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ISO 14644-2

Kontinuierliches Partikelmonitoring im Reinraum aufbauen

Ein kontinuierliches Monitoring überwacht Partikelzahlen und Umgebungsparameter dauerhaft an Festmesspunkten. Dieser Ratgeber erklärt Sondenplatzierung, Alarm- und Warngrenzen, isokinetische Probenahme sowie die Datenanbindung nach ISO 14644-2 und EU-GMP-Anhang 1.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
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0,5-5 µm
überwachte Partikelgrössen
28,3 l/min
typischer Sondenvolumenstrom
Anhang 1
EU-GMP kontinuierlich
2 Grenzen
Warn- und Alarmschwelle
Inhalt
  1. Festmesspunkte planen
  2. Alarm- und Warngrenzen
  3. Isokinetik und Sonde
  4. Datenanbindung und Audit
  5. Häufige Fragen

Wie plant man Festmesspunkte im Reinraum?

Kontinuierliches Monitoring stützt sich auf fest installierte Messpunkte an den kritischsten Stellen. Nach EU-GMP-Anhang 1 werden Sonden dort platziert, wo das höchste Kontaminationsrisiko für das Produkt besteht, etwa direkt an der Abfüll- oder Verschlusszone der Klasse A.

Die Sonde erfasst die Partikelgrössen 0,5 µm und 5,0 µm kontinuierlich. Ein zentrales System (Anlagenpartikelzähler oder vernetzte Einzelzähler) sammelt die Werte, während die Umgebungssensoren Differenzdruck, Temperatur und relative Feuchte parallel protokollieren.

Die Probenahmeleitung sollte möglichst kurz sein. Nach ISO 14644‑1 gilt bei 5 µm ab etwa 1 m Schlauchlänge ein spürbarer Partikelverlust durch Sedimentation, deshalb Zähler nah an der Sonde oder Leitung unter 1 m halten.
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Welche Alarm- und Warngrenzen sind sinnvoll?

Das System arbeitet mit zwei Schwellen: einer Warngrenze als Frühindikator und einer Alarmgrenze als Handlungsauslöser. Für die GMP-Klasse A liegt das Aktionslimit bei 20 Partikeln ≥5,0 µm pro m³, in Klasse B im Betrieb bei 29.000 Partikeln ≥5,0 µm pro m³.

  • Warngrenze intern festlegen, meist bei rund 50 bis 75 Prozent des Alarmlimits.
  • Alarmgrenze = regulatorisches Aktionslimit der jeweiligen Zone.
  • Trends beobachten: mehrere Warnungen in Folge sind wichtiger als ein Einzelpeak.
  • Jeder Alarm braucht eine dokumentierte Ursachenanalyse (Abweichungsmanagement).

Warum ist isokinetische Probenahme entscheidend?

In laminarer Strömung (Klasse A) muss die Probenahme isokinetisch erfolgen: Die Ansauggeschwindigkeit an der Sondenöffnung entspricht der Luftgeschwindigkeit der Verdrängungsströmung von rund 0,45 m/s. So gelangen grosse 5 µm-Partikel unverfälscht in den Zähler.

Bei falscher Sondengeometrie werden schwere Partikel über- oder unterrepräsentiert. Wählen Sie den Isokinetik-Kopf passend zum Volumenstrom von 28,3 l/min (1 cfm) und richten Sie ihn in Strömungsrichtung aus.

In turbulent belüfteten Räumen (Klasse B/C) ist strenge Isokinetik nicht möglich; dort wird die Sonde repräsentativ senkrecht nach oben ausgerichtet. Entscheidend bleibt eine konstante, dokumentierte Ausrichtung über die gesamte Betriebszeit.

Wie werden die Daten normkonform angebunden?

Die Messwerte laufen in einem Facility-Monitoring-System (FMS) zusammen, das kontinuierlich aufzeichnet, alarmiert und revisionssicher archiviert. Nach EU-GMP-Anhang 1 muss das Monitoring der Klasse A und B über die gesamte kritische Prozessdauer laufen und lückenlos dokumentiert sein.

  • Datenintegrität nach ALCOA+ und FDA 21 CFR Part 11 (Audit-Trail, Zeitstempel, Zugriffsrechte).
  • Anbindung per OPC UA, Modbus oder 4‑20 mA an das übergeordnete FMS.
  • Automatische Alarmweiterleitung an Bedienpersonal und Qualitätssicherung.
  • Regelmässige Requalifizierung der Räume nach ISO 14644‑2 (risikobasiertes Intervall).
ISO 14644‑2 verlangt kein festes 6-Monats-Raster mehr, sondern einen risikobasierten Überwachungsplan. Ein belastbares kontinuierliches Monitoring kann die Häufigkeit klassischer Requalifizierungsmessungen begründet verlängern.

Häufige Fragen

Was unterscheidet Warn- von Alarmgrenze?

Die Warngrenze ist ein interner Frühindikator und liegt unter dem Aktionslimit, meist bei 50 bis 75 Prozent. Die Alarmgrenze entspricht dem regulatorischen Aktionslimit der Zone und löst dokumentierte Massnahmen aus.

Welche Partikelgrössen werden überwacht?

Standard sind 0,5 µm und 5,0 µm, weil diese Grenzwerte in ISO 14644‑1 und EU-GMP-Anhang 1 klassifiziert sind. Viele Zähler erfassen zusätzlich Kanäle wie 0,3 und 1,0 µm für die Trendanalyse.

Muss in Klasse A dauerhaft gemessen werden?

Ja. EU-GMP-Anhang 1 fordert für Zone A ein kontinuierliches Partikelmonitoring über die gesamte Dauer kritischer Prozesse, ebenso ein Monitoring der angrenzenden Zone B.

Wie lang darf die Probenahmeleitung sein?

So kurz wie möglich. Bei 5 µm-Partikeln steigt der Verlust in der Leitung deutlich; als Faustregel bleibt die Schlauchlänge unter 1 m und ohne enge Bögen, sonst wird der Zähler direkt an der Sonde platziert.

Partikelmonitoring normgerecht aufbauen?

Wir liefern Anlagen- und Einzelpartikelzähler, isokinetische Sonden und Umgebungssensoren inklusive FMS-Anbindung nach ISO 14644-2 und EU-GMP-Anhang 1.

GMP-konform

Auslegung nach EU-GMP-Anhang 1 und ISO 14644-2.

Kalibriert

Partikelzähler mit Kalibrierzertifikat nach ISO 21501-4.

Audit-sicher

Datenintegrität nach ALCOA+ und 21 CFR Part 11.

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