Redundante 24-V-Versorgung mit N+1 - wie baut man das auf?
Kritische Steuerungen dürfen bei einem Netzteilfehler nicht ausfallen. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie mit einem Redundanzmodul und zwei nach N+1 ausgelegten Netzteilen eine ausfallsichere 24-V-DC-Versorgung aufbauen - von der Dimensionierung über die Entkopplung bis zur Fehlermeldung.
Redundanzmodule ansehenWas bedeutet N+1-Redundanz bei der Stromversorgung?
N+1 bedeutet: Für die tatsächlich benötigte Last N installieren Sie ein zusätzliches, gleichwertiges Netzteil. Fällt eines aus, trägt das verbleibende die volle Last weiter. Damit ein defektes Netzteil das gesunde nicht kurzschliesst, werden beide über ein Redundanzmodul mit Entkopplung zusammengeführt.
Ohne Entkopplung würde ein interner Kurzschluss im ausgefallenen Gerät den gemeinsamen 24-V-Bus zusammenbrechen lassen. Das Redundanzmodul trennt den fehlerhaften Zweig über Dioden oder aktive MOSFET-Pfade ab, sodass die Steuerung ohne Spannungseinbruch weiterläuft.
- N = Summe aller Verbraucher am 24-V-Bus (Dauerlast plus Reserve).
- +1 = ein baugleiches Netzteil, das im Normalbetrieb mitträgt.
- Beide Netzteile liefern gemeinsam, das Modul entkoppelt sie voneinander.
- Redundanz ersetzt keine USV - sie deckt Geräte-, nicht Netzausfälle ab.
Wie dimensioniert man Netzteile und Redundanzmodul?
Jedes einzelne Netzteil muss die volle Systemlast allein tragen können, denn im Fehlerfall bleibt nur eines übrig. Bei einer Dauerlast von 15 A wählen Sie also zwei Netzteile mit je 20 A, nicht mit je 10 A. Das Redundanzmodul muss für die Summe beider Ausgangsströme bemessen sein.
Wie werden Netzteile und Modul verdrahtet?
Beide Netzteile werden ausgangsseitig auf die zwei Eingänge des Redundanzmoduls geführt, dessen gemeinsamer Ausgang speist den 24-V-Bus. Stellen Sie beide Netzteile auf exakt dieselbe Ausgangsspannung ein, typisch 24,0 bis 24,3 V, damit sich die Last symmetrisch verteilt.
- Netzteil 1 und 2 einzeln absichern, idealerweise auf getrennten Zuleitungen.
- Ausgangsspannungen gleich einstellen (Abweichung unter 0,1 V) für gleichmässige Stromaufteilung.
- Kurze, ausreichend dimensionierte Leitungen zum Modul - Spannungsabfall verfälscht die Aufteilung.
- Sammelfehler-Meldekontakt des Moduls auf einen SPS-Eingang legen.
- Redundanzmodul und Netzteile auf gute Wärmeabfuhr im Schaltschrank platzieren.
Häufige Fragen
Reicht es, zwei Netzteile einfach parallel zu schalten?
Nein. Ohne Entkopplung kann ein interner Fehler eines Netzteils den 24-V-Bus kurzschliessen und beide Geräte lahmlegen. Das Redundanzmodul trennt den defekten Zweig über Dioden oder MOSFET-Pfade ab.
Wie gross müssen die einzelnen Netzteile sein?
Jedes Netzteil muss die volle Systemlast allein tragen können, da im Fehlerfall nur eines übrig bleibt. Planen Sie rund 1,3x der Dauerlast als Reserve pro Gerät ein.
Ersetzt N+1 eine USV?
Nein. N+1 deckt den Ausfall eines Netzteils ab, nicht den Ausfall des Versorgungsnetzes. Für Netzausfälle brauchen Sie zusätzlich eine USV oder ein DC-Puffermodul.
Warum müssen beide Netzteile gleich eingestellt sein?
Gleiche Ausgangsspannung sorgt für symmetrische Stromaufteilung. Weicht ein Gerät ab, trägt es dauerhaft mehr Last und altert schneller.
Ausfallsichere 24-V-Versorgung geplant?
Wir liefern 24-V-Netzteile und Redundanzmodule mit Dioden- oder MOSFET-Entkopplung inklusive Sammelfehler-Meldung - passend zu Ihrer berechneten Last.
Echte Redundanz
Entkopplung trennt das defekte Netzteil sauber ab.
Fehlermeldung inklusive
Potenzialfreier Sammelfehler-Kontakt für die SPS.
Richtig dimensioniert
Netzteile ausgelegt für volle Last im Fehlerfall.
Fachberatung
Wir unterstützen bei Auslegung und Auswahl.