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DIN EN 61340-5-1

ESD-Schutzverpackung prüfen - wie kontrolliert man sie?

ESD-Schutzverpackungen wirken nur, solange ihre elektrischen Eigenschaften stimmen. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Abschirmung, Oberflächen- und Ableitwiderstand nach DIN EN 61340-5-1 und ANSI/ESD S541 prüfen, welche Grenzwerte gelten und in welchen Intervallen kontrolliert wird.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: ESD-Spezialisten
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< 10⁹ Ω
dissipativ (Oberfläche)
< 20 nJ
Restenergie im Beutel (S11.31)
S541
ANSI/ESD Verpackungsnorm
12 % / 50 %
Prüfklima rF Bereich
Inhalt
  1. Anforderungen und Normen
  2. Widerstand messen
  3. Abschirmung prüfen
  4. Intervalle und Doku
  5. Häufige Fragen

Welche Eigenschaften muss eine ESD-Verpackung erfüllen?

Eine ESD-Schutzverpackung muss drei Dinge leisten: statische Ladung kontrolliert ableiten, keine hohen Felder erzeugen und empfindliche Bauteile gegen Entladungen von aussen abschirmen. Die Anforderungen sind in DIN EN 61340‑5‑1 (EPA) und in der Verpackungsnorm ANSI/ESD S541 festgelegt.

Man unterscheidet leitfähige (conductive), ableitfähige (dissipative) und abschirmende (shielding) Materialien. Ein Abschirmbeutel ist nur dann ein Faradaykäfig, wenn er rundum geschlossen ist, also auch verschweisst oder gefaltet und dicht.

Wichtig ist die Grenze zwischen leitfähig und dissipativ: Nach ANSI/ESD S541 gilt eine Oberfläche als leitfähig bei < 10⁴ Ω und als dissipativ zwischen 10⁴ und < 10¹¹ Ω. Ein Abschirmbeutel wird zusätzlich auf seine Schirmwirkung geprüft.
  • Leitfähig (conductive): Widerstand unter 1 × 10⁴ Ω, führt Ladung sehr schnell ab.
  • Ableitfähig (dissipativ): 1 × 10⁴ bis unter 1 × 10¹¹ Ω, kontrollierte, langsamere Ableitung.
  • Abschirmend (shielding): metallisierte Lage, begrenzt die Energie einer Entladung im Inneren.
  • Low-charging: erzeugt beim Handling selbst kaum Ladung (tribo-elektrisch arm).
ESD-Schutz Grundlagen

So bauen Sie eine normkonforme EPA nach 61340-5-1 auf.

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Wie misst man Oberflächen- und Ableitwiderstand?

Oberflächen- und Ableitwiderstand werden mit einem Widerstandsmessgerät und definierten Elektroden gemessen. Die Prüfmethode ist ANSI/ESD S11.11 (planare Materialien) beziehungsweise die Methoden aus IEC 61340‑2‑3. Gemessen wird die Prüfspannung 10 V oder 100 V, je nach erwartetem Widerstandsbereich.

Der Messwert hängt stark vom Klima ab, deshalb wird nach Norm konditioniert. ANSI/ESD S541 kennt zwei Prüfklimata: das trockene Klima 12 % relative Feuchte als Worst Case und ein moderates Klima um 50 %. Vor der Messung wird das Material 48 Stunden akklimatisiert.

Immer beide Punkte prüfen: einen definierten Widerstandsbereich und das richtige Prüfklima. Ein Beutel, der bei 50 % rF passt, kann bei 12 % rF durchfallen - genau dort trocknet die Luft im Winter aber ab.

Wie prüft man die Abschirmwirkung eines Beutels?

Die Schirmwirkung eines Abschirmbeutels wird nach ANSI/ESD STM11.31 gemessen. Dabei wird ein Beutel zwischen zwei Elektroden gelegt, ein Entladungsimpuls von 1000 V ausgelöst und die Energie gemessen, die eine Sonde im Inneren erreicht. Bestanden gilt der Beutel, wenn im Inneren weniger als 20 nJ (Nanojoule) ankommen.

  • Sichtprüfung zuerst: Löcher, Risse, abgeplatzte Metallisierung oder aufgescheuerte Kanten machen jeden Beutel unbrauchbar.
  • Wiederverwendete Beutel altern - die metallisierte Schicht bekommt Mikrorisse und verliert Schirmwirkung.
  • Nur vollständig geschlossene Beutel schirmen; ein offener oder nur umgeknickter Beutel ist kein Faradaykäfig.
  • Verpackungsband, Etiketten und Sichtfenster dürfen die geschlossene Metalllage nicht unterbrechen.
Faustregel für den Alltag: dissipativ (rosa/pink) schützt vor Aufladung, schirmt aber nicht. Nur silbrig-transparente oder schwarze Shielding-Beutel mit Metalllage bieten echten Faradayschutz für bestückte Baugruppen ausserhalb der EPA.

In welchen Intervallen wird geprüft?

DIN EN 61340‑5‑1 verlangt einen Compliance-Verifikationsplan: definierte Prüfmittel, Grenzwerte und Intervalle, dokumentiert und rückverfolgbar. Für Verpackungen prüft man den Wareneingang stichprobenweise und wiederverwendete Beutel regelmässig.

Beschädigte oder ausgesonderte Beutel nicht weiterverwenden. Dokumentieren Sie Messgerät, Kalibrierdatum, Prüfklima und Ergebnis - so hält die Prüfung jedem Audit stand.
Messgeräte und Prüfmittel

Widerstandsmessgeräte und Elektroden für die Verifikation.

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Häufige Fragen

Was unterscheidet einen Abschirmbeutel von einem dissipativen Beutel?

Der Abschirmbeutel hat eine metallisierte Lage und bildet geschlossen einen Faradaykäfig, der eine Entladung von aussen abhält (Prüfung STM11.31, < 20 nJ innen). Ein dissipativer (rosa) Beutel verhindert nur Eigenaufladung, schirmt aber nicht.

Welche Grenzwerte gelten für den Oberflächenwiderstand?

Nach ANSI/ESD S541 gilt eine Oberfläche als leitfähig unter 1 × 10⁴ Ω und als dissipativ zwischen 1 × 10⁴ und unter 1 × 10¹¹ Ω. Gemessen wird nach S11.11 bei kontrolliertem Klima.

Warum prüft man bei 12 % Luftfeuchte?

12 % relative Feuchte ist der trockene Worst Case, wie er im Winter mit Heizungsluft auftritt. Trockene Luft verschlechtert die Ableitfähigkeit, deshalb muss die Verpackung auch dort noch im Grenzbereich liegen.

Wie oft müssen wiederverwendete Beutel geprüft werden?

Der Verifikationsplan nach 61340‑5‑1 legt das Intervall fest. Üblich sind periodische Stichproben plus Sichtprüfung vor jeder Wiederverwendung; beschädigte Beutel werden ausgesondert.

ESD-Verpackung prüfen oder beschaffen?

Wir liefern geprüfte Abschirm-, dissipative und leitfähige Verpackungen sowie Messgeräte für die Verifikation nach DIN EN 61340-5-1 und ANSI/ESD S541.

Normgeprüft

Materialien nach DIN EN 61340-5-1 und ANSI/ESD S541.

Messbar sicher

Widerstand und Abschirmung dokumentiert prüfbar.

Definiertes Prüfklima

Konditionierung bei 12 % und 50 % relativer Feuchte.

Fachberatung

ESD-Spezialisten unterstützen bei Auswahl und Prüfung.

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