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Lötspitzen auswählen und pflegen - worauf kommt es an?

Die Lötspitze überträgt die Wärme vom Heizelement auf die Lötstelle - ihre Form, Größe und Beschichtung entscheiden über Löterfolg und Standzeit. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Spitzen für SMD, bedrahtete Bauteile und Masseflächen auswählen und richtig pflegen.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
Lötspitzen ansehen
350 °C
typische Spitzentemperatur
0,1-5 mm
Spitzenbreite je Bauteil
Fe-Schicht
Eisen schützt den Kupferkern
60-70 %
Kontaktfläche für Wärme
Inhalt
  1. Formen und Einsatz
  2. Größe und Wärme
  3. Aufbau und Beschichtung
  4. Pflege und Standzeit
  5. Häufige Fragen

Welche Lötspitzenform passt zu welchem Bauteil?

Die Form bestimmt, wie viel Wärme die Spitze an die Lötstelle bringt. Als Faustregel gilt: je größer die Kontaktfläche zwischen Spitze und Lötstelle, desto schneller und sicherer der Wärmeübergang. Eine zu kleine Spitze zwingt zu höherer Temperatur und langsamerem Arbeiten.

Für die meisten Arbeiten sind Meißel- und Rundspitzen die erste Wahl. Feine Bleistift- oder Nadelspitzen eignen sich für einzelne SMD-Pads, während Hufform- und Miniwellen-Spitzen beim Drag-Löten ganzer Pin-Reihen glänzen.

Wählen Sie die größte Spitze, die noch an die Lötstelle passt. Größere Spitzen speichern mehr Wärme und erlauben niedrigere Arbeitstemperaturen - das schont Bauteil und Spitze gleichermaßen.

Wie hängen Größe, Temperatur und Wärmeübertragung zusammen?

Nicht die eingestellte Temperatur allein zählt, sondern die Wärmeleistung an der Lötstelle. Eine breite Spitze überträgt bei 320‑350 °C mehr Energie als eine dünne Nadel bei 400 °C. Unnötig hohe Temperaturen verkürzen die Standzeit und oxidieren die Beschichtung.

  • Bleifreies Lot (SAC305, Schmelzpunkt ca. 217 °C): Spitzentemperatur meist 350‑380 °C.
  • Bleihaltiges Lot (Sn60Pb40, ca. 183 °C): 300‑340 °C reichen aus.
  • Masseflächen und dicke Kupferlagen brauchen eine große Spitze statt mehr Grad.
  • Spitze immer gut verzinnt halten - blankes Metall überträgt Wärme schlecht.
  • Bei Serienarbeit auf ausreichende Nachheizleistung der Station achten.
Ein kleiner Lotzwickel zwischen Spitze und Pad verbessert die Wärmekopplung deutlich. Diese Lotbrücke leitet die Energie schneller als der reine Metallkontakt und senkt die nötige Temperatur.

Warum ist die Beschichtung entscheidend?

Eine Lötspitze ist kein reiner Kupferstab. Der gut wärmeleitende Kupferkern ist mit einer Eisenschicht (Fe) überzogen, die das Kupfer vor dem Auflösen im Lot schützt. Die eigentliche Lötfläche ist verzinnt, während die restliche Spitze verchromt und damit lotabweisend ist.

Die Eisenschicht ist nur wenige Mikrometer dünn. Feilen, Schmirgelpapier oder aggressive Reiniger zerstören sie und machen die Spitze unbrauchbar - genau das ist die häufigste Ursache für vorzeitigen Verschleiß.
Lötstation richtig einstellen

Temperatur, Regelverhalten und Leistung für saubere Lötstellen wählen.

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Wie pflegen Sie Lötspitzen für lange Standzeit?

Gute Pflege verlängert die Lebensdauer einer Spitze von wenigen Tagen auf viele Wochen. Der Feind ist Oxidation: Sobald die verzinnte Fläche grau anläuft und das Lot nicht mehr benetzt, sinkt die Wärmeübertragung stark ab.

  • Vor Ablage und nach jeder Lötstelle die Spitze frisch verzinnen.
  • Zum Reinigen einen feuchten Schwamm oder besser ein Messingdrahtkissen nutzen.
  • Temperatur so niedrig wie möglich wählen, in Pausen auf Standby schalten.
  • Nie trocken glühen lassen - unverzinnt oxidiert die Spitze in Sekunden.
  • Verzunderte Spitzen mit Regenerierpaste (Tip Tinner) wiederbeleben, nicht schleifen.
  • Spitze nach Arbeitsende mit einem Lotmantel abkühlen lassen.
Ein Messingkissen entfernt Rückstände, ohne die Spitze stark abzukühlen oder die Eisenschicht zu beschädigen - schonender als ein nasser Schwamm, der die Spitze thermisch schockt.

Häufige Fragen

Welche Lötspitze für SMD-Bauteile?

Für einzelne kleine Pads eine feine Bleistift- oder Konusspitze, für Pin-Reihen von QFP oder ICs eine Hufform- oder Miniwellen-Spitze zum Drag-Löten. Möglichst die größte Form wählen, die noch passt.

Warum benetzt meine neue Spitze das Lot nicht?

Meist wurde die Spitze unverzinnt heiß und ist oxidiert. Mit Regenerierpaste oder frischem Lot bei rund 250 °C sofort verzinnen. Niemals mit Feile oder Schmirgel bearbeiten, das zerstört die Eisenschicht.

Muss ich für bleifreies Löten heißer einstellen?

Etwas ja, meist 350‑380 °C statt 300‑340 °C. Wichtiger als die reine Temperatur ist aber eine ausreichend große Spitze und eine leistungsstarke Station für schnelle Nachheizung.

Wie oft muss ich die Lötspitze wechseln?

Solange sich die verzinnte Fläche verzinnen lässt und die Form stimmt, bleibt die Spitze nutzbar. Bei durchgebrannter Eisenschicht, Löchern oder verformter Fläche ist ein Wechsel fällig.

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