ESD-Erdung am Arbeitsplatz - wie erde ich normgerecht?
Eine ESD-Schutzzone funktioniert nur, wenn Tisch, Matte, Handgelenkband und Boden auf ein gemeinsames Potenzial gebracht werden. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie alle ableitfähigen Elemente nach IEC 61340-5-1 über einen gemeinsamen Erdungspunkt (EBP) korrekt verbinden und prüfen.
Erdungstechnik ansehenWarum brauchen alle Elemente einen gemeinsamen Erdungspunkt?
Ziel jeder ESD-Erdung ist ein einziges gemeinsames Potenzial. Tisch, Matte, Handgelenkband, Boden und geerdete Werkzeuge werden auf denselben Bezugspunkt geführt, damit zwischen ihnen keine gefährliche Spannungsdifferenz entsteht. Dieser zentrale Anschluss heisst Erdungssammelpunkt (Earth Bonding Point, EBP).
Nach IEC 61340‑5‑1 muss der Ableitwiderstand jedes Elements zum Erdungspunkt unter 3,5·10⁷ Ω liegen, damit Ladungen sicher, aber nicht schlagartig abfliessen. Der EBP wird über ein Erdungskabel mit dem Schutzleiter (PE) der Elektroinstallation verbunden.
Wie werden Tisch, Matte, Handgelenkband und Boden angeschlossen?
Jedes Element erhält eine definierte Verbindung zum EBP. Die Tischmatte über Druckknopf und Erdungskabel, das Handgelenkband über eine Spiralschnur mit integriertem 1 MΩ Widerstand, der Boden über Erdungsbleche und die Ableitschicht.
- Handgelenkband: der 1 MΩ Widerstand begrenzt den Berührstrom und schützt die Person.
- Tischmatte: eigenes Erdungskabel, nicht über das Handgelenkband miterden.
- Boden: leitfähiger oder ableitfähiger Belag mit mindestens zwei getrennten Erdungsblechen.
- Alle Kabel sichtbar und prüfbar zum gemeinsamen EBP führen.
Welche Widerstandswerte gelten und warum?
Die Norm unterscheidet zwei Grenzen: den Ableitwiderstand der Elemente zur Erde und den Personenerdungswiderstand. Beide müssen unter 3,5·10⁷ Ω liegen, dürfen aber wegen der Personensicherheit nicht zu niedrig sein.
Der 1 MΩ Widerstand in Handgelenkband und Erdungskabel ist ein Kompromiss: hoch genug, um bei versehentlichem Kontakt mit Spannung den Strom zu begrenzen, niedrig genug, um statische Ladungen in Millisekunden abzuleiten.
Wie wird die Erdung geprüft und dokumentiert?
Eine ESD-Erdung ist nur so gut wie ihre regelmässige Prüfung. Handgelenkbänder werden arbeitstäglich mit einem Testgerät kontrolliert, Matten und Boden periodisch mit einem Widerstandsmessgerät gegen den EBP gemessen.
- Handgelenkband: täglicher Test am Tester oder kontinuierliche Überwachung (Constant Monitor).
- Tischmatte und Boden: periodische Messung nach IEC 61340‑5‑1, Werte dokumentieren.
- Sichtprüfung von Druckknöpfen, Spiralschnüren und Erdungskabeln auf Bruch.
- EBP und PE-Anbindung mindestens jährlich prüfen lassen.
Häufige Fragen
Was ist ein gemeinsamer Erdungspunkt (EBP)?
Der Earth Bonding Point ist der zentrale Anschluss, an dem alle ableitfähigen Elemente einer ESD-Schutzzone zusammengeführt und über den Schutzleiter geerdet werden. So teilen alle Elemente dasselbe Potenzial.
Warum enthält die Erdung einen 1 MΩ Widerstand?
Der Widerstand begrenzt bei versehentlichem Kontakt mit Netzspannung den Strom durch die Person und schützt sie. Statische Ladungen fliessen trotzdem schnell genug ab, weil sie keine hohe Stromstärke benötigen.
Kann der Boden das Handgelenkband ersetzen?
Nur beim Stehen oder Gehen mit geprüften ESD-Schuhen und ableitfähigem Boden. Im Sitzen ist ein Handgelenkband Pflicht, weil der Körper dann nicht ausreichend über die Füsse geerdet ist.
Welchen Widerstand darf die Erdung maximal haben?
Nach IEC 61340‑5‑1 muss der Ableitwiderstand jedes Elements zur Erde unter 3,5·10⁷ Ω liegen. Der Personenerdungswiderstand über Handgelenkband gilt mit demselben Grenzwert.
ESD-Erdung normgerecht aufbauen?
Wir liefern Erdungssammelpunkte, Erdungskabel mit 1 MΩ, Handgelenkbänder und Matten - abgestimmt nach IEC 61340-5-1.
Normgeprüft
Alle Komponenten erfüllen die IEC 61340-5-1.
Ein Potenzial
Alles auf einen gemeinsamen Erdungspunkt geführt.
Messbar sicher
Widerstände dokumentiert und prüfbar.
Fachberatung
ESD-Spezialisten begleiten die Einrichtung.