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DIN EN 61340-5-1

Ausrüstung der ESD-Schutzzone (EPA): Was gehört dazu?

Eine ESD-Schutzzone (EPA, Electrostatic Protected Area) schützt empfindliche Elektronik nur dann zuverlässig, wenn alle Elemente zusammenspielen: Personenerdung, ableitfähige Flächen und Böden, geerdete Lagerung, Ionisation und regelmäßige Kontrolle. Dieser Beitrag zeigt, welche Ausrüstung eine normkonforme EPA nach DIN EN 61340-5-1 ausmacht.

6 Min.Stand: 2026-07Geprüft: ESD-Spezialisten
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ab 100 V
Schädigung empfindlicher Bauteile möglich (HBM)
1 MΩ
typischer Widerstand im Personen-Erdungspfad
104-109 Ω
ableitfähiger Widerstandsbereich der EPA
DIN EN 61340-5-1
Norm für ESD-Schutzbereiche
Inhalt
  1. Was ist eine EPA?
  2. Personenerdung
  3. Flächen, Boden, Erdung
  4. EPA im Überblick
  5. Bodenbeläge
  6. Handhabungsregeln
  7. Häufige Fragen

Was ist eine ESD-Schutzzone (EPA)?

Eine EPA (Electrostatic Protected Area) ist ein räumlich definierter Bereich, in dem elektrostatisch gefährdete Bauteile (ESDS) sicher gehandhabt werden. Alle leitfähigen und ableitfähigen Elemente - Personen, Arbeitsflächen, Boden und Betriebsmittel - sind über definierte Widerstände auf ein gemeinsames Erdpotenzial geführt. So entstehen keine schädigenden Potenzialunterschiede.

Aufladungen entstehen im Alltag vor allem durch Reibung und Trennung von Materialien (Reibungselektrizität). Nach den aktuellen ESD-Normen gilt für die Schutzzone die maximal zulässige Aufladung nach dem Human-Body-Modell mit 100 V als Richtwert. Elektrostatisch geschützte Bereiche und ESD-Einzelarbeitsplätze sind daher in nahezu der gesamten Elektronik- und Halbleiterfertigung erforderlich.

Grundprinzip - ableiten statt isolieren: Der menschliche Körper und alle Betriebsmittel werden kontrolliert geerdet, typischerweise über einen Widerstand von rund einem Megaohm. Dieser Widerstand leitet Ladung sicher ab und begrenzt zugleich den Entladestrom.

Personenerdung: Handgelenk, Schuhe, Stuhl

Der Mensch ist die größte Ladungsquelle in der EPA. Beim Gehen auf Isolierboden kann sich eine Person auf mehrere Kilovolt aufladen. Deshalb wird jede Person kontrolliert mit Erde verbunden - je nach Tätigkeit über das Handgelenk, über die Schuhe oder über beides.

Handgelenkband

Definierte ableitfähige Verbindung zur Erde für sitzende Tätigkeiten, meist über 1 MΩ.

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Schuh- und Fersenerdung

Für stehende und bewegliche Tätigkeiten - wirkt nur zusammen mit einem ableitfähigen Boden.

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ESD-Stuhl

Minimiert die Aufladung beim Aufstehen und erdet die Person bei sitzenden Tätigkeiten zusätzlich.

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ESD-Bekleidung

Ableitfähige, geschlossene Kleidung schirmt die elektrostatischen Felder der Unterbekleidung ab.

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Täglich prüfen: Handgelenkband- und Schuherdung werden mit einem Personen-Erdungstester kontrolliert. Ein Schuhtester mit Prüfplatte gehört an jeden EPA-Eingang.

Ableitfähige Flächen, Boden und Erdung

Neben der Person müssen auch alle Arbeits- und Ablageflächen kontrolliert Ladung ableiten. Sie werden über einen gemeinsamen Erdungspunkt sternförmig mit der Schutzerde verbunden.

Ableitfähige Tischmatte

Erdbare Arbeitsoberfläche führt Ladung von Bauteilen und Werkzeugen kontrolliert ab.

Erdungsbox (EBP)

Zentraler Erdungspunkt bündelt Tisch-, Matten- und Personenerdung mit definierten Widerständen.

Regal- und Tischplattenerdung

Fachbodenregale und Ablagen werden geerdet, damit Transportsysteme ihre Ableitfähigkeit behalten.

Ionisation

Ionisiergeräte neutralisieren Ladung auf prozessbedingt unvermeidbaren Isolatoren.

