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ISO/IEC 11801

UTP, FTP oder S/FTP - welche Kabelschirmung passt?

Ob UTP, FTP oder S/FTP - die Kabelschirmung entscheidet über Störfestigkeit und Übertragungsqualität. Dieser Ratgeber ordnet die Schirmungsarten nach EMV-Umgebung ein, erklärt das Erdungskonzept nach ISO/IEC 11801 und hilft bei der Wahl der richtigen Kabelklasse.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
Datenkabel ansehen
3 Arten
UTP, FTP, S/FTP
10 GBit/s
Cat.6A auf 100 m
1 Punkt
einseitige Erdung
40 GBit/s
Cat.8 auf 30 m
Inhalt
  1. Schirmungsarten
  2. Wahl nach Umgebung
  3. Erdungskonzept
  4. Kabelklassen
  5. Häufige Fragen

Was bedeuten UTP, FTP und S/FTP?

Die Kürzel beschreiben, wie ein Datenkabel gegen elektromagnetische Störungen geschützt ist. Der Aufbau folgt dem Schema X/YZZ: der erste Buchstabe steht für den Gesamtschirm, der Teil nach dem Schrägstrich für die Schirmung der einzelnen Adernpaare. So lässt sich jede Bauart eindeutig ablesen.

  • U/UTP: kein Gesamtschirm, keine Paarschirmung - das klassische ungeschirmte Kabel.
  • F/UTP (kurz FTP): Gesamtschirm aus Folie, Paare ungeschirmt.
  • U/FTP: jedes Paar in Folie, kein Gesamtschirm.
  • S/FTP: Gesamtschirm aus Geflecht plus Folie um jedes Paar - höchste Störfestigkeit.
  • SF/UTP: Gesamtschirm aus Geflecht und Folie, Paare ungeschirmt.
Der Buchstabe vor dem Schrägstrich meint den Kabelmantel-Schirm: U = ungeschirmt, F = Folie, S = Geflecht (Braid), SF = Geflecht und Folie. Nach dem Schrägstrich beschreibt TP das ungeschirmte, FTP das folienumhüllte Adernpaar.
Verbindungstechnik

Passende Stecker, Patchpanel und Keystone-Module für jede Kabelklasse.

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Welche Schirmung passt zu welcher EMV-Umgebung?

Die Wahl richtet sich nach der elektromagnetischen Belastung am Verlegeort. Im ruhigen Büro reicht oft UTP, in der Fertigungshalle mit Frequenzumrichtern und Motoren ist S/FTP die sichere Wahl. Ausschlaggebend sind Störquellen in der Nähe, parallel verlegte Energiekabel und die geforderte Datenrate.

Werden Datenkabel parallel zu Energieleitungen geführt, halten Sie mindestens 20 cm Abstand ein oder nutzen Sie getrennte Trassen. Bei geschirmten Kabeln reduziert sich der nötige Abstand, ganz ersetzen kann er die Trennung aber nicht.

Ein geschirmtes System entfaltet seine Wirkung nur bei durchgängiger Schirmführung: Kabel, Stecker, Buchsen und Patchpanel müssen die Schirmklasse gemeinsam erfüllen. Ein einziges ungeschirmtes Modul in der Strecke hebt den Vorteil des S/FTP-Kabels weitgehend auf.

Wie wird die Schirmung richtig geerdet?

Ein Schirm wirkt nur, wenn er fachgerecht mit dem Potenzialausgleich verbunden ist. Nach ISO/IEC 11801 und DIN EN 50174 wird der Schirm an den Verteiler-Erdungsschienen aufgelegt. Entscheidend ist ein sauberer, grossflächiger Kontakt statt eines langen Beidrahts.

  • Einseitige Erdung: vermeidet Erdschleifen, empfohlen bei möglichen Potenzialunterschieden.
  • Beidseitige Erdung: beste Schirmwirkung gegen hochfrequente Störungen, setzt einwandfreien Potenzialausgleich voraus.
  • Schirm rundum kontaktieren (360 Grad), nicht nur über einen dünnen Draht (Pigtail).
  • Alle Komponenten der Strecke auf denselben Potenzialausgleich führen.
In der strukturierten Gebäudeverkabelung wird meist beidseitig geerdet, weil ein normgerechter Potenzialausgleich vorausgesetzt wird. Bestehen Zweifel an gleichem Erdpotenzial zwischen zwei Gebäuden, ist einseitige Erdung oder Lichtwellenleiter die sichere Alternative.
Potenzialausgleich

Erdungsschienen und Schirmklemmen für die normgerechte Auflage.

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Welche Kabelklasse brauche ich?

Die Kategorie (Cat.) legt die Bandbreite und damit die maximale Datenrate fest. Für neue Installationen gilt Cat.6A als Standard, weil es 10 GBit/s über die volle Strecke von 100 m sicher überträgt. Höhere Klassen sind Rechenzentren und Kurzstrecken vorbehalten.

Ab Cat.7 gibt es Kabel nur noch in geschirmter Ausführung (mindestens S/FTP), da die geforderten Frequenzen ohne Schirm nicht störungsfrei erreichbar sind. Cat.8 ist auf kurze Strecken im Rechenzentrum ausgelegt und benötigt konsequent geschirmte Steckverbinder.

Planen Sie die Klasse nach der erwarteten Nutzungsdauer der Verkabelung, nicht nach dem heutigen Bedarf. Ein Cat.6A-S/FTP-System bietet Reserven für kommende 10-GBit/s-Anwendungen bei überschaubarem Mehrpreis.

Häufige Fragen

Ist S/FTP immer besser als UTP?

Nur wenn Störquellen vorhanden sind oder hohe Datenraten gefordert werden. In störungsarmer Büroumgebung erfüllt UTP die Anforderungen günstiger und ist einfacher zu verlegen. In Industrie und Rechenzentrum ist S/FTP klar überlegen.

Muss ein geschirmtes Kabel geerdet werden?

Ja, sonst wirkt der Schirm nicht, sondern kann sogar als Antenne Störungen einkoppeln. Der Schirm muss über Stecker und Patchpanel mit dem Potenzialausgleich verbunden sein, rundum kontaktiert und nicht nur über einen dünnen Draht.

Ein- oder beidseitig erden?

In der strukturierten Verkabelung mit sauberem Potenzialausgleich wird meist beidseitig geerdet, das bietet den besten HF-Schutz. Bei möglichen Potenzialunterschieden verhindert einseitige Erdung Erdschleifen.

Welche Kabelklasse für Gigabit-Ethernet?

Cat.5e reicht für 1 GBit/s auf 100 m. Für 10 GBit/s über die volle Strecke ist Cat.6A nötig. Für neue Installationen empfiehlt sich direkt Cat.6A als zukunftssichere Basis.

Das passende Datenkabel gesucht?

Wir liefern UTP-, FTP- und S/FTP-Kabel von Cat.5e bis Cat.8 samt geschirmter Verbindungstechnik - abgestimmt auf Ihre EMV-Umgebung und Ihr Erdungskonzept.

Normkonform

Kabel und Komponenten nach ISO/IEC 11801 und DIN EN 50174.

Erdung inklusive

Schirmklemmen und Erdungszubehör für sauberen Potenzialausgleich.

Durchgängig geschirmt

Stecker und Panel passend zur Schirmklasse des Kabels.

Fachberatung

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