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ISO 14644-1

Reinraum-Fußbekleidung wählen - Überschuh oder Stiefel?

Ob Einweg-Überschuh, autoklavierbarer Reinraumstiefel oder ableitfähiger ESD-Schuh - die richtige Fußbekleidung hängt von der Reinraumklasse, dem geforderten Ableitwiderstand und dem Schleusenkonzept ab. Dieser Ratgeber zeigt die Auswahlkriterien nach ISO 14644-1 und DIN EN 61340-5-1 und wie die Schuhwechselbank den Reinraum sauber trennt.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Reinraum-Spezialisten
Reinraum-Fußbekleidung ansehen
ISO 3-8
Reinraumklassen ISO 14644-1
< 10⁹ Ω
Ableitwiderstand ESD-Schuh
121 °C
autoklavierbare Stiefel
3 Zonen
Schleuse sauber trennen
Inhalt
  1. Die drei Typen
  2. Auswahl nach Klasse
  3. ESD und Ableitung
  4. Schuhwechselbank
  5. Häufige Fragen

Überschuh, Reinraumstiefel oder ESD-Schuh?

Reinraum-Fußbekleidung gibt es in drei Grundformen: dem Einweg-Überschuh über dem Strassenschuh, dem wiederverwendbaren Reinraumstiefel und dem ableitfähigen ESD-Reinraumschuh als festes Arbeitsschuhwerk. Welche Form passt, entscheidet die Reinraumklasse und die Frage, ob Partikel oder elektrostatische Aufladung das grössere Risiko sind.

Der Überschuh ist die einfachste und günstigste Lösung für Besucher und weniger kritische Bereiche. Der Reinraumstiefel aus Polyester-Gewebe mit ableitfähigem Sohlenmaterial ist autoklavierbar und für hohe Klassen bis ISO 5 und darunter geeignet. Der ESD-Reinraumschuh nach EN ISO 20345 bietet zusätzlich Zehenschutz und dauerhaft geprüften Ableitwiderstand.

Überschuhe verbergen den Strassenschuh, ersetzen aber nicht dessen Partikelabgabe. In hohen Reinraumklassen führt an dedizierter, im Reinraum verbleibender Fußbekleidung kein Weg vorbei.
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Welche Fußbekleidung passt zu welcher Reinraumklasse?

Die ISO 14644‑1 teilt Reinräume nach Partikelzahl je Kubikmeter in Klassen von ISO 1 bis ISO 9 ein. Je niedriger die Zahl, desto strenger die Anforderung an Kleidung und Schuhwerk. Für die Fußbekleidung gilt: je höher die Klasse, desto weniger Partikelabgabe und desto konsequenter die Trennung zur Aussenwelt.

  • ISO 8/7: Überschuh für Besucher, ESD-Arbeitsschuh für Mitarbeiter im Dauereinsatz.
  • ISO 6: waschbarer Reinraumstiefel mit hohem Schaft, überdeckt den Reinraumanzug.
  • ISO 5 und strenger: autoklavierbarer Stiefel aus Polyester-Filament, bei 121 °C sterilisierbar.
  • Steriler Bereich (Pharma, GMP Grade A/B): sterilisierte Stiefel je Einsatz gewechselt.
Der Stiefelschaft sollte den Bündchenabschluss des Reinraumanzugs oder Overalls überlappen, damit keine Partikel aus der Beinöffnung entweichen.

Wie viel Ableitwiderstand muss die Fußbekleidung haben?

In elektronikfertigenden Reinräumen muss die Fußbekleidung nicht nur partikelarm, sondern auch ableitfähig sein. Nach DIN EN 61340‑5‑1 bildet der ESD-Schuh zusammen mit dem ableitfähigen Reinraumboden den Erdungspfad der Person. Der Systemwiderstand von der Person über Schuh und Boden zur Erde soll unter 10⁹ Ω liegen.

