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ANSI/ESD S20.20

ESD-Beauftragter - welche Aufgaben und Verantwortung?

Der ESD-Beauftragte verantwortet das ESD-Kontrollprogramm im Betrieb und stellt sicher, dass alle Massnahmen der Norm entsprechen. Dieser Ratgeber erklärt Aufgaben, Qualifikation und Verantwortung nach ANSI/ESD S20.20 sowie IEC/DIN EN 61340-5-1, von der Erstellung des Programms über regelmässige Prüfungen bis zur Schulung.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: ESD-Spezialisten
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S20.20
Grundlage des Programms
12 Monate
Intervall der Auditprüfung
< 3,5 x 10⁷ Ω
Grenzwert Personenerdung
1 Rolle
benannter Verantwortlicher
Inhalt
  1. Rolle und Programm
  2. Aufgaben im Alltag
  3. Qualifikation und Audit
  4. Häufige Fragen

Was macht ein ESD-Beauftragter?

Der ESD-Beauftragte (englisch ESD Coordinator) ist die benannte Person, die das ESD-Kontrollprogramm im Unternehmen aufbaut, dokumentiert und aufrechterhält. Nach ANSI/ESD S20.20 und IEC/DIN EN 61340‑5‑1 muss jede EPA-Zone einen klar zugeordneten Verantwortlichen haben, damit Zuständigkeit und Weisungsbefugnis eindeutig sind.

Er übersetzt die Anforderungen der Norm in ein schriftliches Programm mit Plan, Grenzwerten und Prüfintervallen. Dazu gehören die Festlegung der EPA (ESD Protected Area), die Auswahl der Schutzmassnahmen und die laufende Überwachung, dass alle Elemente wirksam bleiben.

Die Norm verlangt keine externe Zertifizierung der Person, aber eine dokumentierte Benennung und ausreichende Kompetenz. Der Beauftragte braucht die Rückendeckung der Geschäftsleitung, um Massnahmen durchsetzen zu können.
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Welche konkreten Aufgaben umfasst die Rolle?

Die Aufgaben reichen von der Planung über die Beschaffung bis zur wiederkehrenden Prüfung. Der Beauftragte legt fest, welche Grenzwerte gelten, wer wie oft misst und wie Abweichungen behandelt werden.

  • ESD-Kontrollprogramm und Compliance-Verifikationsplan schriftlich erstellen und pflegen.
  • Grenzwerte definieren (z. B. Personenerdung unter 3,5 x 10⁷ Ω, Bodenwiderstand, Ionisator-Abklingzeit).
  • Wiederkehrende Prüfungen von Handgelenkbändern, Matten, Böden und Schuhen organisieren.
  • Messgeräte kalibrieren lassen und Prüfprotokolle dokumentieren.
  • Schulung von Mitarbeitenden planen und Nachweise führen.
  • Beschaffung von ESD-Ausstattung fachlich begleiten und Neuware qualifizieren.
Handgelenkbänder sind der häufigste Schwachpunkt. Ein täglicher Nutzertest oder ein kontinuierliches Monitoring erkennt Brüche, bevor Bauteile geschädigt werden.

Welche Qualifikation braucht der Beauftragte?

Gefordert ist technisches Verständnis der ESD-Physik, Kenntnis der Normen und praktische Messkompetenz. Viele Betriebe setzen auf anerkannte Schulungen, etwa zum ESD-Koordinator nach ESD-Verband, ergänzt durch interne Einarbeitung.

Der Beauftragte führt oder begleitet das interne Audit, das den fortlaufenden Nachweis der Programmwirksamkeit liefert. Üblich ist eine vollständige Überprüfung mindestens einmal jährlich, ergänzt um stichprobenartige Messungen im laufenden Betrieb.

  • Kenntnis von ANSI/ESD S20.20 und IEC/DIN EN 61340‑5‑1.
  • Sicherer Umgang mit Widerstands- und Feldmessgeräten.
  • Fähigkeit, Prüfpläne, Grenzwerte und Korrekturmassnahmen abzuleiten.
  • Didaktische Kompetenz für die Unterweisung der Mitarbeitenden.
Das Audit ist kein einmaliges Ereignis. Die Norm verlangt einen kontinuierlichen Verifikationsplan - der Beauftragte hält die Prüfnachweise revisionssicher vor.

Häufige Fragen

Ist ein ESD-Beauftragter gesetzlich vorgeschrieben?

Ein Gesetz nennt die Rolle nicht direkt, aber ANSI/ESD S20.20 und IEC 61340‑5‑1 verlangen einen benannten Verantwortlichen für das ESD-Kontrollprogramm. Wer nach diesen Normen arbeitet, braucht die Funktion zwingend.

Wie oft muss das ESD-Programm geprüft werden?

Ein vollständiges Audit erfolgt üblicherweise mindestens jährlich. Personenerdung wird täglich getestet, andere Elemente wie Böden oder Ionisatoren nach einem festgelegten Verifikationsplan.

Welcher Grenzwert gilt für die Personenerdung?

Der Gesamtwiderstand von Person und Erdungssystem soll unter 3,5 x 10⁷ Ω liegen. Dieser Wert stellt sicher, dass Ladungen kontrolliert und schnell genug abfliessen.

Braucht der Beauftragte eine externe Zertifizierung?

Die Norm fordert keine Personenzertifizierung, wohl aber nachweisbare Kompetenz. Anerkannte Schulungen zum ESD-Koordinator und eine dokumentierte Benennung sind übliche Praxis.

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