bruch?

Nicht nur der Kraftwert zählt, sondern auch, wie und wo die Verbindung versagt. Das Bruchbild verrät, ob Crimpzone, Litze oder Werkzeug die Ursache eines schlechten Ergebnisses ist.

Ein guter Crimp reisst idealerweise in der Litze kurz hinter der Crimphülse, nicht in der Crimpzone selbst - dann sitzt die Verbindung fester als der Leiter.

Dokumentieren Sie zu jeder Prüfung Kraftwert, Querschnitt, Werkzeug und Bruchbild. Diese Rückverfolgbarkeit ist die Basis für eine belastbare Qualitätssicherung nach DIN EN 60352‑2.

Häufige Fragen

Nach welcher Norm wird die Zugkraft geprüft?

Massgeblich ist DIN EN 60352‑2 für crimpverbundene, nicht lötbare Verbindungen. Sie legt Prüfaufbau, Prüfgeschwindigkeit und die Mindest-Ausreisskräfte je Leiterquerschnitt fest.

Wie oft muss ich die Zugkraft prüfen?

Die Zugkraftprüfung ist zerstörend und wird als Stichprobe eingesetzt: typisch bei jeder Werkzeugeinrichtung, jedem Losbeginn und in festgelegten Intervallen. Die laufende Kontrolle übernimmt die Crimphöhenmessung.

Ersetzt die Crimphöhe die Zugkraftprüfung?

Nein. Die Crimphöhe ist die schnelle, zerstörungsfreie Prozesskontrolle, die Zugkraftprüfung die objektive Bestätigung der mechanischen Festigkeit. Beide zusammen ergeben eine belastbare Freigabe.

Was bedeutet ein zu hoher Zugkraftwert?

Sehr hohe Werte mit gerissenen Einzeldrähten deuten auf Überpressung hin. Die Litze wird angeschnitten, was die Langzeitfestigkeit und Strombelastbarkeit mindert - hier gehört die Crimphöhe korrigiert.

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