Ein ableitfähiger Schuh allein genügt nicht: Er wirkt nur über einen leitfähigen oder ableitfähigen Bodenbelag. Gemessen wird das Zusammenspiel Person-Schuh-Boden am Prüfgerät gegen den Erdungspunkt, idealerweise täglich vor Arbeitsbeginn.

Ohne ableitfähigen Boden ist der beste ESD-Schuh wirkungslos. Fußbekleidung und Bodenbelag sind ein System und werden gemeinsam geprüft.

Wie funktioniert der Schuhwechsel in der Schleuse?

Die Schleuse ist die Grenze zwischen unrein und rein, und die Schuhwechselbank ist ihr Herzstück. Sie teilt die Personalschleuse in eine schwarze (unreine) und eine weisse (reine) Seite. Der Mitarbeiter setzt sich auf die Bank, streift auf der schwarzen Seite den Strassenschuh ab und schwingt mit der Reinraumfußbekleidung auf die weisse Seite hinüber, ohne dass ein Fuß je die falsche Zone berührt.

  • Schwarze Seite: Strassenschuhe ausziehen, im Regal oder Fach ablegen.
  • Sitzfläche der Bank als physische Trennlinie beider Zonen nutzen.
  • Weisse Seite: Reinraumstiefel oder Überschuh anziehen, erst dann aufstehen.
  • Ableitfähige Sitzfläche und Bodenverlängerung erhalten den Erdungspfad.
  • Edelstahl-Ausführung ist wischdesinfizierbar und partikelarm.
Kombinieren Sie die Schuhwechselbank mit einer Schuhsohlenreinigungsmaschine oder Klebematte davor, damit grober Schmutz gar nicht erst in die Schleuse gelangt.
Reinraum-Mobiliar

Schuhwechselbänke, Schleusenmobiliar und Ablagen im Überblick.

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Häufige Fragen

Reichen Einweg-Überschuhe im Reinraum aus?

In niedrigen Klassen wie ISO 8 und für Besucher meist ja. In ISO 6 und darunter sind waschbare oder autoklavierbare Reinraumstiefel erforderlich, weil Überschuhe den Strassenschuh und dessen Partikel nicht wirklich zurückhalten.

Muss Reinraum-Fußbekleidung immer ableitfähig sein?

Nur in ESD-Schutzbereichen der Elektronikfertigung. Dort fordert die DIN EN 61340‑5‑1 einen Systemwiderstand Person-Schuh-Boden unter 10⁹ Ω. In der reinen Partikelkontrolle ohne ESD-Risiko ist Ableitfähigkeit nicht zwingend, aber oft sinnvoll.

Wozu dient die Schuhwechselbank?

Sie trennt die Personalschleuse physisch in eine unreine und eine reine Zone. Der Mitarbeiter wechselt im Sitzen die Schuhe und überquert die Bank, ohne mit dem Reinraumschuh je die unreine Seite zu berühren.

Wie oft muss die Fußbekleidung geprüft werden?

Der Ableitwiderstand des Systems Person-Schuh-Boden wird idealerweise täglich vor Arbeitsbeginn am Prüfgerät kontrolliert und dokumentiert. Autoklavierbare Stiefel werden nach dem festgelegten Sterilisationszyklus getauscht.

Passende Reinraum-Fußbekleidung gesucht?

Wir liefern Überschuhe, autoklavierbare Reinraumstiefel und ableitfähige ESD-Schuhe passend zu Ihrer Reinraumklasse - inklusive Schuhwechselbank für die Schleuse.

Klassengerecht

Auswahl passend zu ISO 14644-1 von ISO 8 bis ISO 5.

Ableitfähig geprüft

ESD-Schuhe nach DIN EN 61340-5-1 unter 10⁹ Ω.

Komplette Schleuse

Fußbekleidung plus passende Schuhwechselbank.

Fachberatung

Reinraum-Spezialisten unterstützen bei der Auswahl.

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