Die EPA im Überblick

Die folgende Übersicht zeigt eine vollständig ausgestattete ESD-Schutzzone - von der Zonenkennzeichnung am Eingang über die Personen- und Flächenerdung bis zu Lagerung, Werkzeug und Prüftechnik.

Übersicht einer ausgestatteten ESD-Schutzzone (EPA) mit nummerierter Legende
Ausgestattete ESD-Schutzzone: Kennzeichnung, Personenerdung, ableitfähige Flächen und Böden, Lagerung und Prüftechnik im Zusammenspiel.
Zonenkennzeichnung

Kennzeichnung von EPA-Eingang, Arbeitszone und Ausgang sowie Zonenmarkierband am Boden.

Prüftechnik

Personen-Erdungstester, Schuhtesterplatte und Prüfprotokoll zur periodischen Kontrolle.

Lagerung und Verpackung

Ableitfähige Lagermagazine, SMD-Kabinette und ESD-Verpackung (leitfähig, ableitfähig, abschirmend).

Werkzeug und Löttechnik

ESD-Werkzeuge, Lötstation in ESD-Ausführung, PCB-Halter und ESD-Handschuhe.

Antistatisch, ableitfähig oder leitfähig?

Bodenbeläge unterscheiden sich in ihrem elektrischen Widerstand und damit im Schutzniveau. Welche Ausführung nötig ist, hängt von der Anwendung ab.

TypAnwendungVerklebung und Erdung
AntistatischBüroräume mit EDV-Anlagen - verteilt Aufladungen auf eine große Fläche und vermeidet störende Entladungen.ohne leitfähigen Kleber
Elektrostatisch ableitendMontage und Wartung von Elektronik, medizinische Bereiche - leitet auch geringste Aufladungen kontrolliert ab.leitfähiger Kleber, Erdung über Kupferband
Elektrisch leitfähigExplosionsgefährdete Bereiche wie OP-Räume, Labore oder Munitionsdepots - verhindert Funkenentladung.leitfähiger Kleber, zusätzliches Kupferband-Netz

Bei häufig niedriger Luftfeuchte (unter 25 %) oder stark isolierendem Untergrund wie Gussasphalt empfiehlt sich auch bei antistatischen Belägen der Einsatz von leitfähigem Kleber.

Handhabungsregeln für ESDS

Selbst die beste Ausrüstung wirkt nur mit den richtigen Handhabungsregeln. Für die Verarbeitung elektrostatisch gefährdeter Bauteile (ESDS) gelten die folgenden Grundregeln:

Nur in der EPA

ESDS ausschließlich an elektrostatisch geschützten Arbeitsplätzen verarbeiten.

Ständige Erdung

Personenerdung über Handgelenk und Schuhe sicherstellen und auf sanften Potenzialausgleich achten.

Isolatoren meiden

Aufladbare Materialien wie normales PE, PVC oder Styropor aus der Zone fernhalten.

Definierte Verpackung

Nur gekennzeichnete, geprüfte ESD-Verpackungs- und Transportmaterialien einsetzen.

Feldgrenze beachten

ESDS keinen elektrostatischen Feldern über 100 V/cm aussetzen.

Schulung

Mitarbeiter regelmäßig zu ESD-Grundlagen und Handhabung schulen.

Häufige Fragen

Was gehört zur Grundausstattung einer EPA?

Mindestens Personenerdung (Handgelenkband oder Schuherdung), eine ableitfähige Arbeitsfläche mit Erdung, ein ableitfähiger Boden, ein gemeinsamer Erdungspunkt sowie ESD-Verpackung für Lagerung und Transport. Prüftechnik und Kennzeichnung kommen hinzu.

Warum genau 1 Megaohm im Erdungspfad?

Der Widerstand von rund 1 MΩ leitet Ladung sicher ab und begrenzt zugleich den Entladestrom auf ein für Personen und Bauteile ungefährliches Maß. Er ist ein Kompromiss aus Ableitung und Strombegrenzung.

Reicht ein ableitfähiger Boden ohne Schuherdung?

Nein. Der Boden wirkt nur zusammen mit einer Schuh- oder Fersenerdung, die die Person leitend mit dem Boden verbindet. Ohne passende Personenerdung bleibt die Aufladung bestehen.

Wie oft muss die EPA geprüft werden?

Personenerdung wird arbeitstäglich geprüft, Flächen, Böden und Erdungspunkte periodisch nach dem ESD-Kontrollplan. Die Ergebnisse gehören ins Prüfprotokoll fürs Audit.

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