Prozesskalibrator auswählen - welcher passt zu Ihnen?
Ein Prozesskalibrator misst und simuliert die typischen Signale der Prozessindustrie: mA-Schleife, Thermoelement und Pt100. Dieser Ratgeber zeigt, worauf es bei Genauigkeit, Funktionsumfang und HART-Kommunikation ankommt und wie Sie Messumformer direkt vor Ort justieren.
Prozesskalibratoren ansehenWelche Signale muss ein Prozesskalibrator beherrschen?
Das Rückgrat der Prozessleittechnik ist die 4‑20 mA Stromschleife. Ein guter Prozesskalibrator misst diesen Strom, gibt ihn aktiv aus und kann die Schleife mit 24 V speisen. Ergänzt wird das durch Temperatursignale von Thermoelementen und Widerstandsthermometern wie dem Pt100.
Bei Thermoelementen sollten mindestens die Typen J, K, T, E, N, R, S und B abgedeckt sein, jeweils mit interner Vergleichsstellenkompensation. Für RTD-Fühler ist neben Pt100 auch Pt1000 sowie die Anschlussart in 2-, 3- oder 4-Leiter-Technik wichtig, um Leitungswiderstände sauber zu kompensieren.
- Strom: 0‑24 mA messen und geben, mit interner Schleifenspeisung 24 V.
- Spannung: mV für Thermoelemente, V für Normsignale bis 30 V.
- Thermoelemente: Typen J, K, T, E, N, R, S, B mit Vergleichsstelle.
- RTD: Pt100 und Pt1000 in 2-, 3- und 4-Leiter-Schaltung.
- Frequenz und Widerstand für zusätzliche Sensortypen.
Messen, simulieren, justieren - was heisst das?
Ein Prozesskalibrator arbeitet in zwei Richtungen. Im Messmodus liest er das reale Signal eines Sensors oder Messumformers. Im Simulations- oder Gebermodus erzeugt er ein exaktes Referenzsignal, das dem Gerät ein bestimmtes Sensorsignal vortäuscht.
So justieren Sie einen Temperaturmessumformer vor Ort, ohne den Prozess auf reale Temperaturen bringen zu müssen: Der Kalibrator simuliert am Eingang zum Beispiel einen Pt100 bei 0 °C und 100 °C, während er gleichzeitig den 4‑20 mA Ausgang misst. Abweichungen werden am Umformer über Nullpunkt und Spanne (Zero und Span) korrigiert.
Worauf achten bei Genauigkeit und HART?
Die Genauigkeit eines Kalibrators muss deutlich besser sein als die des Prüflings. Als Faustregel gilt ein Genauigkeitsverhältnis (TUR) von mindestens 4:1. Für einen Umformer mit 0,1 % Klasse sollte der Kalibrator also rund 0,025 % oder besser erreichen.
Die Angabe erfolgt meist als Prozent vom Messwert plus Digits oder plus Prozent vom Bereichsendwert. Achten Sie auf den angegebenen Temperaturbereich und das Kalibrierintervall des Geräts selbst, damit die Werkskalibrierung gültig bleibt. Für moderne Feldgeräte ist zusätzlich ein integrierter HART-Kommunikator nützlich, um Parameter auszulesen und die digitale Justage vorzunehmen.
- Genauigkeitsverhältnis mindestens 4:1 gegenüber dem Prüfling.
- Grundgenauigkeit mA meist 0,01‑0,02 % vom Messwert.
- HART-Widerstand von 250 Ω für die Kommunikation zuschaltbar.
- Robustes Gehäuse mit IP-Schutz für den rauen Feldeinsatz.
- Rückführbares Werkszertifikat nach ISO/IEC 17025 als Nachweis.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Prozesskalibrator und Multimeter?
Ein Multimeter misst nur. Ein Prozesskalibrator misst und erzeugt zusätzlich normgerechte Referenzsignale wie 4‑20 mA oder Pt100, um Messumformer gezielt zu speisen und zu justieren.
Kann ich einen Umformer vor Ort ohne echte Temperatur justieren?
Ja. Der Kalibrator simuliert am Eingang das Sensorsignal, etwa Pt100 bei 100 °C, und misst gleichzeitig den 4‑20 mA Ausgang. So korrigieren Sie Nullpunkt und Spanne ohne realen Prozesswert.
Welche Genauigkeit braucht mein Kalibrator?
Er sollte etwa vier Mal genauer sein als der Prüfling. Für Feldgeräte der 0,1 % Klasse ist eine Grundgenauigkeit um 0,02 % ein sinnvoller Richtwert.
Wozu dient die 24 V Schleifenspeisung?
Sie versorgt einen Zweidraht-Messumformer, sodass Sie ihn ohne separate Stromversorgung prüfen und den Ausgangsstrom direkt in derselben Schleife messen können.
Den passenden Prozesskalibrator finden?
Wir führen Prozesskalibratoren für mA-Schleife, Thermoelement und Pt100 mit Schleifenspeisung und HART - rückführbar kalibriert nach ISO/IEC 17025.
Rückführbar
Werkszertifikat nach ISO/IEC 17025 im Lieferumfang.
Voller Funktionsumfang
mA, mV, RTD und Thermoelemente in einem Gerät.
Feldtauglich
Robuste Gehäuse mit IP-Schutz für den Anlagenbetrieb.
Fachberatung
Unsere Spezialisten helfen bei der Auswahl.