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EN ISO 10218

Industrie-Manipulator richtig auswählen - worauf achten?

Ein Industrie-Manipulator übernimmt wiederkehrende Handhabung und schützt den Bediener vor Fehlbelastungen. Dieser Ratgeber erklärt Greifprinzip, Reichweite und Lastausgleich sowie die passende Tragkraft und Aufstellung nach den Grundsätzen der EN ISO 10218.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
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5-500 kg
typische Tragkraft
1-4 m
Reichweite pro Säule
6 bar
Druckluft für Vakuumgreifer
25 kg
Grenze manueller Hub (EN 1005)
Inhalt
  1. Greifprinzip wählen
  2. Reichweite und Bauform
  3. Lastausgleich und Ergonomie
  4. Kennwerte und Sicherheit
  5. Häufige Fragen

Welches Greifprinzip passt zur Last?

Das Greifprinzip richtet sich nach Form, Oberfläche und Gewicht der Last. Grundsätzlich stehen Vakuumgreifer, mechanische Greifzangen und Dorngreifer zur Wahl. Ein falsch gewähltes Prinzip führt zu abrutschenden Lasten und damit zu genau den Fehlbelastungen, die der Manipulator eigentlich verhindern soll.

Vakuumgreifer eignen sich für glatte, dichte Oberflächen wie Bleche, Kartons oder Glas und arbeiten meist mit rund 6 bar Druckluft am Ejektor. Mechanische Greifer fassen zylindrische oder unregelmässige Teile formschlüssig, Dorn- und Klemmgreifer heben Rollen, Fässer oder Säcke.

Bei porösen oder gewölbten Oberflächen sinkt die Haltekraft von Vakuumgreifern deutlich. Planen Sie eine Sicherheitsreserve von mindestens dem Faktor 2 zur Nennlast ein.

Wie bestimmt man Reichweite und Bauform?

Reichweite und Bauform ergeben sich aus dem Arbeitsbereich, den der Bediener abdecken soll. Säulenmanipulatoren decken kreisförmig bis etwa 4 m Radius ab, Deckenmontage spart Bodenfläche, und Schienensysteme bedienen lange, lineare Strecken.

  • Säulenschwenkarm: fester Standort, Radius 1 bis 4 m, ideal für Einzelarbeitsplätze.
  • Deckenmontage: hält den Boden frei und erweitert den Schwenkbereich.
  • Schienen- und Portalsysteme: bedienen mehrere Stationen entlang einer Linie.
  • Stapelhöhe und Palettenmass in die Reichweite einrechnen, nicht nur die Greifposition.
Prüfen Sie den gesamten Bewegungsraum inklusive Last und Greifer auf Kollisionen mit Regalen, Maschinen und Verkehrswegen, bevor Sie die Bauform festlegen.
Arbeitsplatz einrichten

So kombinieren Sie Manipulator, Arbeitstisch und Verkehrswege ergonomisch.

Zum Ratgeber

Wie schützt der Lastausgleich den Bediener?

Der Lastausgleich hält die Last in jeder Position nahezu schwerelos, sodass der Bediener sie mit wenigen Newton führen kann. Pneumatische Systeme regeln den Druck automatisch nach, mechanische Federausgleiche sind wartungsarm. Damit sinkt die Belastung von Rücken und Schultern weit unter die kritischen Werte der EN 1005 und der Leitmerkmalmethode.

Die EN 1005‑2 sieht für wiederkehrendes manuelles Heben Basiswerte um 25 kg vor, die durch Häufigkeit, Griffhöhe und Rumpfhaltung schnell auf unter 10 kg sinken. Ein Manipulator entkoppelt das Lastgewicht von der Führungskraft und macht auch schwere Teile ganztägig sicher handhabbar.

Ein Rückschlagventil im Pneumatikkreis verhindert, dass die Last bei Druckluftausfall absackt. Dieses Sicherheitsmerkmal ist bei schwebenden Lasten Pflicht.

Welche Kennwerte gehören ins Lastenheft?

Für die Auswahl zählen Nennlast, Eigengewicht des Greifers, Schwerpunktlage, Taktzahl und die Energieversorgung. Rechnen Sie das Greifergewicht immer zur Nutzlast hinzu, denn ein 40 kg Werkstück plus 15 kg Vakuumtraverse ergibt 55 kg Systemlast.

  • Nennlast plus Greifergewicht als Systemlast betrachten.
  • Druckluftqualität und Verfügbarkeit prüfen (typisch 6 bar, gefiltert und geölt oder ölfrei).
  • Schwenk- und Drehwinkel des Greifers auf die Ablageaufgabe abstimmen.
  • CE-Konformität und Konformität mit EN ISO 10218 bzw. Maschinenrichtlinie dokumentieren.
  • Wartungsintervalle für Ventile, Federn und Vakuumfilter einplanen.
Lassen Sie eine Gefährdungsbeurteilung nach Betriebssicherheitsverordnung erstellen und schulen Sie die Bediener vor dem ersten Einsatz.

Häufige Fragen

Ab welchem Gewicht lohnt sich ein Manipulator?

Sobald wiederkehrende Lasten die Basiswerte der EN 1005‑2 von rund 25 kg erreichen oder bei hoher Frequenz schon darunter, entlastet ein Manipulator Rücken und Schultern und stabilisiert die Taktzeit.

Vakuum oder mechanischer Greifer?

Vakuum passt zu dichten, glatten Oberflächen wie Blech und Karton, mechanische Greifer zu zylindrischen oder unregelmässigen Teilen. Poröse Oberflächen erfordern mechanischen Formschluss.

Was passiert bei Druckluftausfall?

Ein Rückschlagventil im Pneumatikkreis hält die Last in Position, sodass sie nicht absackt. Bei schwebenden Lasten ist diese Absicherung vorgeschrieben.

Muss das Greifergewicht zur Tragkraft addiert werden?

Ja. Nutzlast und Greifergewicht ergeben zusammen die Systemlast, die innerhalb der Nenntragkraft des Manipulators liegen muss.

Passenden Manipulator gesucht?

Wir liefern Säulen-, Decken- und Schienenmanipulatoren mit Vakuum-, Greif- und Dornsystemen inklusive Lastausgleich - ausgelegt nach EN ISO 10218.

Normgerecht

Ausgelegt nach EN ISO 10218 und Maschinenrichtlinie.

Ergonomisch

Lastausgleich hält Fehlbelastungen unter den EN-1005-Grenzwerten.

Sicher

Rückschlagventile sichern schwebende Lasten ab.

Fachberatung

Unsere Spezialisten legen Greifer und Reichweite aus.

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