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2014/68/EU

Hydraulikspeicher auslegen - Nutzvolumen und Vorfülldruck?

Ein Hydraulikspeicher gleicht Druckspitzen aus, puffert Volumen und hält Halte- oder Notfunktionen aufrecht. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Blasen- und Membranspeicher nach Nutzvolumen, Vorfülldruck und Druckbereich auslegen und welche Prüfpflichten nach Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU gelten.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
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0,9 x p1
Vorfülldruck p0 als Faustwert
0,2-50 l
gängige Nenninhalte
p2/p0 ≤ 4:1
Druckverhältnis Blasenspeicher
2014/68/EU
Druckgeräterichtlinie
Inhalt
  1. Bauart und Funktion
  2. Nutzvolumen und p0
  3. Prüfpflichten und Recht
  4. Häufige Fragen

Blasen- oder Membranspeicher - wo liegt der Unterschied?

Ein Hydrospeicher trennt ein Stickstoffpolster von der Hydraulikflüssigkeit durch ein elastisches Trennelement. Steigt der Systemdruck, wird das Gas komprimiert und speichert Energie; fällt der Druck, drückt das Gaspolster Öl zurück ins System. Je nach Trennelement unterscheidet man Blasen-, Membran- und Kolbenspeicher.

Membranspeicher sind kompakt, wartungsarm und eignen sich für kleine Volumen bis etwa 4 Liter mit Druckverhältnissen bis 8:1. Blasenspeicher decken grössere Volumen und höhere Volumenströme ab, arbeiten aber wirtschaftlich nur bis zu einem Druckverhältnis p2/p0 von rund 4:1, damit die Blase nicht überdehnt.

Als Speichergas ist ausschliesslich Stickstoff zulässig. Sauerstoff oder Druckluft sind verboten, weil sich unter Kompression zusammen mit Öldampf ein zündfähiges Gemisch bilden kann (Dieseleffekt).
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Wie berechnet man Nutzvolumen und Vorfülldruck?

Die Auslegung startet mit dem geforderten Nutzvolumen ΔV zwischen minimalem Betriebsdruck p1 und maximalem Druck p2. Über die Zustandsänderung des Stickstoffs ergibt sich daraus der nötige Nenninhalt V0. Der Vorfülldruck p0 wird bei entladenem Speicher gemessen und ist der wichtigste Einstellwert.

Bei langsamen Vorgängen (Druckhaltung, Leckageausgleich) rechnet man isotherm mit dem Exponenten n = 1, bei schnellen Stössen adiabat mit n = 1,4. Der Nenninhalt folgt aus V0 = ΔV x (p2/p1)^(1/n) / [1 - (p1/p2)^(1/n)] bezogen auf p0. In der Praxis liefern die Auslegungsdiagramme der Hersteller den Nenninhalt direkt.

  • p0 immer unter p1 wählen, damit das Trennelement nie ganz auf den Ölanschluss aufsetzt.
  • Membranspeicher: p0 ≥ 0,25 x p2, um die Membran vor Überdehnung zu schützen.
  • Blasenspeicher: p0 zwischen 0,25 x p2 und 0,9 x p1 halten.
  • Vorfülldruck ist temperaturabhängig - Angaben stets auf die Betriebstemperatur umrechnen.
Prüfen Sie p0 nach der Inbetriebnahme und danach regelmässig mit einer Prüf- und Füllvorrichtung. Ein sinkender Vorfülldruck ist das erste Anzeichen für Gasverlust oder ein ermüdetes Trennelement.

Welche Prüfpflichten gelten nach Druckgeräterichtlinie?

Hydrospeicher sind Druckgeräte und fallen unter die Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU (national: Betriebssicherheitsverordnung). Massgeblich ist das Produkt aus zulässigem Druck und Volumen (PS x V). Je nach Kategorie I bis IV steigen die Anforderungen an Konformitätsbewertung, Kennzeichnung und wiederkehrende Prüfungen.

  • CE-Kennzeichnung und Konformitätserklärung nach 2014/68/EU beim Inverkehrbringen.
  • Typenschild mit PS, PT, Volumen, Prüfdruck, Baujahr und Fluidgruppe.
  • Prüfung vor Inbetriebnahme und wiederkehrende Prüfungen durch befähigte Person oder ZÜS.
  • Absicherung gegen Überschreiten des zulässigen Betriebsdrucks (Sicherheitsventil, Absperr- und Entlastungsblock).
Vor jeder Demontage muss der Speicher ölseitig drucklos gemacht werden - ein Sicherheits- und Absperrblock am Ölanschluss lässt das Öl kontrolliert ab und trennt den Speicher vom System.
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Häufige Fragen

Wie hoch sollte der Vorfülldruck p0 sein?

Als Faustwert gilt p0 = 0,9 x p1, also knapp unter dem minimalen Betriebsdruck. So bleibt immer ein Restvolumen Öl im Speicher und das Trennelement setzt nicht hart auf den Ölanschluss auf.

Blasen- oder Membranspeicher - was ist besser?

Membranspeicher sind kompakt, wartungsarm und ideal für kleine Volumen bis etwa 4 Liter. Blasenspeicher liefern grössere Nutzvolumen und höhere Volumenströme, arbeiten aber wirtschaftlich nur bis zu einem Druckverhältnis von rund 4:1.

Welches Gas kommt in den Hydraulikspeicher?

Ausschliesslich Stickstoff. Sauerstoff oder Druckluft sind wegen der Explosionsgefahr durch verdichtete Öldämpfe strikt verboten.

Muss ein Hydraulikspeicher wiederkehrend geprüft werden?

Ja. Als Druckgerät nach 2014/68/EU unterliegt er je nach Kategorie einer Prüfung vor Inbetriebnahme und wiederkehrenden Prüfungen durch eine befähigte Person oder eine zugelassene Überwachungsstelle.

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