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Einzel-, Batch- oder Zonenkommissionierung - was passt?

Die richtige Kommissionierstrategie entscheidet über Wegzeiten, Durchsatz und Fehlerquote im Lager. Dieser Ratgeber stellt Einzel-, Batch- und Zonenkommissionierung gegenüber und zeigt, wie Sie anhand von Auftragsstruktur und Artikelspektrum die passende Methode wählen.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
Lagertechnik ansehen
50-65 %
Wegzeitanteil beim Picken
1 Auftrag
Einzelkommissionierung
bis 3x
Durchsatz durch Batch
Zonen
parallel statt seriell
Inhalt
  1. Grundlagen und Ziele
  2. Die drei Strategien
  3. Strategie wählen
  4. Häufige Fragen

Warum ist die Kommissionierstrategie so wichtig?

Die Kommissionierung ist im manuellen Lager der teuerste Einzelprozess. Bis zu 50 bis 65 Prozent der Kommissionierzeit entfallen allein auf Wegzeiten, während das eigentliche Greifen nur einen kleinen Anteil ausmacht. Wer die richtige Strategie wählt, reduziert genau diese Wege.

Grundsätzlich unterscheidet man drei Organisationsformen: die Einzelkommissionierung (ein Auftrag pro Rundgang), die Batchkommissionierung (mehrere Aufträge gebündelt) und die Zonenkommissionierung (das Lager in feste Bereiche geteilt). Alle drei lassen sich mit dem Prinzip Mann-zur-Ware kombinieren.

Es gibt nicht die eine beste Strategie. Die richtige Wahl hängt von der Zahl der Positionen je Auftrag, dem Artikelspektrum und der Auftragsstruktur ab - oft ist eine Kombination am wirtschaftlichsten.
  • Auftragsstruktur: viele kleine Aufträge oder wenige grosse?
  • Positionen je Auftrag: Einzelstücke oder umfangreiche Picklisten?
  • Artikelspektrum: enges Sortiment oder Zehntausende Artikel?
  • Zeitfenster: gleichmässiger Fluss oder Auftragsspitzen?

Wie unterscheiden sich Einzel-, Batch- und Zonenpick?

Bei der Einzelkommissionierung bearbeitet ein Mitarbeiter einen Auftrag komplett in einem Rundgang. Das ist einfach, transparent und fehlerarm, erzeugt aber viele Wege, wenn Aufträge nur wenige Positionen haben.

Die Batchkommissionierung bündelt mehrere Aufträge zu einer Sammelliste. Der Artikel wird nur einmal angelaufen und die Menge für alle Aufträge zusammen entnommen. Das spart Wege, verlangt aber einen anschliessenden Sortierschritt (Split) auf die Einzelaufträge.

Bei der Zonenkommissionierung ist das Lager in feste Bereiche geteilt und jeder Mitarbeiter pickt nur in seiner Zone. Aufträge wandern per Behälter oder Förderer von Zone zu Zone (pick-and-pass) oder werden am Ende zusammengeführt. Das ermöglicht paralleles Arbeiten in grossen Lagern.

Batch- und Zonenpick lassen sich kombinieren (Zonen-Batch): Jede Zone kommissioniert gebündelt für mehrere Aufträge - das verbindet kurze Wege mit Parallelität.
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Welche Strategie passt zu meinem Lager?

Die Wahl richtet sich nach zwei Kennzahlen: der Anzahl Positionen je Auftrag und dem Auftragsvolumen. Als Faustregel gilt: Je kleiner die Aufträge und je höher ihre Zahl, desto grösser der Vorteil von Batch- und Zonenpick.

  • Wenige, umfangreiche Aufträge: Einzelkommissionierung, ggf. mit Wegoptimierung.
  • Viele Kleinaufträge (1‑3 Positionen): Batchkommissionierung mit Sortierstufe.
  • Grosses Lager mit breitem Sortiment: Zonenkommissionierung, damit die Wege je Person kurz bleiben.
  • Saisonale Spitzen: flexible Kombination (Zonen-Batch), skalierbar durch mehr Personal je Zone.
  • Hohe Genauigkeitsanforderung: Einzelpick oder Pick-by-Light/Voice zur Fehlersenkung.
ABC-Analyse zuerst: Schnelldreher (A-Artikel) nach vorn und griffhoch einlagern. Eine gute Lagerplatzstrategie senkt die Wegzeit stärker als der Wechsel der Kommissionierart allein.

Unterstützende Techniken wie Pick-by-Light, Pick-by-Voice oder mobile Scanner senken die Fehlerquote und lassen sich mit jeder der drei Strategien verbinden. Wichtig ist, die Methode regelmässig anhand realer Auftragsdaten zu überprüfen und bei veränderter Struktur anzupassen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Batch- und Zonenkommissionierung?

Bei der Batchkommissionierung bündelt ein Mitarbeiter mehrere Aufträge zu einem Rundgang. Bei der Zonenkommissionierung ist das Lager in feste Bereiche geteilt und jeder pickt nur in seiner Zone. Beide lassen sich als Zonen-Batch kombinieren.

Wann lohnt sich die Einzelkommissionierung?

Wenn Aufträge viele Positionen enthalten oder das Auftragsvolumen gering ist. Sie ist einfach, transparent und fehlerarm und liefert direkt versandfertige Aufträge ohne nachgelagerten Sortierschritt.

Wie viel Zeit spart die Batchkommissionierung?

Weil jeder Artikelplatz nur einmal angelaufen wird, lassen sich Wegzeiten stark reduzieren. Bei vielen Kleinaufträgen sind Durchsatzsteigerungen bis zum Zwei- bis Dreifachen möglich, abzüglich des Aufwands für die Sortierstufe.

Braucht man für Zonenkommissionierung ein grosses Lager?

Sie entfaltet ihren Vorteil vor allem in grossen Lagern mit breitem Sortiment, weil paralleles Arbeiten und kurze Zonenwege dort am stärksten wirken. In kleinen Lagern überwiegt oft der Koordinationsaufwand.

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